Schuldenfalle Handy: Kredite für die Klingelton-Sucht

Guthabenkarten für Jugendliche erleichtern Kostenkontrolle

Risiko Rechnung. Jedes zweite deutsche Kind um die 12 Jahre hat ein eigenes Handy, unter den 13- bis 22-Jährigen sogar 84 Prozent, so eine Studie des Instituts für Jugendforschung. Parallel dazu steigt die Verschuldung junger Menschen. Einige Hundert bis Tausend Euro Rechnungsbetrag sind keine Seltenheit, so die Erfahrung bei Schuldnerberatungen und Verbraucherzentralen. Eine Möglichkeit, das Risiko zu minimieren: über ein aufladbares Gesprächsguthaben telefonieren, das vorab bezahlt wird („pre“-paid). Handys mit dieser Bezahlvariante heißen Prepaid- oder Kartenhandy, weil das Aufladen über Karte mit Freirubbel-Nummer funktioniert.

Beim Mobilfunkvertrag, dagegen bindet sich der Nutzer in der Regel für 24 Monate und muss monatlich einen festen Betrag entrichten. Diesen Vertrag darf ein Minderjähriger nicht abschließen. Doch oft „schenken“ Eltern den Vertrag, weil die Gesprächsgebühren niedriger sind als bei Prepaid – was fehlt, ist eine Kostenbegrenzung. Bei Prepaid dagegen gilt: Ist kein Geld da, kann nicht aufgeladen und nicht telefoniert werden. So können junge Menschen ein Gefühl für die Kosten entwickeln. Der aktuelle Kontostand lässt sich mit „*100#“,„Hörer abnehmen“ aufrufen.

Ist der geübte (!) Nutzer dann 18 und die Finanzierung auf Dauer gesichert, kann er auf einen passenden Vertrag umsteigen – ohne Angst vor der ersten Rechnung.

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