Handys Test

27 zum Teil recht empfindliche Telefon-Schönheiten im Test. Sie spielen Musik, speichern Daten auf herausnehmbaren Karten und machen mittlerweile auch ansehnliche Fotos.

Das Klapphandy Motorola V3 könnte man durchaus als schön bezeichnen. Es ist recht breit, aber sehr flach, aufgeklappt zeigt es ein gutes, großes Display. Statt erhabener Tasten hat es eine metallisch glänzende Folie. Doch die elegante Schönheit ist empfindlich: Sie hat den Falltest nicht überstanden. Bei dieser Prüfung musste das Handy wie alle anderen Modelle 50-mal aus einer Höhe von 80 Zentimetern auf eine Metallplatte fallen. Das erste V3 hatte nach 50 Stürzen ein kaputtes Display. Ein zweites zerlegte es gleich ganz: Das Handy brach in drei Teile auseinander. Obwohl beide Defekte erst gegen Ende der vorge­schriebenen Fallzahl auftraten, wurde das 600 Euro teure Motorola-Handy abgewertet und wanderte ans Ende der Testtabelle.

Dort stand bereits das Philips 855: Ein deutlich günstigeres Klapphandy, das nach der Fallprüfung äußerlich intakt war, aber kein Funknetz mehr fand.

Dass es auch anders geht, zeigt das Sharp V902. Dieses mit ungewöhnlicher Technik gefüllte Handy für das neue UMTS-Netz überstand Fall-, Feuchtigkeits- und Kratztest ohne Probleme. Haltbarkeit „sehr gut“: Telefon, Zwei-Megapixel-Kamera, Autofokus und Stereolautsprecher funktionierten auch nach den recht rauen Prüfungen einwandfrei.

Handys zum Schieben oder Drehen

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Motorola V3: Ein Modell brach während des Falltests in Stücke.

Alle drei genannten Mobiltelefone sind Klapphandys und gehören damit einer an sich recht robusten Bauform an, die sich immer stärker durchsetzt. Auch Marktführer Nokia bringt nach langem Zögern vermehrt Klapphandys wie das Nokia 7270 in den Handel. Wir hatten vier verschiedene Bauformen im Test.

Handy ohne Klappmechanismus: Früher störte oft die herausragende Antenne, doch mittlerweile ist sie fast immer ins Gehäuse integriert. Nachteile dieser Bauform: Tastatur und Display müssen sich den vorhandenen Platz teilen, bei kleinen Handys führt das oft zu winzigen Tasten und Anzeigen. Das Display zerkratzt recht schnell, da es im Unterschied zu Klapphandys nicht geschützt ist. Bestes Handy dieser Bauform im Test ist das Nokia 7260 für 299 Euro mit der Note „gut (2,2)“.

Klapphandy: Stärkste Gruppe im Testfeld, insgesamt 14 Modelle haben ein Scharnier in der Mitte. Das Display ist zumindest bei geschlossenem Handy gut gegen Kratzer geschützt. Tasten und Anzeige sind oft etwas größer als bei herkömmlichen Handys, da mehr Platz zur Verfügung steht. Nachteile: Zum Telefonieren muss das Handy aufgeklappt werden. Die Antenne ragt oft aus dem Gehäuse heraus. Bestes Klapphandy ist das Nokia 7270 für 470 Euro, „gut (2,2)“.

Schiebehandy („Slide“): Vier Modelle im Test: Panasonic X500, Samsung SGH- D500, Samsung SGH-E 810 und Siemens SL 65. Slide-Handys sehen auf den ersten Blick wie herkömmliche Mobiltelefone ohne Tastatur aus. Die Bauform ähnelt etwas einem Sandwich, bei dem sich beide Brotscheiben bis zu einem gewissen Punkt auseinander schieben lassen – dann erst ist auch die Tastatur zu sehen. Nachteil: Der Gleitmechanismus ist empfindlich gegenüber Sand und Staub. Nach dem Auseinanderschieben sind viele Schiebehandys etwas kopflastig, da der obere Teil mit dem Display schwerer ist als der untere mit der Tastatur. Die besten Werte erzielte Samsung SGH-D500: „gut (2,2)“, 550 Euro.

Drehhandy: Diese Bauform ähnelt der von Schiebehandys. Drehhandys haben am oberen Ende eine Befestigung, um die sich beide Handyhälften drehen lassen. Erst dann ist auch die Tastatur nutzbar. Diese Bauform ist bislang noch recht selten. Nachteil: Konstruktionsbedingt kann der Drehmechanismus beispielsweise bei Sand empfindlich sein. Einziger Vertreter dieser Gattung im aktuellen Test ist das SonyEricsson S700i für 600 Euro mit der Note „gut (2,3)“.

Mit Radio, Ohrhörer, Speicherkarte

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Ein anderes Exemplar hatte hinterher ein defektes Display.

Neben verschiedenen Bauformen kann der Kunde auch zwischen sehr unterschiedlichen Zusatzfunktionen wählen. 5 der 27 geprüften Mobiltelefone haben ein integriertes Radio (siehe Ausstattungstabelle). Zehn Modelle können MP3-Musik speichern und abspielen.

Fast jedes zweite der getesteten Handys wird mit einem Stereoheadset verkauft. Über diese kleine Ohrhörer-Mikrofon-Kom­­bi­nation kann der Nutzer Musik hören und auch telefonieren – im Auto zum Beispiel. Und die Handys werden zunehmend auch zum mobilen Datenspeicher, zum Beispiel für Fotos, Musik oder Klingeltöne. Immer mehr sind mit herausnehmbaren Speicherkarten ausgestattet. So werden alle UMTS-Handys unserer Testauswahl mit Speicherkarte geliefert, außerdem zwei Modelle für das herköm­m­liche GSM-Netz: SonyEricsson S700i und Nokia 6260. Das S700i empfiehlt sich als recht großes, aber vielseitiges Multimediahandy.

Mit 2-Megapixel-Kamera

Die Auflösung der eingebauten Digitalkameras nähert sich der herkömmlicher Digitalkameras an. Im Test hatten wir erstmals Handys mit 2-Megapixel-Kamera: das Sharp TM200 von T-Mobile und das UMTS-Handy Sharp V902 von Vodafone. Letzteres bietet auch einen „echten“ (optischen) Zoom. Die Bilder der Fotohandys werden immer hochwertiger.

Sorgenkind Fototransfer

Doch bei den Kosten für den Transfer auf einen PC tut sich wenig. Modelle wie LG C2200 eignen sich nicht als Ersatz für eine Digitalkamera, weil jedes Bild einzeln für mindestens 39 Cent pro Multimediamail (MMS) an den PC geschickt werden muss. Alle derartigen Handys sind im Prüfpunkt Fototransfer zum Computer „mangelhaft“ und werden im test-Qualitätsurteil um eine halbe Note abgewertet.

Praktisch sind dagegen Mobiltelefone mit Speicherkarten, sofern sie leicht zu ent­nehmen sind. Der Datentransfer zum PC dauert so nur Sekunden: Karte herausnehmen, in einen Speicherkartenleser stecken, kopieren, fertig (Kartenleser für den USB-Anschluss ab etwa 7 Euro). Von den Handys für das GSM-Netz war das SonyEricsson S700i in diesem Prüfpunkt am besten. Es hat eine leicht zugängliche Speicherkarte, kann Fotos aber auch per Bluetooth und Infrarot kostenlos an Computer oder Notebook übertragen.

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