Surfen noch teuer

Mobil surfen ist im Ausland immer noch teuer. Schon eine einzige E-Mail kann 25 Euro kosten. Der EU-Tarif deckelt zwar die Rechnung, macht das Surfen aber nicht billiger.

46 000 Euro für ein Video

46 000 Euro sollte ein deutscher Tourist im Jahr 2009 an seinen Mobil­funkanbieter zahlen, nachdem er in Frank­reich eine TV-Sendung auf sein Notebook geladen hatte. Der Chef der BILD-Zeitung, Kai Dieck­mann bekam eine ähnliche Rechnung von T-Mobile. Roaming-Kosten für das Hoch­laden von Daten. Dieck­mann hatte im Januar 2010 Urlaub in Marokko gemacht. Er drehte Urlaubs­videos und lud sie aus Marokko direkt in sein Weblog im Internet. Mit Hilfe seiner deutschen SIM-Karte. Ein teurer Fehler. Damit ist nun Schluss: Der EU-Tarif deckelt die Kosten.

Limit gilt auto­matisch

Das Limit von 60 Euro gilt auto­matisch. Seit 1. Juli 2010. Die EU schreibt drei Schutz­stufen vor: Eine SMS oder Mail mit den Preisen, eine Nach­richt, wenn 80 Prozent des Limits erreicht sind und schließ­lich die Abschaltung, wenn der Kunde das Limit erreicht. Die Nach­richt mit den Preisen bekommt der Kunde beim Einbuchen in das fremde Funk­netz. Im allgemeinen per SMS. Ist das Preis­limit erreicht, muss der Anbieter die Daten­verbindung trennen. Es sei denn, der Kunde wählt vorher eine andere Option für seine Daten­verbindungen. Die EU-Verordnung lässt Raum dafür: Es gibt Tarife ohne Abschaltung und auch Tarife ohne Limit. Für diese Tarife muss sich der Kunde dann aber bewusst entscheiden.

80 Cent pro Megabyte

Eine echte Preis­ober­grenze gibt es für Daten­verbindungen nicht. Nur intern: Die EU-Roaming-Verordnung legt das so genannte Vorleistungs­entgeld für Daten­roaming fest. Das ist der Preis, den der Mobil­funkanbieter an den fremden Netz­betreiber zahlen muss, wenn seine Kunden über das fremde Netz surfen. Ober­grenze derzeit: 80 Cent pro Megabyte, plus Mehr­wert­steuer. Am 1. Juli 2011 soll das Vorleistungs­entgeld für Daten­roaming auf 50 Cent pro Megabyte sinken. Die Ober­grenze gilt aber nur für die interne Abrechnung von Anbieter zu Anbieter. Der Kunde zahlt mehr. Bis zu 20 Euro für ein Megabyte sind durch­aus üblich. Außer­halb der EU sogar noch mehr!

EU-Daten­tarif ab 1. Juli 2012

Einen Maximal­preis – wie beim Telefonieren – soll es für Daten­verbindungen erst im kommenden Jahr geben. Die EU plant eine Ober­grenze von 90 Cent pro Megabyte. Zum 1. Juli 2012.

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