Handytarife Test

Handys entwickeln sich immer mehr zu Multi-Media-Maschinen. Das Telefonieren wird zur Nebensache. Hersteller verkaufen Geräte mit MP3-Player, Fotofunktion und polyphonen Klingeltönen. Mobilfunkbetreiber locken hingegen mit so genannten gebrandeten Handys. Sie packen präparierte Software drauf, die das Abrufen von Infos leicht machen soll. Was sie nicht verraten: Der leichte Zugriff ist verdammt teuer. Stiftung Warentest hat 14 Mobiltelefone getestet. Neun mit Kamera und fünf ohne Fotofunktion. Außerdem: Die besten Handytarife.

Zu diesem Thema bietet test.de aktuellere Tests: Handys und Handytarife

Eine Taste - eine Funktion

Technisch gesehen sind gebrandete Handys nichts Besonderes. Funknetzbetreiber lassen von den Herstellern eine Taste belegen, mit der Kunden direkt zum Info-Portal der Mobilfunkfirma gelangen wie zum Beispiel „Vodafone live“. Ein Knopfdruck genügt und das Portal öffnet sich. Um deutlich zu machen, dass Kunden ein gebrandetes Handy kaufen, kleben die Betreiber ihr Firmenlogo aufs Handy. Drei der getesteten Modelle hatten zum Beispiel das rote Vodafone-Label: Panasonic X60, Samsung Z105 und Sharp GX30. Wer diese Modelle labelfrei haben will, muss den vollen Preis bezahlen.

Viele Fehlgriffe - viele Euros

Ökonomisch gesehen sind gebrandete Handys für die Mobilfunkbetreiber ein Riesengeschäft. Und für die Kunden eine echte Falle. Denn sobald der Handybesitzer auf diesen Knopf drückt, stellt er eine Verbindung ins Internet her. Ab diesem Zeitpunkt tickt der Gebührenzähler. Der Knopf ist prominent platziert. Nutzer laufen dadurch Gefahr, ihn versehentlich zu drücken. Die Betreiber könnten dadurch einige Millionen Euro kassieren, ohne dass Nutzer diese Dienstleistung beanspruchen wollten.

Gebrandet wird abgewertet

Enttäuschendes Ergebnis: Nutzer können ihre gebrandeten Handys nicht oder nur mit einigen Tricks „entschärfen“. Zum einen ist das Logo ins Gehäuse eingearbeitet. Zum anderen können Handybesitzer den Portalknopf nicht programmieren. Wer den Mobilfunkbetreiber wechseln und sein altes Gerät behalten will, bekommt wahrscheinlich Probleme: Er muss es manuell umstellen. Diese Fehlfunktion schlägt sich aufs Gesamturteil nieder: Die Stiftung Warentest hat gebrandete Handys abgewertet.

Teure Fotografie

Ebenso unerfreulich wie das „Brandmarken“ der Handys ist die eingeschränkte Übertragung von Fotos auf den PC. Dass die Hersteller immer mehr auf Fotohandys setzen, kommt auch den Funknetzbetreibern zugute. Denn sie spekulieren darauf, dass ihre Kunden aufgenommene Fotos per MMS verschicken für mindestens 39 Cent. Nun nutzen zwar viele Kunden ihr Mobiltelefon auch als Kamera. Doch nicht alle wollen das Bild per teuere MMS verschicken, sondern erst einmal auf dem Computer speichern. Von dort aus könnten pfiffige Handynutzer das Foto günstig per E-Mail verschicken.

Knipsen und schicken

Das Ganze ist eine prima Sache, wenn das Handy die Übertragung zulässt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, per Schnittstelle Fotos zu transferieren: zum Beispiel USB, Infrarot und Bluetooth. USB-Schnittstelle haben nur die beiden UMTS-Handys Samsung Z105 für 900 Euro und Siemens U15 für 980 Euro. Das Siemens-Modell überzeugt in diesem Punkt vollends: Es hat alle drei Anschlüsse. Das Nokia 6230 und Vodafone Sharp GX30 zeigen, wie es noch gehen kann. In diesen Handys stecken Speicherkarten, die Nutzer in ihren Computer schieben und so die Daten lesen können.

Die besten Handys und Tarife

Fazit: Nokia 6230, 6820 und 7200 liegen mit „Gut“ (2,2) an der Spitze. Die von Vodafone gebrandeten Handys Panasonic X60, Sharp GX30 und Samsung Z105 kamen durch die Abwertung nur auf ein „Befriedigend“. Wer beim Handykauf spart, sollte auch den günstigsten Tarif wählen. Stiftung Warentest zeigt die besten Handytarife im Produktfinder.

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