Viele Handynutzer fühlen sich von Netzbetreibern und Diensteanbietern regelrecht ausgenommen. Mit der richtigen Taktik lässt sich allerdings eine Menge Geld sparen. test sagt Ihnen, wie Sie nicht länger über Fallstricke stolpern.

Auch wenn das Handy nicht gleich zur Schuldenfalle wird – Geld frisst es allemal. Doch die Kosten für mobiles Telefonieren lassen sich in den Griff bekommen. test hilft dabei.

Fallstrick 1: Der falsche Tarif

Manch ein Tarif wirkt märchenhaft günstig. Doch übereiltes Handeln rächt sich oft. Beispiel: Minigrundpreis und 9 Cent pro Minute für Wochenendanrufe ins Festnetz sprechen für den Tarif – der Kunde unterschreibt. Später wird ihm klar, dass er am Wochenende selten mobil, sondern meist vom Festnetzanschluss telefoniert. Stattdessen nutzt er das Handy, um während der Woche Kontakt zu seiner berufstätigen Frau zu halten, die E-Plus-Kundin ist. Für Anrufe in ihr Netz sieht sein Tarif tagsüber aber stolze 79 Cent vor.

Tipp: Überlegen Sie vor (!) der Tarifwahl, welcher Nutzertyp Sie sind. Mithilfe der Checkliste (siehe „Ihr Nutzerprofil“) können Sie sich einem der vier Profile in den Tabellen zuordnen. Dort finden Sie die jeweils billigsten Tarife. test bietet sie auch fortlaufend aktuell im Infoabruf an.

Fallstrick 2: Der Mindestumsatz

Der Mindestumsatz ist Teil der Kosten, die auf jeden Fall zu bezahlen sind. Er kann zum Grundpreis dazukommen oder ihn „ersetzen“. Bestimmte Gesprächskosten werden auf ihn angerechnet. Anrufe zu Servicerufnummern oder SMS zum Beispiel sind aber oft davon ausgenommen.

Tipp: Falls Sie Ihren Mindestumsatz in der Regel nicht „vertelefonieren“, sollten Sie beim nächsten Vertrag lieber ein Angebot mit reinem Grundpreis wählen.

Fallstrick 3: Der Minutentakt

Wer häufig Telefonate unter einer Minute führt, muss auf eine Abrechnung im Sekunden- oder 10-Sekunden-Takt Wert legen. Denn beim 60/1-Takt wird die erste Minute voll berechnet. Auch ungünstig für Kurzgespräche: der 60/30-Takt. Die erste Minute zählt voll, dann wird alle 30 Sekunden der halbe Minutenpreis fällig.

Tipp: Oft lässt sich für ein paar Euro mehr im Monat ein günstigerer Takt zu einem Vertrag dazukaufen.

Fallstrick 4: Unpassende Option

Optionen sind zum Beispiel sehr günstige Preise für Telefonate zu einer Wunschvorwahl oder innerhalb eines Vorwahlbereichs. Manche Optionen lassen sich gratis dazuwählen, andere (wie billige SMS-Pakete) kann man dazukaufen.

Tipp: Überprüfen Sie, ob die gewählte Option noch Ihrem Telefonierverhalten entspricht. Sonst gegen Gebühr umbestellen (bei Inklusivoption) oder kündigen und andere dazukaufen (bei Zusatzoption).

Fallstrick 5: Minutenpakete

Seit einigen Monaten werben die Anbieter mit Minutenpaketen zum Pauschalpreis. Günstig sind sie nur, wenn das Paket optimal genutzt wird. Ungenutzte Inklusivminuten verfallen (außer: bei fast allen E-Plus-Paketen). Das und hohe Preise außerhalb des Pakets oder saftige Aufpreise für Anrufe in Fremdnetze schlagen teuer zu Buche. Dann liegen andere Tarife vorn.

Tipp: Das Paket sollte möglichst genau auf Ihr Telefoniervolumen, Ziele und Zeiten passen. Sonst bei Normaltarifen bleiben.

Fallstrick 6: Kartenhandy

Ein Handy mit Guthaben, das im Voraus bezahlt wird (Prepaid), eignet sich ausschließlich für Einsteiger sowie Jugendliche zur Kostenkontrolle (siehe „Kredite für die Klingelton-Sucht“). Alle anderen zahlen drauf.

Tipp: Sie sind vor ein paar Jahren als Neuling mit Guthabenkarte eingestiegen, telefonieren heute aber mehr als 25 Minuten im Monat? Für Sie macht sich mittlerweile ein Vertrag bezahlt.

Fallstrick 7: Vertrag mit Gratis-Handy

Fotohandy für 1 Euro? Das ist nur möglich, weil die Anbieter die Kosten für eigentlich mehrere Hundert Euro teure Modelle über die Verträge wieder reinholen.

Tipp: Wenn Sie ein Handy haben – verzichten Sie bei Vertragsabschluss auf ein neues. Dafür zahlen Sie weniger Grundpreis oder erhalten Gesprächsguthaben. Auch in unseren Tabellen sind unter den Erstplatzierten viele Angebote ohne Handy.

Fallstrick 8: Gebrandete Handys

Immer mehr Handys sind „gebrandet“, das heißt, eine ihrer Tasten ist mit dem Zugang zum kostenpflichtigen Diensteangebot des Netzbetreibers belegt.

Tipp: Informieren Sie sich vorher genau über die Nachteile gebrandeter Handys.

Fallstrick 9: Handy im Ausland

Telefonieren aus dem Ausland ist teuer: Gespräche aus europäischen Urlaubsländern ins deutsche Festnetz kosten bis zu 2,67 Euro pro Minute. Selbst für Angerufene werden bis 69 Cent fällig. Auch keine Dauerlösung: Pauschalpreise aus mehreren Ländern.

Tipp: Stellen Sie immer das günstigste Partnernetz vor Ort ein („Einstellungen“, „Netz/Netzinfo“, „manuelle Netzwahl“).

Fallstrick 10: Teure Premium-SMS

SMS sind eine günstige Art, zu kommunizieren. Das trifft jedoch nur auf normale Kurznachrichten zu, die in deutschen Netzen höchstens 19 Cent kosten. Um ein Vielfaches teurer sind SMS, mit denen sich zum Beispiel Logos oder Klingeltöne bestellen lassen. Diese „Premium-SMS“ kosten meist bis zu 3 Euro pro Stück, manchmal auch mehr. Über den Versand dieser speziellen SMS an eine fünfstellige Nummer bezahlt der Nutzer für den Klingelton. Netzbetreiber, Diensteanbieter und Subunternehmen verdienen daran.

Tipp: Achten Sie bei allem, was per SMS zu bezahlen ist, auf den Preis. Bei Printanzeigen steckt er oft in den Fußnoten. T-Mobile sperrt Premium-SMS auf Wunsch.

Fallstrick 11: SMS-Flirtdienste

Richtig teuer wirds, wenn Jugendliche sich verleiten lassen, über SMS-Kontaktbörsen zu chatten. Denn wer Premium-SMS im Minutentakt verschickt, ist schnell 50 Euro los. Gehen Sie davon aus, dass Ihre Flirtpartner Computer oder professionelle Chatter sind.

Tipp: Von SMS-Chats die Finger lassen.

Fallstrick 12: Lockanruf oder -SMS

Der Handynutzer erhält eine SMS von einem „alten Freund“ mit der Bitte um Antwort oder Rückruf. Neugier wird teuer: Die Antworten sind Premium-SMS oder Anrufe auf 0190-Nummern. Auch Rückrufe auf „Anruf in Abwesenheit“ können zu 0190er-/Auslandsnummern führen.

Tipp: Lesen Sie SMS ganz durch. Oft steht der Preis am Schluss, manchmal erst nach einigen Leerzeilen. An der Preisangabe erkennen Sie die Premium-SMS. Da nicht immer ein Preis genannt wird, gilt: Nur reagieren, wenn Sie den Anrufer kennen. Wenn Sie Freunde immer ins mobile Adressbuch eingeben, wird bei Anrufen der Name angezeigt und Sie wissen sicher, wer es ist. Übrigens: Bei Vodafone zahlt der Anrufer dafür, dass der Angerufene bei ausgeschalteter Mailbox eine Benachrichtigungs-SMS bekommt. Will der Vodafone-Kunde Anrufern die Kosten ersparen, kann er dies unter 1212 abbestellen.

Fallstrick 13: Abobestellungen

Besonders Jugendliche tappen in diese Falle: Sie wollen schnell per Handy oder Internet einen Klingelton bestellen und schließen prompt ein Abo ab. Wer Anzeigen nur überfliegt oder bei der Passworteingabe das „Sonderangebot“ (50 Prozent auf alle Spiele für nur 3,49 Euro!) überliest, dessen Konto leert sich ab jetzt Monat für Monat um diesen Betrag, bis er kündigt.

Tipp: Prüfen Sie Ihre Rechnung. Vielleicht sind Sie Abonnent wider Willen. Kündigen Sie sofort SMS und Stichwort.

Fallstrick 14: Multimedia-Nachrichten

Mit dem Kamerahandy Fotos knipsen und ab zu den Lieben – das kostet derzeit ab 39 Cent pro MMS. Richtig kostspielig wird es aus dem Ausland: 1,99 Euro für Multimedia-Nachrichten aus Ferienländern wie Thailand sind keine Ausnahme. Und im Ausland kostet auch ihr Empfang.

Tipp: Wer sichergehen will, dass Bildqualität und -ausschnitt so ankommen wie abgesandt, darf sie nur zwischen denselben Handytypen verschicken. Alle anderen sollten Ansichtspostkarten vorziehen.

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