Hauptversammlungen Meldung

Viele Aktionäre werden nicht mehr von ihrer Bank auf Hauptversammlungen vertreten.

Immer weniger Banken nehmen das Stimmrecht für die Aktionäre unter ihren Kunden auf den jährlichen Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften wahr.

Zu Jahresbeginn gaben die Landesbanken bekannt, dass sie künftig keine Aktionäre auf Jahreshauptversammlungen vertreten wollen. Ärgerlich kann dies vor allem für Sparkassenkunden sein, die wollten, dass die Bank ihr Stimmrecht erhält. Denn sie wurden bislang durch die Landesbanken vertreten.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken vertreten seine Mitglieder auch nur noch in Einzelfällen Aktionäre auf Hauptversammlungen. Bislang hatten die meisten ihrer Kunden die Möglichkeit, das Stimmrecht mit einer Vollmacht auf ihre depotführende Bank zu übertragen.

Auch für Anleger, die ihr Aktiendepot bei einem Discountbroker oder einer Direktbank haben, sieht die Situation nicht besser aus. Das hat eine Umfrage von Finanztest unter Direktbanken und Discountern ergeben. Von den 18 befragten Brokern übernehmen nur die Deutsche Bank maxblue und comdirect die Stimmrechtsvertretung auf Hauptversammlungen.

Die großen Geschäftsbanken hingegen bieten diesen Service weiter für ihre Kunden an.

Anlegerschützer sind verärgert über den Rückzug der Banken von den Jahreshauptversammlungen. „Diese Entwicklung führt dazu, das immer weniger Kleinaktionäre ihr Stimmrecht wahrnehmen“, kritisiert Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK).

Nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) haben bei Unternehmen wie Adidas, BASF oder der Deutschen Bank im Jahr 2002 deutlich unter 20 Prozent der Aktien gereicht, um eine Hauptversammlungsmehrheit zu erzielen. Die Mehrheit ist entscheidend für die Wahl des Aufsichtsrats und der bestellt den Vorstand.

Aktionäre, die nicht selbst an Hauptversammlungen teilnehmen wollen, müssen ihre Stimmen nicht verfallen lassen. Sie können sich an einen der Anlegerschutzvereine (siehe Tabelle) wenden. Diese übernehmen die Vertretung kostenlos. Nähere Informationen stehen auf ihren Internetseiten.

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