Ein Mieter kann vom Vermieter verlangen, dass er großflächige ­Graffiti an der Hausfassade entfernt. Das hat das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg entschieden. Das Haus habe durch die Farbschmierereien ein verwahrlostes Aussehen bekommen. Diesen Anblick muss der Mieter nicht hinnehmen, wenn das Haus bei ­seinem Einzug optisch einwandfrei war (Az. 233 C 47/06). Ebenso entschied im Jahr 2004 das Amtsgericht Hamburg (Az. 44 C 209/03). Doch nicht alle Mieter können vom Vermieter verlangen, dass er Schmierereien beseitigt. Neben dem Zustand des Hauses bei Anmietung spielen das Umfeld der Wohnung und die Miethöhe eine Rolle. Im Berliner Fall lag die besprühte Hausfassade in einem bürgerlichen Viertel, in dem Graffiti nicht zum üblichen Straßenbild gehören, und es handelte sich um keine billige Wohnung.

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