Nur 8 Cent pro Gesprächsminute und SMS – das zahlen Kunden bei fünf Anbietern von Guthabentarifen. Doch für einige lohnt sich ein Vertrag bei O2 etwas mehr.

Die Drillisch Telecom sorgte im vergangenen Jahr mit ihrem Guthabentarif maxxim für Aufsehen. 8 Cent pro Minute und Textnachricht – damit unterbot sie alle anderen Handytarife auf dem Markt. Seine Rolle als alleiniger Spitzenreiter musste maxxim unlängst wieder aufge­ben: Die Mobilfunkanbieter discotel, Flexishop, igge & ko und solomo trumpfen nun auch mit günstigen Preisen auf. Ihre Kunden telefonieren ebenfalls für 8 Cent pro Minute in alle Netze. Bei igge & ko und solomo können Kunden mit anderen Kunden des gleichen Tarifs sogar für nur 5 Cent je Minute über Handy sprechen. Die Kurzmitteilungen kosten bei all diesen Anbietern auch nur 8  Cent in alle Mobilfunknetze. Bei diesen Tarifen wird über ein im Voraus eingezahltes Guthaben (Prepaid) abgerechnet.

Prepaid schlägt jetzt meist Vertrag

Die 8-Cent-Guthabentarife sind sowohl für Wenigtelefonierer als auch für Vieltelefonie­rer am günstigsten (siehe Tabellen). Bei den Vieltelefonierern haben die günsti­gen Guthabentarife die Laufzeittarife in der Preis-Hitliste nun endgültig verdrängt. Es lohnt sich immer weniger, einen Vertrag über eine bestimmte Laufzeit abzuschließen. Der Trend war schon abzusehen (siehe Test Handytarife 9/2008), doch nun wimmelt es in der Tabelle nur so von Guthabentarifen. Wer rund 30 Minuten im Monat, also wenig telefoniert, für den liegen die Kosten bei 4,50 Euro laut Profil (siehe Tabelle). Vieltelefonierer mit 180 Gesprächsminuten im Monat sind ab 23 Euro dabei.

Für wen ein Vertrag günstiger ist

Anders beim Normaltelefonierer: Bei 90 Minuten ist der Laufzeitvertrag Inklusivpaket Online von O2 billiger als die Guthabentarife. Der Nutzer würde laut Profil 10 Euro im Monat zahlen. Doch mit 13 Euro im Monat stehen die 8-Cent-Tarife und zwei Laufzeitverträge – von E-Plus und Volkswagen – auch hier schon an zweiter Stelle. Da sich der Kunde mit einem Laufzeitvertrag für eine bestimmte Zeit – meist zwei Jahre – an ein Unternehmen bindet, kann er in dieser Zeit nicht zu einem günstigeren Tarif wechseln. Das geht nur bei einem Guthabentarif.

Durch Tarifvergleich Geld sparen

Bei einem Prepaidangebot gibt es keine Mindestvertragslaufzeit. Die Nutzer müssen für ein ausreichendes Guthaben sorgen, indem sie ihr Mobilfunkkonto immer wieder aufladen, oder sie wählen – sofern angeboten – die Option „automatisches Aufladen“. Sobald das Guthaben unter einen bestimmten Betrag fällt, wird dann eine zuvor festgelegte Summe vom Bank- oder Kreditkartenkonto abgebucht. Tipp: Prüfen Sie regelmäßig die Tarifangebote, auch wenn Ihnen das auf den ersten Blick mühselig erscheint. Wer noch einen alten Tarif besitzt, kann mit einem Wechsel oft Geld sparen.

30,72 Euro für die bisherige Nummer

Wer sich für einen neuen Mobilfunktarif entschieden hat, sollte einiges beachten. Ist der alte Vertrag ein Laufzeitvertrag? Dann muss die Kündigungsfrist eingehalten werden. Sonst verlängert sich der Vertrag automatisch – in der Regel um ein Jahr – und ist meist nicht vorzeitig auflösbar. Wer seine bisherige Handyrufnummer mitnehmen möchte, sollte sich informieren, ob das überhaupt möglich ist. Denn der neue Anbieter ist nicht verpflichtet, die gewünschte Rufnummer zu übernehmen. Wenn er es tut, können zusätzliche Kosten entstehen. Die verlangt aber meist nicht der neue Anbieter, sondern der alte – dafür, dass er die Rufnummer „freigibt“. Die Preise liegen zirka zwischen 20 und 30 Euro. Blau und callmobile verlangen für ei­ne Mitnahme zu einem Fremd­anbieter 24,95 Eu­ro, simyo und O2 genau 25 Euro. Mit 30,72 Euro sind discotel, maxxim und simply noch mal mehr als 5 Euro teurer. Bei Medion und Penny darf der Kunde seine bisherige Rufnummer von einem anderen Anbieter mittlerweile ebenfalls mitbringen.

Wer seine Nummer wechseln muss

Wer hinge­gen neuer Kunde von Fonic oder allmobility werden möchte, kann seine alte Handynummer nicht behalten. Von E-Plus zu Base ist die Rufnummernmitnahme ausschließlich bei Abschluss eines Laufzeitvertrags, nicht aber bei Prepaid möglich. Auch wer von maxxim zu simply – beides Drillisch Telecom – wechselt, kann seine bisherige Nummer nicht mitnehmen.

Wer einen Mindestumsatz verlangt

Einige Anbieter erwarten, dass ihre Prepaidkunden einen bestimmten Betrag im Monat „abtelefonieren“. Callmobile zum Beispiel stellt seinen Kunden 1 Euro pro Monat für die „Kontopflege“ in Rechnung, wenn sie ein geringeres Nutzungsaufkommen als 6 Euro in drei Monaten haben. Klarmobil setzt ab dem vierten Vertragsmonat einen Umsatz von 3 Euro pro Monat voraus. Ist das nicht der Fall, berechnet klarmobil ebenfalls 1 Euro im Monat. Und solomo schreibt zwar keinen Mindestumsatz vor, verlangt aber vom Kunden, das Guthaben innerhalb von 13 Monaten mindestens einmal aufzuladen. Sonst kündigt solomo den Prepaidvertrag. Tipp: Wenn Sie sich hauptsächlich anrufen lassen, sollten Sie vorher beim Mobilfunk-anbieter fragen, ob er einen Mindestumsatz verlangt. Falls ja, sollten Sie sich nach einem anderen umsehen. Sie sparen so unnötige Kosten. Für Vieltelefonierer ist ein Mindestumsatz unerheblich.

Vorsicht bei Sonderrufnummern

Egal ob Prepaid- oder Laufzeitvertrag: Sonderrufnummern wie 0 180 5 oder 11 818 kosten mehr als ein Anruf ins Festnetz oder andere Handynetze. Je nach Tarif verlangen die Anbieter unterschiedliche Preise. Bei Fonic kostet die Servicenummer 0 180 5 pro Minute 79 Cent, bei blau zwischen rund 35 und 87 Cent, je nach Uhrzeit. Das ist noch harmlos. Wer hingegen die Auskunft 11 818 wählt, zahlt bei blau 99 Cent pro Minute plus einen einmaligen Zuschlag von 75 Cent. Bei Fonic kostet der Anruf 2,49 Euro pro Mi­nute. Auf fünf Minuten gerechnet, kommt man auf die stattlichen Summen von 5,70 Euro oder 12,45 Euro. Tipp: Prüfen Sie vor dem Anruf, zum Beispiel im Internet, was die Sonderrufnummern in Ihrem Tarif kosten. Ein Anruf aus dem Festnetz kann günstiger sein.

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