Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht Test

Passiert leicht. Unversehens bricht ein Eiszapfen ab und ­verletzt einen Menschen ...

Ein Vermieter braucht sie genauso wie der Eigentümer einer Wohnung und der Besitzer eines unbebauten Grundstücks: die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Haftpflicht für Haus- und Grundbesitzer

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 400 000 Immobilien vererbt. Wer sein Erbe vermieten will, muss sich nun um den passenden Versicherungsschutz kümmern. Eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung ist für ihn unerlässlich.

Alle Vermieter brauchen die Police, egal ob sie ein Mehrfamilienhaus besitzen, ein Einfamilienhaus vermieten oder eine Wohnung. Aber auch Eigentümer selbstgenutzter Wohnungen und Besitzer unbebauter Grundstücke müssen eine haben.

Denn wenn im Treppenhaus, im Garten oder vor dem Gebäude jemand zu Schaden kommt, haftet der Eigentümer. Eine Police deckt das ­finanzielle Risiko ab.

Der Versicherer zahlt, wenn ein loser Dachziegel einen Passanten trifft oder ein parkendes Auto beschädigt. Er springt ein, wenn ein an einer Dachrinne festgefrorener Eiszapfen abbricht und den Nachbarn verletzt oder wenn ein Besucher auf dem nicht gestreuten Grundstück ausrutscht und sich ein Bein bricht.

Die Privathaftpflichtversicherung des Hauseigentümers kommt dafür nicht auf. Solche Schäden deckt sie nur rund um ein selbstgenutztes Einfamilienhaus ab.

Große Preisunterschiede

Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht Test

... oder ein Besucher stürzt im zugestellten Treppenhaus. Der Hauseigentümer ist vor Schadenersatzansprüchen geschützt – wenn er eine Versicherung hat.

Die Preisunterschiede für die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung sind groß. Das günstigste Angebot für ein Zweifamilienhaus macht Asstel: 29 Euro im Jahr. Beim teuersten getesteten Anbieter, der GHV Darmstadt, kostet die Police für die gleiche Versicherungssumme mit 110 Euro mehr als dreimal so viel.

Bei beiden Anbietern bekommt der Kunde für den genannten Preis eine ausreichend hohe Versicherungssumme von 3 Millionen Euro. Im Durchschnitt kostet ein Schaden die Versicherer zwar „nur“ rund 2 100 Euro. Doch im schlimmsten Fall kann er für den Hauseigentümer zur finanziellen Katastrophe werden. Davor muss er sich schützen.

Mindestens 3 Millionen Euro

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Vorsorgen. Wer im Winter den Schnee nicht räumt, muss für Schäden haften. Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht übernimmt die Kosten.

Stürzt ein Besucher auf der maroden Treppe so unglücklich, dass er erwerbsunfähig wird, muss der Hauseigentümer mit Geldforderungen in Millionenhöhe rechnen: ­Behandlungskosten, Schmerzensgeld und eine lebenslange Rente.

Deshalb sollte die Versicherungssumme nicht niedriger sein als 3 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden.

Nicht alle Versicherer bieten dies an, beispielsweise Arag und Itzehoer. Deshalb kommen sie in unserer Tabelle nicht vor. Dagegen haben andere Anbieter wie zum Beispiel der Volkswohl Bund seit unserer letzten ­Untersuchung nachgebessert und die Versicherungssumme auf mindestens 3 Millionen Euro erhöht.

Allmählichkeitsschäden

Ein guter Versicherer kommt auch für Allmählichkeitsschäden auf. So heißen im Versicherungsdeutsch Schäden, die sich erst allmählich zeigen: Der Versicherte hat beispielsweise bei Renovierungsarbeiten aus Versehen eine Wasserleitung anbohrt, sodass mit der Zeit ein Wasserschaden entsteht. Die meisten Versicherungsgesellschaften in unserem Test kommen dafür auf (siehe Tabelle).

Sie stehen auch für Schäden ein, die bei kleineren Bauvorhaben entstehen. Bis zu einer festgelegten Bausumme – bei vielen Versicherern bis 50 000 Euro, bei anderen sogar unbegrenzt – sind sie mit der vollen Versicherungssumme des Vertrags abgesichert. Dann kann sich der Versicherte ­eine eigene Bauherren-Haftpflichtpolice sparen, wenn er im Haus eine Sauna oder einen Wintergarten einbaut.

Eigentümergemeinschaft spart

Viele Gesellschaften machen Eigentümergemeinschaften günstigere Angebote. So liegt der Beitrag für ein Mehrfamilienhaus beim günstigsten getesteten Anbieter, der Haftpflichtkasse Darmstadt, bei 43 Euro.

Die Wohnungseigentümer sollten das Geld für eine Police unbedingt investieren. Denn die Privathaftpflichtversicherung der einzelnen Eigentümer zahlt zwar, wenn jemand innerhalb der Wohnung selbst zu Schaden kommt. Sie zahlt jedoch nicht, wenn im Treppenhaus, auf dem Gehsteig oder im Garten etwas passiert.

Für unbebaute Grundstücke

Wer nur ein unbebautes Grundstück versichern will, muss wesentlich weniger Beitrag überweisen als ein Hauseigentümer. Dennoch sind auch hier die Preisunterschiede sehr groß.

So kostet der Schutz für ein bis 1 200 Quadratmeter großes Grundstück und ­eine Versicherungssumme von 3 Millionen Euro beim günstigsten getesteten Anbieter CosmosDirekt 15 Euro. Der teuerste, die Allianz, verlangt mit 93 Euro mehr als das Sechsfache. Diesen Schutz braucht zum Beispiel jeder, der eine brachliegende Wiese gekauft hat, die er vielleicht in einigen Jahren als Baugrundstück nutzen will.

Im Schadensfall muss der Versicherte die Versicherungsgesellschaft innerhalb einer Woche informieren. Ansonsten kann die Gesellschaft die Zahlung verweigern.

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