Schadenersatz in Höhe von rund 24.000 Mark plus 9 Prozent Zinsen muss ein Vermittler an eine Anlegerin zahlen, weil er sie nicht umfassend über Beteiligungsverträge der Hanseatischen AG (HAG) in Hamburg informiert hat (Az. 2 O 370/99, nicht rechtskräftig).

Anstatt der Anlegerin und ihrem Ehemann zu offenbaren, dass ihm keine objektiven Informationen zu dem Anlageobjekt vorlagen, habe er von einer sicheren Anlage mit guter Rendite gesprochen. Dabei habe er den Eindruck vermittelt, diese Überzeugung beruhe auf seiner objektiven Information über den wirtschaftlichen Stand des Unternehmens.

Zwar seien die Aufklärungspflichten des Vermittlers, der für die Empfehlung der HAG-Beteiligungen eine Provision kassierte, nicht mit denen eines unabhängigen individuellen Beraters zu vergleichen, urteilte das Landgericht Marburg. Allerdings hätte der Vermittler ungeachtet des werbenden und anpreisenden Charakters seiner Aussagen richtig und vollständig über die Anlage in atypisch stille Beteiligungen informieren müssen.

Der Vermittler muss allerdings nicht den ganzen Schaden in Höhe von 31.000 Mark ersetzen, weil der Ehemann der Anlegerin, der bereits zehn Tage nach Vertragsabschluss negative Berichte über die HAG in der Presse las, intensiver hätte nachfragen müssen. Das Urteil wurde von dem Kölner Rechtsanwalt Tomas Strobel erstritten.

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