Beim Abschluss von Handyverträgen können Kunden wählen, ob Sie einen Einzelverbindungsnachweis wünschen oder die Daten sofort gelöscht werden sollen. Doch was passiert bei der sofortigen Löschung, wenn es später Streit um die Rechnung gibt? Kundenfreundlich hat nun das Landgericht Memmingen entschieden, dass ein Mobilfunkunternehmen nicht allein deshalb aus der Beweispflicht ist, weil der Kunde die ­Daten löschen ließ (Az. 1 S 297/01).

Ein Vermerk im Kleingedruckten, dass dann „keine nachträgliche Prüfung“ mehr möglich sei, befreie das Unternehmen nicht von der Pflicht, im Streitfall zu beweisen, dass der Kunde berechnete Telefonate tatsächlich geführt habe. Kunden sind bei solchen Verträgen also auch aus dem Schneider, wenn sie die Datenlöschung selbst verfügt haben.

Den Kürzeren ziehen reklamierende Kunden nach Ansicht des Gerichts aber dann, wenn im Vertrag „eindeutig und unmissverständlich“ steht, dass Kunden nach Wahl der Löschoption bei Reklamationen die Beweispflicht haben.

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