27.06.2011

Handy­kosten im Ausland: So können Sie sparen

Handykosten im Ausland Test

Telefonieren im Urlaub wird billiger. Ab 1. Juli gilt der neue EU-Tarif für Handy­gespräche im Ausland. Deutsche Anbieter kontern mit eigenen Tarifen. Die sind oft teurer. test.de gibt Tipps und sagt, worauf Sie im Urlaub achten sollten.

Zu diesem Thema gibt es einen neuen Test: Handytarife im Ausland

41 Cent pro Minute

Gute Nach­richt zum Ferien­beginn: Handy­gespräche im Ausland werden etwas billiger. Zumindest in Europa. Ab 1. Juli gilt der neue EU-Tarif. Die EU deckelt die Kosten und legt drei Preis­grenzen fest: Für Anrufe mit dem Handy, für einge­hende Anrufe und für SMS. Ein Anruf mit dem Handy kostet ab 1. Juli 2011 maximal 41 Cent pro Minute. Für einge­hende Gespräche zahlt der Handy­kunde höchs­tens 13 Cent pro Minute. Jede SMS die er verschickt kostet ebenfalls maximal 13 Cent. Alle Preise gerundet, inklusive Mehr­wert­steuer.
Tabelle: Eurotarif für Roaming

60 Euro im Monat

Bis zum 30. Juni 2011 galt der alte, teurere EU-Tarif: 46 Cent für Anrufe, 18 Cent für einge­hende Gespräche. Nur der Preis für eine SMS bleibt unver­ändert: 13 Cent pro SMS. Preis­grenzen für Foton­achrichten (MMS) gibt es noch nicht. Auch der Preis für Internet­verbindungen ist bisher nicht reguliert. Die Anbieter können den Endpreis für ihre Kunden frei gestalten. Die EU schreibt nur ein Limit für die Rechnung vor: Hat der Kunde keine andere Vereinbarung getroffen, darf der Mobil­funkanbieter höchs­tens 60 Euro im Monat für Daten­verbindungen kassieren.
Lesen Sie mehr: Kostenfalle Internet

EU-Tarif gilt nicht für alle

Der EU-Tarif soll Handy­kunden vor Horrorrechnungen schützen, wenn sie im Ausland surfen oder telefonieren. Doch er gilt nicht für alle Kunden. Die deutschen Netz­betreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und o2 bieten zusätzlich eigene Tarife, die sie verstärkt bewerben. o2 stellte seine Vertrags­kunden sogar auto­matisch auf die hausgemachte Reise-Option "My Europe Top" um. Auch T-Mobile lässt alle Kunden, die nichts anderes anfordern, auto­matisch in der Auslands­option Smart Traveller telefonieren. Wenigtelefonierer zahlen bei diesen Tarifen drauf. Dazu gleich mehr. Wer sparen will, muss vor der Reise klären, welcher Tarif für das eigenen Handy gilt: Der EU-Tarif oder die Auslands­option des deutschen Anbieters.

Hotline hilft weiter

Die Frage ist nicht einfach zu klären: Der EU-Tarif heißt bei den Anbietern nämlich nicht EU-Tarif. Die Netz­betreiber geben ihm eigene Namen: T-Mobile Welt­weit, Vodafone World, E-Plus Base Interna­tional und o2 Welt­zonen.
Tipp: Rufen Sie die Hotline Ihres Mobil­funk­betreibers an und fragen Sie nach dem EU-Tarif für Ihr Handy.

Hotlines 1Für Kunden
mit Vertrag
Für Kunden
mit Guthabenkarte
Telekom T-MobileKurz­wahl 22 02Kurz­wahl 22 02
Vodafone+49 172 / 12 220+49 172 / 12 220
E-Plus Base+49 163 / 11 40+49 177 / 11 47
o2+49 179 / 55 22 2+49 179 / 55 28 2
  • 1 Die folgenden Hotlines informieren über die Roaming­preise zu Ihrem Handy.

Options­tarife für Vieltelefonierer

Der EU-Tarif lohnt sich für Wenigtelefonierer und für kurze Gespräche (bis etwa 7 Minuten Dauer). Vorteil: Die Preise sind einfach und klar. Der Kunde zahlt pro Minute. Bei sekundengenauer Abrechnung. Nur die ersten 30 Sekunden zählen pauschal. Die Auslands-Optionen der deutschen Anbieter sind meist teurer. Der Kunde zahlt hier für jedes Gespräch einmalig 75 Cent (Verbindungs­gebühr). Jede Minute kostet dann 29 bis 30 Cent. Der Minuten­preis ist damit etwas billiger als im EU-Tarif, doch die Verbindungs­gebühr treibt den Preis insgesamt nach oben. Außerdem berechnen die Anbieter jede angebrochene Minute. Die Auslands­optionen der deutschen Anbieter lohnen sich deshalb nur für Vieltelefonierer, die viel und lange telefonieren. Die Options­tarife der Netz­betreiber heißen: T-Mobile Smart Traveller, Vodafone Reise­verprechen, E-Plus Base Reise­vorteil Plus und o2 Reise-Option My Europe Top.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Check­liste für den Urlaub

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