Handys im Auto Meldung

Ab dem 1. Februar sind Telefonate im Auto ohne Freisprechanlage verboten. Wer trotzdem mit dem Handy telefoniert, zahlt ab 1. April 60 Mark Strafe.

Nach langem Zögern hat der Gesetzgeber endlich gehandelt. In Zukunft darf im Auto nur noch mit Freisprechanlage telefoniert werden: Während des Gesprächs müssen die Hände frei bleiben. Der Fahrer darf das Handy weder zum Telefonieren noch zum Bedienen in die Hand nehmen, solange das Fahrzeug rollt oder der Motor läuft. Viele Autofahrer wollen nun Fahrzeug und Handy aufrüsten.

Freisprechanlagen lassen sich entsprechend der Funktionsweise in drei Typen einteilen: Universallösungen für den Zigarettenanzünder, Mikrofon und Kopfhörer (Headsets) mit Zusatzgeräten und fest eingebaute Anlagen.

Nicht empfehlenswert

Handys im Auto Meldung

Headsets sollten nur mit Außenantenne und Handyhalterung verwendet werden.

Abzuraten ist von Freisprechanlagen zum Anschluss an den Zigarettenanzünder (ab etwa 40 Mark). Sie sind zwar preiswert, leicht zu installieren und oft für diverse Handytypen geeignet ­ funktionieren aber nicht gut. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest vom Januar 2000 belegt, dass ein normales Telefongespräch wegen schlechter Übertragungsqualität oft nicht möglich ist. Der Gesprächspartner ist kaum zu verstehen, klingt abgehackt. Schon bei stehendem Fahrzeug kann man nur Gespräche nach dem Walkie-Talkie-Prinzip führen: Übertragen werden immer nur die Worte eines Gesprächsteilnehmers, der andere muss warten (Halbduplex-Modus). Auf die Dauer irritiert das sehr und lenkt den Fahrer in gefährlichem Maße vom Verkehr ab.

Vom Gesetzgeber erlaubt

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Headsets sollten nur mit Außenantenne und Handyhalterung verwendet werden.

Vom Gesetzgeber erlaubt sind Headsets mit Zusatzgeräten. Mikrofon und Ohrhörer zum Anstecken ans Handy: Preis für ein Headset etwa 100 Mark.

Diese Lösung ist preiswert, recht einfach zu installieren und funktioniert passabel ­ sofern der Nutzer eine Handyhalterung (ab etwa 20 Mark) und eine Außenantenne verwendet. Beim Telefonieren sind beide Hände frei, das Handy muss zum Bedienen nicht in die Hand genommen werden und die Außenantenne sorgt in Gegenden mit schwacher Netzabdeckung für brauchbaren Empfang. Darüber hinaus verringert sich auch die Strahlenbelastung im Auto. Externe Antennen gibt es als Klemmantenne fürs Fenster, mit Magnetfuss fürs Dach oder auch zum Festeinbau (je nach Modell ab etwa 50 Mark).

Beachten Sie

: Einige Handys haben keine Anschlussbuchse für eine Außenantenne und sind damit für hochwertige Freisprechanlagen nicht zu benutzen (zum Beispiel Benefon Twin Dual Sim, Ericsson R310s, Motorola v3690, Nokia 3210, Nokia 8210, Nokia 8850, Samsung SGH-A 100). Die Halterung des Handys darf nicht im Öffnungsbereich des Airbags angebracht werden. Die Headset-Lösung hat allerdings bedeutende Nachteile. So ist zum Beispiel meist das Headsetkabel vom Ohr zum Handy, das in die Halterung gesteckt, ist sehr kurz ­ das schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Außerdem stört schon bei kurzen Gesprächen der Hörknopf im Ohr.

Bislang ungeklärt ist, welche technischen Voraussetzungen ein Headset erfüllen muss. Hochwertige Freisprechanlagen zum Festeinbau tragen das e1- Siegel, mit dem der Anlage besondere elektromagnetische Verträglichkeit attestiert wird. Viele Autohersteller erlauben nur den Festeinbau von Geräten mit e1-Siegel. Fraglich ist bislang, ob ein Headset inklusive Halterung als "Festeinbau" gilt und daher dieses Siegel haben muss, oder ob es "nur" transportables Handyzubehör darstellt, das in Verbindung mit einer externen Antenne ohne weiteres verwendet werden darf. Wir werden über die weitere Entwicklung berichten.

Ein anderer Schwachpunkt ist die Ablenkung: Beim Bedienen des Handys in seiner Halterung sieht der Fahrer für einige Sekunden nicht oder nur sporadisch auf die Fahrbahn. Weniger stark abgelenkt ist der Fahrer, wenn er ein Handy mit Sprachwahl verwendet, das auf Zuruf den gewünschten Teilnehmer wählt. Diese Funktion kann meist auch mit einem Headset genutzt werden.

Empfehlenswert

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Freisprechanlage zum Festeinbau.

Fest eingebaute Freisprechanlagen mit externer Antenne sind technisch zu empfehlen. Allerdings gibt es sie erst ab etwa 300 Mark, hinzu kommen Einbaukosten von rund 350 Mark. Die Geräte sind in der Regel direkt mit der Stromversorgung des Autos verbunden, die Kabel zu Lautsprecher, Mikrofon und Antenne werden meist hinter der Autoverkleidung verlegt. Die Handyhalterung wird an die Mittelkonsole des Fahrzeugs geschraubt. Ein kleiner Kasten (Kontrollbox) steuert Mikrofon und Lautsprecher. Er kann das Autoradio stumm schalten, wenn das Telefon klingelt (Muting). Die Außenantenne sorgt für guten Empfang. Der Einbau der Freisprechanlage erfordert Arbeiten an der Stromversorgung des Autos und sollte deshalb in einer Fachwerkstatt erfolgen.

Nachteil

: Freisprechanlagen für den Festeinbau sind nur für einen Handytyp ausgelegt. Wer sich später ein neues Handy besorgt, muss unter Umständen eine neue Freisprechanlage einbauen lassen, weil das neue Handy nicht auf den alten Steckplatz passt. Einige Hersteller bieten mittlerweile Anlagen zum Festeinbau an, die auf neue Handys umgerüstet werden können (zum Beispiel Funkwerk Dabendorf, Tel. 0 33 77/31 60 oder THB, Tel. 0 57 32/9 70 60).

Doch auch bei eingebauten Freisprechanlagen ist der Fahrer stark abgelenkt. Wer viel im Auto telefoniert, sollte sich eine fest installierte Anlage mit Sprachwahl kaufen. Preis: zirka 600 Mark plus 350 Mark Einbau. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest belegt, dass sprachgesteuerte Freisprecheinrichtungen den Fahrer deutlich weniger ablenken und weniger stressen als herkömmliche Modelle.

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