Haus- und Grund­besitzer­haft­pflicht Test

Viele Haus­besitzer brauchen besonderen Haft­pflicht­schutz. Zum Glück ist der nicht allzu teuer: Güns­tige Versicherungen gibt es bereits ab 30 Euro im Jahr. Ein Blick in die aktuellen Test­tabellen ist aber wichtig und zahlt sich aus: Manche Versicherer verlangen fünf­mal so viel wie die güns­tigsten Anbieter.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

Eigentümer haften für Schäden

Eigentum verpflichtet – und führt mitunter zu kost­spieligen Auseinander­setzungen. Denn Eigentümer von Immobilien müssen für die Folgen gerade­stehen, wenn anderen Menschen in ihrem Haus oder auf ihrem Grund­stück etwas passiert oder fremde Sachen beschädigt werden. Vor den finanziellen Folgen schützt eine Haft­pflicht­versicherung. Der Ver­sicherer springt ein, wenn ­Eigentümer fahr­lässig ihre Verkehrs­siche­rungs­pflichten verletzt haben und ein Passant schwer verunglückt, zum Beispiel weil

  • der Haus­eingang schlecht beleuchtet ist,
  • der Eigentümer bei Reparatur­arbeiten ­eine Treppe mangelhaft abge­sichert hat,
  • der Gehweg nicht vom Schnee befreit ist.

Forderungen in Millionenhöhe möglich

Der Versicherer zahlt auch, wenn Eigen­tümer fahr­lässig ihre Instandhaltungs­pflicht verletzen und sich deshalb Gebäudeteile ­lösen oder Ziegel herunter­fallen. Er über­nimmt die Krankenbe­hand­lungs­kosten des Verletzten, Schmerzens­geld und Verdienst­ausfall. Unter Umständen kommt er auch für eine lebens­lange Rente des Verunglückten auf. Solche Forderungen können in die Millionen gehen. Ohne Versicherungs­schutz müssen Eigentümer den Schaden nicht nur mit ihrem aktuellen, sondern auch mit ihrem künftigen Vermögen bezahlen.

Nicht jeder braucht Extra­schutz

Haus­eigentümer, die ihre Immobilie ausschließ­lich selbst bewohnen, sind über ihre private Haftpflichtversicherung ausreichend geschützt. Die Versicherung deckt auch Schäden rund um ein selbst­genutztes Eigenheim ab. Die spezielle Haus- und Grund­besitzer­haft­pflicht ist hingegen für Vermieter von Häusern oder Wohnungen und für Eigentümer­gemeinschaften wichtig. Der Schutz der Privathaft­pflicht­police reicht für sie nicht. Auch Eigentümer unbe­bauter Grund­stücke brauchen Extra­schutz.

Weitere Risiken absichern

Knapp die Hälfte der Versicherer bietet Wohnungs­eigentümer-Gemeinschaften (WEG) güns­tigere Spezial­tarife im Vergleich zum Normal­tarif an. Wer ehren­amtlich für die Wohnungs­eigentümer­gemeinschaft Aufgaben über­nimmt, sollte sich zusätzlich mit einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung absichern. Ebenfalls nicht über die klassische Haft­pflicht­versicherung abge­sichert sind die Risiken eines Heiz­öltanks: Kommt es durch auslaufendes Heizöl zu einem Schaden, ist eine separate Gewässerschaden-Haftpflichtpolice vonnöten – sowohl für Vermieter als auch für Eigentümer. Gute Angebote gibt es ab 23 Euro im Jahr.

Große Preis­unterschiede im Test

Im Test der Haus- und Grund­besitzerhaft­pflicht-Versicherungen hat Finanztest große Preis­unterschiede fest­gestellt. Für ein Zweifamilien­haus mit 200 Quadrat­meter Gesamt­wohn­fläche kostet der Schutz im güns­tigsten Fall 30 Euro im Jahr für eine Versicherungs­summe von 3 Millionen Euro. Beim teuersten Anbieter zahlen Eigentümer 160 Euro – ohne dafür mehr Leistung zu bekommen. Guten Schutz für ein Mehr­familien­haus mit sechs Wohnungen und insgesamt 480 Quadrat­metern Wohn­fläche gibt es ab 46 Euro Jahres­beitrag.

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