Anleger der Hanseatischen AG (HAG) und der Euro Kapitalbeteiligungs AG (EKAG) können sich nun doch noch über Steuervorteile freuen. Das Finanzamt Hamburg-Harburg muss in ihrer Steuererklärung nachträglich Verluste in Höhe von 60 Prozent der vom Anleger im Beitrittsjahr gezahlten Beteiligungssumme anerkennen. Das hat das Finanzgericht Hamburg für alle Klagen atypisch stiller Gesellschafter des Vertragstyp S entschieden (verschiedene Aktenzeichen).

Wie berichtet, hatten etwa 60 Kläger Musterverfahren angestrengt, nachdem ihnen das Finanzamt Hamburg-Harburg die Steuervorteile für ihre ohnehin verlustreichen Beteiligungen versagt hat­te. Zur Begründung führte die Behörde unter anderem an, die Geschäftsleitung der Firmen hätte nie die Ab-sicht gehabt, Gewinne zu erzielen. Das ­konnten Anleger jedoch nicht wissen.

Eine schriftliche Urteilsbegründung lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Die Revision hat das Finanzgericht nicht zugelassen. Dennoch wird eine Beschwerde gegen das Urteil beim Bundesfinanzhof nicht ausgeschlossen. Das würde die Rechtskraft der Urteile weiter verzögern.

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