So testet die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest bewertet Multimedia­handys und Smartphones in acht Disziplinen: Telefon, Internet und PC, Kamera, Ortung und Navigation, Musikspieler, Hand­habung, Stabilität sowie Akku. Die Noten in den Disziplinen werden Gruppen­urteile genannt. Aus den acht Gruppen­urteilen ergibt sich das test-Qualitäts­urteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest testet und bewertet.

Multimedia­handys und Smartphones im Test

Handys und Smartphones testet die Stiftung Warentest gemein­sam mit Verbraucher­organisationen aus Belgien, Frank­reich, Italien, Spanien, Portugal, den Nieder­landen sowie einigen skandinavischen Ländern. Die Geräte werden anonym im Handel einge­kauft. Weder Presse­muster noch Vorserien­modelle kommen in den Test.

Video: So testen wir Smartphones

Die interes­santesten der aufwendigen Tests im Video.

Preise

Der Produktfinder zeigt Online-Preise ohne Versand­kosten. Die Preise ermittelt der Online­dienst idealo.de. In der Einzel­produkt­ansicht zeigen wir zudem Laden­preise an, die wir in regel­mäßigen Abständen in einer über­regionalen Handels­erhebung ermitteln. Der Stand der jeweiligen Preis­angabe wird für jedes Produkt ange­zeigt.

Unter­suchungen

Alle subjektiven – also nicht auf Messungen beruhenden – Bewertungen werden jeweils von drei Experten vorgenommen.

Telefon: 15 %

Smartphone-Test Test

Die Sprach­verständlich­keit messen wir an einem Kunst­kopf mit nachgebildetem Ohr und Mund (links). Bei der Messung der Sende­leistung simuliert eine künst­liche Hand den Einfluss der Hand des Nutzers (rechts).

Sprach­qualität: Wir messen die Sprach­qualität in beide Richtungen (Hören und Sprechen) in einem simulierten UMTS-Netz sowohl mit als auch ohne Umge­bungs­lärm. Dabei ermitteln wir mit einem Kunst­kopf mit geeigneter Mund- und Ohrnach­bildung in einem reflexions­armen Raum die Über­tragungs­güte nach den Verfahren „POLQA/P.863“ (Perceptual Objective Listening Quality Analysis).

Netz­empfindlich­keit: Wir betreiben das Handy in einer reflexions­armen Frei­feld­kabine mit Phantom­hand und künst­lichem Kopf in einem simulierten GSM-Netz und messen, bei welcher Sende­leistung des Netzes die Verbindung abreißt. Zudem bestimmen wir die maximale Sende­leistung des Handys mittels einer 2D-SAR-Messung (spezi­fische Absorptions­rate). Auch bewerten wir, wie stark die Sende­leistung des Handys einbricht, wenn es dabei an der hierfür empfindlichsten Stelle berührt wird.

SMS: Wir bewerten, wie gut sich SMS-Text­nach­richten empfangen, lesen, eingeben, senden, bearbeiten und löschen lassen.

Internet und PC: 15 %

Surfen: Wir bewerten in Praxis­tests mit verschiedenen Websites das Navigieren (URL-Eingabe, Bookmarks, Link-Aufruf, Scrollen, Zoomen, Auswählen) und die Leistungs­fähig­keit (Darstellung, Geschwindig­keit) beim Surfen im Internet.

E-Mail: Wir prüfen die Funk­tion und Hand­habung beim Einrichten von E-Mail-Konten und beim Empfangen, Lesen und Schreiben von Mails.

Backup auf PC: Wir bewerten die vom Anbieter des jeweiligen Handys bereit­gestellten Möglich­keiten, von wichtigen Daten auf dem Handy (unter anderem Adress­buch­einträge, Text­nach­richten, Anruf­listen, Apps und App-Daten, Fotos und Musik) ein Backup auf dem PC zu speichern und die Daten daraus wieder­herzu­stellen.

Kamera: 15 %

Smartphone-Test Test

Mit der Haupt­kamera auf der Hand­yrück­seite machen wir mehrere Fotos unter anderem von einer Test­tafel (links). Wie wirk­sam ein Handy das Bild stabilisiert, prüfen wir bei Foto- und Video­aufnahmen in einem Versuchs­aufbau, bei dem sogenannte Schwin­gerreger eine zitt­rige Hand simulieren (rechts).

Foto bei normaler Beleuchtung: Im Auto­matikmodus mit maximaler Auflösung fotografieren wir eine Test­tafel und bewerten das Ergebnis subjektiv und auto­matisiert mittels einer Test-Software hinsicht­lich Auflösung, Bild­schärfe, Kontrast, Verzeichnung, Farb­wieder­gabe, Farbrauschen und Licht­empfindlich­keit. Zusätzlich bewerten wir subjektiv Porträt- und Still­leben­aufnahmen sowie Aufnahmen mit Zoom.

Foto bei geringer Beleuchtung: Wir bewerten subjektiv Fotos einer Szene in einem abge­dunkelten Innenraum (10 Lux), die auch ein bewegtes Objekt enthält, mit und ohne Blitz. Dabei prüfen wir mithilfe von mehr­achsigen Schwin­gerregern auch, wie wirk­sam der Bild­stabilisator arbeitet.

Auslösever­zögerung: Wir messen Auslösezeit, Fokussierungs­zeit sowie die Zeit zwischen mehreren in direkter Folge ausgelösten Aufnahmen.

Video: In einem Kamera­schwenk filmen wir eine unterschiedlich ausgeleuchtete Szene mit ruhigen und bewegten Objekten und bewerteten subjektiv die Video- und Tonqualität. Dabei bewerten wir auch die Zoom-Funk­tion. Zudem prüfen wir mithilfe von mehr­achsigen Schwin­gerregern, wie wirk­sam der Bild­stabilisator arbeitet.

Selfie mit Frontkamera: Wir bewerten subjektiv ein Foto der Frontkamera von einer Szene mit einer Testpuppe im Vordergrund.

Ortung und Navigation: 10 %

In Praxis­tests bewerten wir die Schnel­ligkeit und Genauigkeit der Ortung und die Routenführung mit der mitgelieferten Navigations­software (unter anderem Funk­tions­umfang, Ziel­eingabe, Verhalten beim Abweichen von der vorgegebenen Route). Auch die Eignung des einge­bauten Laut­sprechers für Navigations­ansagen fließt in die Bewertung ein.

Musikspieler: 5%

Die Klangqualität bewerten wir in Hörtests mit Klang­proben aus den Genres Pop und Klassik über die mitgelieferten Ohrhörer und mit hoch­wertigem Kopf­hörer. Sind keine Kopf­hörer mitgeliefert, fließt dies negativ in die Bewertung ein.

Hand­habung: 20 %

Wir bewerten subjektiv die Gebrauchs­anleitung und Hilfe­funk­tion (Lesbarkeit, Verständlich­keit, Voll­ständig­keit), die Inbetrieb­nahme (Registrierungs­prozess) und das Display (unter anderem Schärfe, Lesbarkeit, Kontrast, Farbdarstellung, Blick­winkel). Weiterhin bewerten wir das Menü und die Bedienung von Tastatur beziehungs­weise Touchs­creen, Telefon (unter anderem Gesprächs­annahme, Entsperren, Wählen, Telefon­buch), Kamera (unter anderem Aufnehmen, Löschen, Speichern) und Musikspieler (Starten, Stoppen, Lautstärke­regelung, Navigieren zu Musikstücken, Play-Listen) und Gerä­tee­instel­lungen. Hier fließen auch Tests zur Rechen­leistung ein. Außerdem bewerten wir den Trans­port (unter anderem Gewicht und Abmessungen).

Stabilität: 5 %

Smartphone-Test Test

In der Fall­trommel durch­laufen die Handys 100 Stürze (links). Neben der Kratz­festig­keit von Display und Gehäuse prüfen wir auch die des Kamera­fens­ters (Mitte). Alle Handys werden fünf Minuten lang beregnet. Die meisten über­stehen das problemlos (rechts).

Wir prüfen die Pass­genauigkeit und Solidität von Gehäuse, Kontakten und Anschlüssen.

Auch testen wir, wie kratz­fest Display und Gehäuse sowie das Kamera­fenster sind. Die Kratz­festig­keit von Display und Gehäuse prüfen wir dabei vermittels einer Ritzhärte­prüfung in Anlehnung an ISO 1518.

Die Bruch­festig­keit prüfen wir in einer Fall­trommel in Anlehnung an DIN EN 60068–2–31. Dabei bewerten wir, welche Beschädigungen nach 50 und nach 100 Stürzen aus 80 cm Fall­höhe auf einen Steinboden auftreten. Bei Geräten, denen der Anbieter eine Schutz­hülle beilegt, führen wir diese Fall­tests sowohl mit als auch ohne diese Hülle durch.

Außerdem beregnen wir die Handys liegend in Anlehnung an DIN EN 60 529 je fünf Minuten mit 1 mm/min Wasser und prüfen direkt im Anschluss sowie gegebenenfalls nach 24 und noch einmal nach 48 Stunden die Funk­tion.

Handys, die laut Anbieter nach DIN EN 60 529 als wasser­geschützt (mindestens IPX7) zertifiziert sind, unterziehen wir zudem einem Tauchtest, dessen Dauer und Tauchtiefe sich nach der jeweiligen Zertifizierung beziehungs­weise den Angaben des Anbieters richtet. Direkt im Anschluss sowie gegebenenfalls nach 24 und noch einmal nach 48 Stunden prüfen wir die Funk­tion.

Akku: 15 %

Smartphone-Test Test

Ein Roboter­arm spielt ein stan­dardisiertes Nutzungs­szenario solange durch, bis der Akku leer ist.

Ein Industrieroboter führt das folgende Nutzungs­szenario solange durch, bis der Akku leer ist und sich das Handy ausschaltet: Pro Stunde 7,5 Minuten ein YouTube-Video über WLan abspielen, 1,25 Minuten per GPS navigieren, 2,5 Minuten telefonieren, fünf Fotos aufnehmen, zwei Benach­richtigungen empfangen. Die restliche Zeit bleibt das Gerät im Standby (WLan und GPS an, Bluetooth aus). Wir bewerten die resultierende Betriebs­dauer.

Außerdem bewerten wir die Ladedauer des Akkus und die Schnell­ladefunk­tion (Akku­kapazität nach 15 Minuten Aufladen).

Wenn sich der Akku vom Anwender nicht wechseln lässt, fließt dies negativ in die Bewertung ein.

ABWERTUNGEN

Abwertungen sorgen dafür, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen setzen wir ein:

  • Telefon: Ab ausreichender Note für die Sprach­qualität werten wir das Urteil für Telefon ab.
  • Kamera: Ab mangelhafter Note für Fotos bei normaler oder geringer Beleuchtung sowie ab mangelhafter Auslösever­zögerung werten wir die Kamera ab. Ab ausreichender Kamera (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Ortung und Navigation: Ab ausreichender Note (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Hand­habung: Ab mangelhafter Note für Gebrauchs­anleitung und Inbetrieb­nahme oder ausreichendem Display werten wir die Hand­habung ab. Ab ausreichender Hand­habung (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Stabilität: Ab ausreichender Note für Stabilität (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Akku: Ab ausreichender Note für den Akku (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.

Sind die Urteile gleich oder nur wenig schlechter als diese Noten, ergeben sich nur geringe negative Auswirkungen. Je schlechter das Urteil ausfällt, desto stärker wirkt der jeweilige Abwertungs­effekt.

Änderungen im Prüf­programm

Die Stiftung Warentest über­arbeitet ihre Prüfungen regel­mäßig, um sie an die tech­nische Entwick­lung anzu­passen. Im Produktfinder sind die Handys darum nach verschiedenen Test­projekten sortiert. Ein solches Projekt umfasst jeweils alle Geräte, die nach demselben Prüf­programm getestet wurden. Die Noten von Handys aus unterschiedlichen Test­projekten sind nicht direkt miteinander vergleich­bar. Die wichtigsten Änderungen:

Vor Juni 2018

Prüfungen: Vor Prüfung der im Juni 2018 veröffent­lichten Geräte haben wir den Hand­ytest in einigen Punkten über­arbeitet:

  • Telefon. Vor 2018 bewerteten wir bei der Netz­empfindlich­keit noch nicht, wie stark die Sende­leistung abnimmt, wenn das Gerät an der zuvor ermittelten, empfindlichsten Stelle berührt wird.
  • Internet und PC. Vor 2018 bewerteten wir Surfen und E-Mail etwas weniger streng.
  • Kamera. Vor 2018 berück­sichtigten wir bei Fotos bei normaler Beleuchtung noch nicht die Anmutung von absicht­lich unscharfen Hintergründen bei Porträt-Aufnahmen („Bokeh-Effekt“). Bei Video prüften wir noch nicht das Zoomen beim Filmen.
  • Hand­habung. Die Tests zur Bedienung von Tastatur beziehungs­weise Touchs­creen stellten wir vor 2018 als eigenes Urteil dar. Seit 2018 fließt diese Prüfung in das Urteil „Menü und Bedienung“ ein. Vor 2018 umfasste das Urteil „Menü und Bedienung“ auch noch keine Tests zur Entsperrung per Gesichts­erkennung und zur Rechen­leistung und floss darum mit einer geringeren Gewichtung in das Urteil zur Hand­habung ein.
  • Stabilität. Da vor 2018 bei keinem der geprüften Handys eine Schutz­hülle zum Liefer­umfang gehörte, führten wir bis dahin Fall­tests ausschließ­lich ohne solche Hüllen durch.

Vor April 2016

Abwertungen. Vor April 2016 werteten wir bei ausreichender Sprach­qualität oder mangelhaften Fotos bei normaler oder geringer Beleuchtung nicht ab.

Prüfungen. Vor Prüfung der im April 2016 veröffent­lichten Geräte haben wir den Hand­ytest in einigen Punkten grund­legend über­arbeitet:

  • Telefon. Vor April 2016 maßen wir die Sprach­qualität nicht mit dem POLQA- (Perceptual Objective Listening Quality Analysis), sondern mit dem älteren PESQ-Verfahren (Perceptual Evaluation of Speech Quality).
  • Kamera. Vor 2016 führten wir nur eine subjektive und noch keine zusätzliche auto­matisierte Bewertung der Fotoqualität bei normaler Beleuchtung durch. Die Bild­stabilisierung bei Fotos bei geringer Beleuchtung und bei Videos prüften wir vor April 2016 weniger aufwendig (ohne Schwin­gerreger). Die Qualität von Selfies der Frontkamera haben wir vor 2016 nicht geprüft.
  • Internet und PC. Neben lokalen Backup-Möglich­keiten am PC haben wir bis April 2016 auch die Online-Backup- und Synchronisations­möglich­keiten per Cloud bewertet.
  • Stabilität. Die Bruch­festig­keit wurde vor April 2016 nur mit 50 statt mit 100 Stürzen in der Fall­trommel getestet. Die Kratz­festig­keit des Kamera­fens­ters wurde nicht geprüft. Ein Tauchtest für Handys, die laut Anbieter wasser­fest sind, war noch nicht Bestand­teil des Tests.
  • Akku. Die Akku­lauf­zeit haben wir vor April 2016 nicht mithilfe eines Industrieroboters ermittelt, sondern anhand der Akku­kapazität sowie des Strom­verbrauchs in unterschiedlichen Betriebs­zuständen errechnet.

Vor Juni 2014

Abwertungen. Die Auslösever­zögerung wurde vor Juni 2014 milder bewertet und deshalb schon ab der Note „Ausreichend“ abge­wertet.

Gruppen­gewichtung. Vor Juni 2014 flossen die Ergeb­nisse der Kamera und des Musikspielers jeweils mit 10 Prozent in die Gesamt­wertung ein.

Bewertungen. In etlichen Prüf­punkten sind die Bewertungen der tech­nischen Entwick­lung entsprechend strenger geworden. So war zum Beispiel die Bewertung der Sprach­qualität und Netz­empfindlich­keit und des Akkus vor Juni 2014 weniger streng.

Prüfungen. Bei der Kamera wurde vor Juni 2014 noch nicht die Zoomqualität und die Bild­stabilisierung geprüft.

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TestSmartphone-Test08.11.2018
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