Das Telefonguthaben eines Prepaid-Handys darf auch dann nicht gelöscht werden, wenn das Konto über ein Jahr lang nicht aufgeladen wurde. Das hat das Landgericht München I entschieden (Az. 12 O 16098/05, nicht rechtskräftig) und damit eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Mobilfunkanbieters O2 für unwirksam erklärt.

Laut dieser Klausel verfällt das vorab bezahlte Handyguthaben nach 365 Tagen, wenn das Guthabenkonto nicht innerhalb des darauf folgenden Monats wieder aufgeladen wird. Das Gericht sah in diesem Vorgehen eine unangemessene Benachteiligung des Kunden. Denn es könne dazu führen, dass Guthaben von über 100 Euro ­verfielen.

Ein ähnliches Vorgehen ist auch bei anderen Mobilfunkanbietern üblich. O2 begründete seine Klausel vor Gericht damit, dass die ­Verwaltung der Guthaben inaktiver Kunden einen unzumutbaren Aufwand darstelle. Doch diesen Aufwand sah das Gericht nicht. Endgültig entschieden ist der Fall noch nicht, denn O2 ist gegen das Urteil in Berufung gegangen.

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