Plötzlich Halsweh, bohrende Kopf­schmerzen, eine Schürfwunde am Knie? Da ist eine Haus­apotheke Gold wert. Sie hilft Ihnen, sich bei leichten Erkrankungen und Verletzungen schnell zu versorgen – auch nachts, am Wochen­ende und fernab der nächsten Arzt­praxis oder Apotheke. Doch was gehört in das Notfall-Schränk­chen? Die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest helfen mit einer Check­liste und nennen die güns­tigsten geeigneten Medikamente.

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SpecialHaus­apotheke26.11.2019
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Was in die Haus­apotheke gehört

Eine Haus­apotheke umfasst normaler­weise verschiedene Verbands- und Hilfs­mittel sowie rezept­freie Medikamente, die erfahrungs­gemäß oft nützlich sind – etwa gegen Schmerzen und Fieber, zur Behand­lung von Durchfall oder zur Wunddesinfektion. Sie bilden gewissermaßen die Grund­ausstattung. Bei weiteren Mitteln ist die persönliche Krank­heits­anfäl­ligkeit zu beachten – ob man beispiels­weise oft Allergien, Sodbrennen oder Verstopfung hat.

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Besondere Personen­gruppen: Kinder, Schwangere, Ältere

Wer eine Haus­apotheke zusammen­stellt, kann nach Bedarf weitere rezept­freie Medikamente einbeziehen – und sollte an die ganze Familie denken. Kinder brauchen oft andere oder nied­riger dosierte Medikamente als Erwachsene (Medikamentöse Behandlung von Kindern). Dabei sind je nach Alter nochmals Unterschiede möglich, etwa zwischen Babys, Klein­kindern und Schul­kindern. Auch für Schwangere, Stillende und Senioren gelten teil­weise Besonderheiten. Kunden sollten daher in der Apotheke darauf hinweisen, wenn sie rezept­freie Mittel für eine dieser Personen­gruppen benötigen.

Haus­apotheke nicht in Bad oder Küche aufbewahren

Viele Deutsche haben ihre Haus­apotheke im Bade­zimmer. Doch genau das ist keine gute Wahl, ebenso wenig die Küche. An beiden Plätzen herrscht häufig ein feucht-warmes Klima, was die Arzneiqualität enorm mindern kann. Besser eignen sich etwa das Schlaf­zimmer, der Flur oder eine Abstell­kammer, also recht kühle, dunkle, trockene Räume. Wenn für die Aufbewahrung Besonderheiten gelten, steht das auf der Packung.

Wichtig: Heben Sie Medikamente immer in der Original­verpackung auf – inklusive Beipack­zettel. So sind im Akutfall alle wichtigen Angaben verfügbar. Der Schrank oder die Box mit der Haus­apotheke sollten abschließ­bar sein – vor allem, wenn im Haushalt auch Kinder wohnen oder zu Besuch kommen.

Medikamente nie in die Spüle oder Toilette werfen

Wer eine Haus­apotheke hat, sollte sie regel­mäßig kontrollieren. Ist noch alles Wichtige drin? Hat sich der Bedarf in der Familie geändert? Sind Verfalls­daten abge­laufen?

Wichtig: Tabletten, Tropfen und sons­tige Medikamente dürfen nie über die Spüle oder Toilette beseitigt werden! Sie können Gewässer schwer belasten. Teils ist die Entsorgung über den Restmüll möglich, teils gelten kommunal abweichende Regeln. Manche Apotheken nehmen auf freiwil­liger Basis Altarzneien an. Mehr Infos zur umweltgerechten Entsorgung finden Sie in unserer Medikamenten­daten­bank.

Warnzeichen nicht aussitzen

Und noch etwas Wichtiges zum Schluss: Die Haus­apotheke ist vor allem zum kurz­zeitigen Einsatz für eher leichte Beschwerden gedacht. Länger dauernde und schwere Symptome erfordern einen Arzt­besuch. In Extremsituationen – wie stark blutenden Wunden, ernsten Verbrennungen, Kreis­lauf­zusammenbruch, Anzeichen auf Herz­infarkt oder Schlag­anfall – sollten Sie nicht zögern und sofort den Notruf 112 wählen.

Tipp: Es empfiehlt sich, noch weitere Telefon­nummern parat zu haben – von Ihrem Haus­arzt, vom ärzt­lichen Bereit­schafts­dienst (116 117) und vom Giftnotruf in Ihrem Bundes­land.

Tipps für die Reise­apotheke

In den Urlaub braucht niemand seinen gesamten Arznei­schrank mitzunehmen. Doch einige Mittel können auf Reisen sehr hilf­reich sein. Was genau, hängt abermals von individuellen Bedingungen ab: von bekannten Vorerkrankungen und Krank­heits­anfäl­ligkeiten sowie vom Ziel und den geplanten Aktivitäten. Gegebenenfalls nicht vergessen: Sonnenschutz- und Insektenschutzmittel! Für so ziemlich jede Reise zu empfehlen sind außerdem Medikamente gegen Schmerzen und Fieber, Durchfall oder zur Wunddesinfektion – und etwas Verbands­material wie Pflaster, Schere, Pinzette.

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Diese Arzneien sind als Grund­ausstattung sinn­voll

Diese rezept­freien Medikamente sind erfahrungs­gemäß oft nützlich und daher für die Haus­apotheke empfehlens­wert.

Arznei­mittel gegen Schmerzen und Fieber

Die Wirk­stoffe Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) lindern leichte bis mäßige Schmerzen und senken Fieber. Um Neben­wirkungen zu vermeiden, sind die Dosier­empfehlungen laut Beipack­zettel unbe­dingt einzuhalten.

Ibuprofen und Paracetamol sind bereits für Kinder unter 12 Jahren geeignet – alters­gerecht dosiert. Es gibt spezielle Kinder-Präparate, darunter Säfte und Zäpf­chen.

Mittel zur Wund­des­infektion und -heilung

Desinfektions­mittel töten Bakterien, Pilze und Viren, die Entzündungen verursachen können. Meist reicht es, verletzte Haut einmalig zu desinfizieren. Die Wirk­stoffe Povidon-Jod und Octenidin/Phenoxyethanol brennen nicht so stark – gut etwa für Kinder. Aber bei Babys unter sechs Monaten kein Povidon-Jod ohne Arzt anwenden.

Wunden heilen oft von allein. Teils lässt sich der Prozess unterstützen, etwa durch Cremes und Salben mit Dexpanthenol oder Zinkoxid, die auf wunde Haut, oberflächliche Schürfwunden oder um die Wunde aufgetragen werden.

Medikamente gegen Schnupfen

Sprays oder Tropfen mit abschwellenden Stoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin machen die Nase frei. Präparate ohne Konservierungs­mittel sind besonders gut verträglich. Aber dennoch: Nicht länger als 5 bis 7 Tage anwenden, sonst gewöhnt sich die Nasen­schleimhaut daran und schwillt beim Absetzen wieder an.

Kinder unter sechs Jahren brauchen dem Alter entsprechend nied­riger dosierte Präparate.

Medikamente gegen Hustenreiz

Der Wirk­stoff Dextromethorphan ist geeignet, um trockenen Reizhusten zu dämpfen – etwa um nachts besser zu schlafen. Ohne Arzt nur wenige Tage nehmen. Manche nied­rig dosierten Präparate können bereits Schul­kinder bekommen.

Sobald Husten schleimig wird, ist es sinn­voll, das Abhusten zu unterstützen, beispiels­weise durch Tee oder Inhalieren. Viel genutzt werden auch Hustenlöser, etwa mit Ambroxol, Acetylcystein, Efeu oder Thymian in Erwachsenen- und Kinder­dosis. Ihre Wirk­samkeit sollte noch besser belegt werden. Daher bewerten unsere Experten sie nur als mit Einschränkung geeignet.

Medikamente gegen Hals­schmerzen

Wer Hals­schmerzen hat, braucht viel Speichel. Er befeuchtet die Rachen­schleimhaut, das erleichtert das Schlu­cken. Zudem enthält er Abwehr­stoffe gegen Erkältungs­erreger. Anregen lässt sich der Speichelfluss beispiels­weise durch Hals- oder Hustenbonbons oder durch Pastillen mit Emser Salz. Ganz egal, welches Mittel zum Lutschen gewählt wird – es sollte zuckerfrei sein. Manche Hals­schmerz­tabletten enthalten betäubende, schmerz­stillende oder desinfizierende Stoffe, etwa Mittel mit Lidocain oder Ambroxol. Diese bewerten wir als mit Einschränkung geeignet. Die Wirk­samkeit sollte besser belegt werden.

Mittel gegen Durch­fall

Elektrolytmischungen werden in Wasser aufgelöst und ersetzen Stoffe, die bei Durch­fall verloren gehen. Das ist wichtig, sonst können Patienten austrocknen. Vor allem Kinder und Senioren sind gefährdet. Bei zusätzlichem Erbrechen am besten löffelweise, aber oft schlu­cken.

Denk­bar ist möglicher­weise auch noch ein Mittel mit Loperamid. Der Wirk­stoff stellt den Darm ruhig und kann bei schwerem, krampf­artigen Durch­fall helfen. Ohne Arzt maximal zwei Tage nehmen und bei Kindern unter 12 Jahre nur nach ärzt­licher Absprache.

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Je nach Bedarf ebenfalls empfehlens­wert

Der eine hats mit dem Magen, die andere kann nachts schlecht einschlafen. Je nach persönlicher „Leidens­biografie“ kann es sinn­voll sein, die Haus­apotheke mit weiteren rezept­freien Medikamenten gegen häufige Erkrankungen zu bestü­cken – beispiels­weise:

Medikamente gegen Übel­keit

Gegen Übel­keit und Erbrechen sowie Reisekrankheit hilft Diphenhydramin. Bei akutem Erbrechen sind Zäpf­chen vorteilhaft. Kinder brauchen nied­riger dosierte Mittel – zudem Dosierhin­weise genau beachten! Bei unter Dreijäh­rigen am besten vorher zum Arzt gehen.

Arznei­mittel gegen Verstopfung

Viele verschiedene rezept­freie Abführ­mittel sind geeignet. Die Wirk­stoffe Bisacodyl und Natriumpicosulfat beispiels­weise reizen die Darmwand. Lactulose und Macrogol helfen, weil sie vermehrt Wasser im Darm binden. Weitere geeignete Mittel enthalten Flohsamen, Glyzerin, Magnesiumsulfat, mineralische Mischungen oder Sennes.

Auf Dauer können Abführ­mittel den Darm noch träger machen. Daher ohne Arzt höchs­tens zwei Wochen nehmen. Kinder am besten ohne ärzt­lichen Rat gar nicht mit Medikamenten behandeln – auch nicht mit alters­gerechten.

Mittel gegen Sodbrennen

Sogenannte Antazida wie Hydrotalcit und Magaldrat lindern Sodbrennen, indem sie über­mäßige Magensäure binden. Säureblocker wie Omeprazol und Pantoprazol unterdrücken die Produktion. Sie wirken später, aber dafür länger als Antazida. Grund­sätzlich gilt: Arznei­mittel gegen Sodbrennen ohne Arzt nicht länger als zwei Wochen nehmen und sie Kindern besser gar nicht auf eigene Faust geben.

Medikamente gegen Schlaf­probleme

Die Wirk­stoffe Diphenhydramin und Doxylamin können kurz­fristig gegen Schlafstörungen helfen. Sie sollten nur wenige Tage, maximal zwei Wochen zum Einsatz kommen – weil auf Dauer die Wirkung oft nach­lässt und um Neben­wirkungen wie Schwindel und Verwirrt­heit zu vermeiden.

Arznei­mittel gegen Allergien

Wer allergisch auf Reize reagiert – beispiels­weise mit Heuschnupfen auf bestimmte Pollen –, kann vorsorglich zu Hause Medikamente bereithalten. Akut wirk­sam sind etwa Tabletten mit Antihistaminika wie Loratadin oder Cetirizin. Diese Stoffe blockieren Bindungs­stellen für den Boten­stoff Histamin, der bei Allergien eine Schlüssel­rolle spielt.

Teils sind die Tabletten bereits bei Kindern einsetz­bar: Beipack­zettel beachten. Es gibt noch viele weitere geeignete Präparate, darunter Augen­tropfen und Nasen­spray gegen Heuschnupfen.

Mittel gegen Juck­reiz

Der Wirk­stoff Hydrocortison zählt zu den Glucocorticoiden, die entzündliche Reaktionen dämpfen. Der Haut hilft das etwa bei Ekzemen und Juck­reiz. Manche Cremes sind rezept­frei erhältlich. Ohne Arzt höchs­tens zwei Wochen und nicht groß­flächig nutzen. Bei Kindern unter sechs Jahren immer den Arzt fragen.

Bei Sonnenbrand oder Insekten­stichen reicht oft Kühlen. Und sehr hilf­reich: Sonnen- und Mückenschutzmittel vorbeugend nutzen. Das erspart der Haut manche Strapaze.

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Verbands- und Hilfs­mittel

Neben rezept­freien Medikamenten sind in der Haus­apotheke auch Verbands- und Hilfs­mittel sinn­voll:

  • Wund­pflaster
  • Mull­binden und -kompressen
  • Verbands­klammern und Sicher­heits­nadeln
  • Rollenpflaster
  • Dreieck­tuch
  • Einmalhand­schuhe
  • Kalt/Warm-Kompresse (oft im Gefrierfach zu lagern)
  • Pinzette
  • Schere
  • Zeckenzange, -karte oder Ähnliches
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