Nicht jeder billige Anbieter fürs Telefonieren ist auch günstig für mobiles Surfen im Internet. Wir nennen passende Kombinationen.

Hand­ytarife Test

Einfach m.test.de in den Browser des Smartphones eingeben und die Seite der Stiftung Warentest erscheint.

Sie heißen Smartphones, auf deutsch schlaue Telefone, weil ihre Besitzer so viel damit machen können: Telefonieren, Fotografieren, Musikhören, E-Mails abrufen und Surfen. Doch sie brauchen auch einen smarten Nutzer, denn wer einfach drauflos­surft, läuft in die Kostenfalle.

Häufig sind Smartphones so konfiguriert, dass sie in Abständen auto­matisch online gehen, ohne dass es der Besitzer merkt. Der Tarif, nach dem dann abge­rechnet wird, kann schnell ins Geld gehen. Kunden sollten deshalb selbst einen Tarif auswählen.

Wir haben güns­tige Angebote fürs Telefonieren ermittelt (Tabelle) und zeigen die passenden Datentarife fürs Surfen. Wechseln kann jeder, der nicht in einem Vertrag gebunden ist oder der seinen alten Tarif bald kündigen kann. Auch für Smartphone-Nutzer, die sich vor einiger Zeit einen Spar­tarif gesucht haben, kann sich ein Tarif-Check lohnen. Die damals guten Angebote müssen heute nicht mehr vorn liegen.

Telefonieren günstig, Surfen teuer

Güns­tige Anbieter von Guthaben­tarifen (Prepaid­tarifen) zum Telefonieren bieten leider häufig teure Internet­tarife. Das zeigen unsere Tabellen zum Beispiel für 7komma7.

Der 7komma7-Sprach­tarif im D1-Netz ist für unsere Modell­telefon­kunden günstig: Unser Normaltelefonierer, der 90 Minuten jeden Monat spricht und 50 SMS schreibt, zahlt dafür 12 Euro. Unser Wenigtelefonierer gibt sogar nur 4,50 Euro aus (). Das ist gut. Aber wehe, die Kunden gehen mit dem Tarif ins Internet und benötigen ein Daten­volumen von 100 Megabyte, wie wir es für den Normalsurfer unterstellen. Dafür verlangt 7komma7 in seinem Volumen­tarif 33,40 Euro. Das ist sehr teuer.

Für dieses Geld geht unser Normalsurfer gerade mal an zehn Tagen im Monat ins Internet. Er verschickt 55 E-Mails, davon 20 mit Anhängen von 1 Megabyte, ruft 45-mal Fußballergebnisse, Verkehrs- und Wetterlage oder die Fahr­plan­auskunft ab und lädt vier Videos und zweimal Musik herunter.

100 Megabyte für 3,90 Euro

Das beste Internet­angebot für unseren Wenig- und Normaltelefonierer macht Blau.de. Die Option 100 Megabyte Daten­paket kostet nur 3,90 Euro im Monat. Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Das dazu­gehörige Netz E-Plus ist lang­samer als die anderen.

Der güns­tige Tarif von Blau.de ist ein Volumen­tarif. Hier zahlt der Kunde für die angefallene Daten­menge.

Die zweite Variante ist die Flatrate, die es für einen festen Preis im Monat gibt. Damit kann der Nutzer surfen so viel er will.

Wer oft mit dem Smartphone online ist, fährt mit einer Flatrate viel güns­tiger als mit einem Volumen­tarif. Ein gutes Kombiangebot hat Free­netmobile. Die 500-MB-Daten­flatrate kostet 9,95 Euro und 330 Gesprächs­minuten 28,00 Euro, zusammen 37,95 Euro.

Flatrate­kunden sollten allerdings wissen, dass die Anbieter die Über­tragungs­geschwindig­keit ab einer bestimmten Daten­menge deutlich senken, in der Branche heißt das „Band­breitendrosselung“.

Wir haben nur Tarife berück­sichtigt, die erst ab 200 Megabyte verzögern. Für Normalnutzer reicht das völlig. Free­netmobile bremst sogar erst ab 500 Megabyte.

Richtig wechseln

Tarife für mobile Daten­dienste werden immer güns­tiger. Kunden mit Prepaid­tarifen brauchen ihr Guthaben einfach auf und wechseln dann, andere Tarife haben Mindest­lauf­zeiten bis zu drei Monaten. Wechselwil­lige mit Vertrags-Smartphone schauen auf die Kündigungs­frist in ihrem Vertrag. Die müssen sie einhalten. Die Kündigung schi­cken sie per Einschreiben mit Rück­schein und lassen sie schriftlich bestätigen.

Selbst wenn der Kunde ein neues Handy will und es nur mit einem Vertrag günstig bekommt, kann es sinn­voll sein, wenn er es teurer bei einem freien Händler kauft und einen güns­tigen Tarif dazu wählt.

Beispiel Der Vertrag „Super-Flat Internet“ von Vodafone für 54,95 im Monat erscheint für Vielnutzer attraktiv. Das Smartphone Nokia N8 kostet dann nur 79,90 Euro. Alles in allem werden über die Mindest­lauf­zeit von 24 Monaten 1 399 Euro fällig.

Beim Elektronikhändler kostet das Nokia rund 500 Euro. Zusammen mit der güns­tigen Tarif­kombination von Free­netmobil für das O2-Netz aus unserer Tabelle zahlt der Kunde über zwei Jahre 1 411 Euro.

Das sind zwar 12 Euro mehr als im Vertrags­angebot, doch dort lauern Zusatz­kosten. Fürs Telefonieren sind nur 120 Minuten frei. Jede Minute danach kostet 29 Cent in fremde Mobil­funk­netze. Außerdem ist der Vertrags­kunde zwei Jahre gefangen. Der Kunde mit der Internetflatrate von Free­netmobile kann schon nach einem Monat aussteigen, wenn eine andere güns­tiger ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 871 Nutzer finden das hilfreich.