Kostenfallen erkennen

Hand­ytarife Test

Egal ob Vertrag oder Prepaid – in manchen Situationen können Telefonnutzer in eine Kostenfalle tappen. Hier finden sie Beispiele von typischen Fallen.

Kostenfalle „Unechtes Prepaid“

Der eng­lische Begriff „Prepaid“ steht eigentlich für voraus­bezahltes Guthaben. Der Nutzer kann damit nur den Betrag abtelefonieren, den er vorher aufgeladen hat. So etwas ist ideal zur Kosten­kontrolle. Einige Anbieter lassen aber auch Anrufe zu, wenn das Guthaben bereits verbraucht ist. Tarife, bei denen das passieren kann, sind in den Tabellen des Produktfinder mit dem Hinweis „unechtes Prepaid“ markiert. In der Suche können Sie die Ergebnis­tabellen nach diesem Merkmal filtern und zum Beispiel schauen, ob ihr Wunsch-Tarif davon betroffen ist. Häufiger Grund für unechtes Prepaid: Die Anbieter kaufen Minuten­kontingente bei einem der vier Netz­betreiber ein. Die Rechnungs­daten erhalten sie aber nicht in Echt­zeit, sondern erst einen Tag später. Im Moment des Telefonats weiß der Anbieter also nicht, wie viel Geld noch zum Telefonieren übrig ist. Auch bei Gesprächen im Ausland oder beim Anrufen von Service­rufnummern kann das Guthaben über­zogen werden. Die entstandenen Kosten treibt der Anbieter dann per Last­schrift oder Kreditkarte ein. Hat der Nutzer eine auto­matische Aufladung einge­stellt, verliert er restlos den Über­blick – Kosten­kontrolle ade. Im schlimmsten Fall häufen sich Beträge von mehreren Hundert Euro an, ohne dass der Nutzer es merkt. Bei echten Prepaid-Angeboten dagegen ermitteln die Anbieter die Rechnungs­daten in Echt­zeit und unter­brechen ein Gespräch, wenn das Guthaben aufgebraucht ist.

Kostenfalle „Fehlende Daten­flatrate“

Mit modernen Smartphones können Nutzer längst viel mehr anfangen, als nur telefonieren: Internetsurfen, Musikhören, E-Books lesen, E-Mails schreiben oder Navigieren. Durch tausende von kleinen und oft kostenlosen Zusatz­programmen, den Apps, wird das Handy zum Tausend­sassa. Selbst wer die Internet­funk­tionen seines Smartphones nicht nutzt, kommt um eine Daten­flatrate nicht herum. Der Grund: Die installierten Programme greifen oft auf das Internet zu, ohne dass Nutzer etwas bemerken. Bei einer Daten­flatrate ist das kein Problem. Der Nutzer bezahlt eine monatliche Pauschale und hat dafür ein bestimmtes Daten­kontingent mit maximaler Download­geschwindig­keit frei zur Verfügung. Hat der Nutzer aber keine Daten­flatrate, wird jedes Megabyte an Daten­verkehr einzeln abge­rechnet, oft zu horrenden Preisen. Die Kosten belaufen sich dann schnell auf mehrere Hundert Euro.

Tipps: Wenn Sie sich ein Smartphone kaufen, dann prüfen Sie die Konditionen für das Surfen im Internet bei Ihrem laufenden Vertrag. Ältere Tarife beinhalten oft keine Daten­flatrate – und dann wird es sehr teuer, wenn Sie mit dem Gerät ins Internet gehen. Und Achtung: Wirbt ein Anbieter mit den Worten „Inklusives Daten­volumen“, dann ist es keine Daten­flatrate (Glossar). Wenn Sie das Inklusiv-Volumen über­schreiten, müssen Sie mit zusätzlichen Kosten für jedes weitere verbrauchte Megabyte rechnen.

Kostenfalle „Telefonieren und Surfen im Ausland“

Nehmen Urlauber das Handy mit ins Ausland, kann es teuer werden. In anderen Länder gelten nicht die gleichen Tarif­konditionen wie in Deutsch­land. Das Handy wählt sich in ein fremdes Hand­ynetz ein, es entstehen Roaming­gebühren. Ein Urlaubs­gruß per SMS oder ein kurzer „Bin gut gelandet“-Anruf ist dadurch deutlich teurer als zuhause. Immerhin: Inner­halb der EU wurden die Roaming­kosten mitt­lerweile gedeckelt. Für deutsche Kunden im EU-Ausland heißt das: Anrufe aus dem EU-Ausland dürfen jetzt nicht mehr als 35 Cent pro Minute kosten (inklusive Mehr­wert­steuer). Ankommende Anrufe kosten maximal 10 Cent die Minute. Der Empfang von SMS im Ausland ist kostenlos, eine SMS zu verschi­cken kostet maximal 9 Cent. Eine Preis­deckelung gibt es auch beim Daten­verkehr: Ein Megabyte darf nicht mehr als 83 Cent kosten. Das ist immer noch recht viel, allerdings gilt beim Daten­verkehr ein Maximal­betrag von 50 Euro plus Mehr­wert­steuer.

Tipp: Wenn Sie diese Kosten unbe­dingt vermeiden wollen, sollten Sie bei Ihrem Smartphone das Daten­roaming ausschalten. Die meisten Smartphones bieten diese Option in ihren Einstel­lungen. Teuer kann es auch werden, wenn die Mailbox im Urlaub einge­schaltet ist. Viele weitere Tipps rund um das Thema „Telefonieren im Ausland“ finden Sie in der Checkliste für den Urlaub.

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