Handy von Aldi Schnelltest

Aldi macht mobil: Der Discounter verkauft ein Klapp-Handy von Medion für 139 Euro. Ohne Simlock. Das bedeutet: Vertrags- und Prepaidkunden verwenden weiterhin ihre Sim-Karte, die sie einfach in das Handy stecken. Medion hat das Mobilfunkgerät mit einer Digitalkamera und zwei Farbdisplays ausgestattet. Das Handy ist klein und leicht, klingelt polyphon und unterstützt Spiele mit Java-Funktion. Vergleichbare Handys von Markenherstellern kosten meist mehr als das Doppelte. Der Schnelltest sagt, ob bei Aldi ein Schnäppchen oder ein Flop wartet.

Klein und leicht, aber einfach verarbeitet

Bevor Aldi-Kunden mit dem Handy telefonieren können, müssen sie ihre Sim-Karte in die Halterung schieben. Sie sollten das vorsichtig tun, da sich das Plastik zwischen den beiden Metallschienen leicht verkanten kann. Drückt der Käufer dann mit Gewalt nach, könnte Halterung oder Karte kaputt gehen. Beim Einlegen der Sim-Karte zeigt sich, dass der Akku in den Deckel der Rückseite integriert ist. Durch diesen und andere Kniffe hat Medion das Handy so leicht und klein herstellen können. Nachteil: Einen besonders hochwertigen Eindruck macht das Gerät nicht.

Blendende Tastatur

Nach dem Aufklappen zeigt sich eine bekannte Tastaturanordnung: Die 12 Ziffer-Tasten sind klassisch drei mal vier verteilt. Allerdings sind sie in der mittleren, vertikalen Reihe etwas größer und mit einer Hintergrundbeleuchtung versehen. Die leuchtet in dunklen Räumen so stark, dass Benutzer die anderen Tasten nur schwer erkennen können. Die Dialog- und Kameratasten hat Medion ringförmig angeordnet. Problem: Die vier Tasten auf dem inneren Kreis sind recht klein, sodass der Daumen hin und wieder zu groß ist, um sie exakt zu treffen.

Verwirrende Navigation

Gemessen an den Maßen des Handys hat das Display eine ordentliche Größe. Erfreulich ist die Darstellung der Zahlen bei Eingabe einer Nummer. Sie sind im Vergleich zu anderen Handys sehr groß und somit gut lesbar. Weniger erfreulich ist das Design der Navigation. Die Symbole werden größer, wenn sie Benutzer auswählen und werden wieder kleiner, wenn zu einem anderen Symbol gewechselt wird. Diese Lupenfunktion verwirrt und macht das Navigieren unruhig.

Bei Anruf: Drangehen

Die Verwirrung geht weiter: Anrufe lassen sich annehmen, indem der Angerufene einfach das Handy aufklappt. Das ist zunächst einfach und praktisch. Auch zeigt das Außendisplay, wer gerade anruft. Der Angerufene kriegt allerdings ein Problem, wenn er das Gespräch ablehnen will. Denn dazu muss er das Handy aufklappen und auf die Auflegen-Taste drücken. Dann hat er das Gespräch aber bereits angenommen. Lösung: Den Antwortmodus in den Einstellungen ändern. Es gibt auch Positives: Beim Gespräch erlischt das Hauptdisplay schnell. Das spart Akku-Energie. Die Sprachverständlichkeit ist in Ordnung. Die Lautstärke kann der Telefonierer in einem weiten Bereich verändern. Nachteil: Lautes Mithören ist nicht möglich.

Mängel beim Fototransfer

Die SMS-Funktion hat Schwächen: Empfangenen Text bricht das Handy am Zeilenende an beliebiger Stelle um. Das erschwert das Lesen. Nummern aus einer empfangenen SMS lassen sich nicht weiter verwenden, also zum Beispiel nicht im Telefonbuch speichern. Auch die MMS-Funktion überzeugt nicht. Es ist umständlich, eine MMS zu verfassen. Erheblicher Mängel des Medion-Geräts: MMS ist die einzige Möglichkeit, die mit der eingebauten 480x640-Pixel-Kamera aufgenommenen Bilder zu versenden. Infrarot, Bluetooth, Speicherkarte, USB-Kabel: Fehlanzeige. In einem Vergleichstest ergäbe das „Mangelhaft“ für den Fototransfer. Weitere Folge: Die Fotofunktion würde auf „Ausreichend“ abgewertet.

Schwacher Akku

Wie zu erwarten, hält der Akku des Medion-Geräts nicht allzu lange. Nach drei Stunden Betriebsdauer bei hellem Display macht er schon schlapp. Ungefähr doppelt so lange hält der Akku beim Telefonieren durch, bevor er leer ist. Im Stand-by-Betrieb schafft das Handy knapp eine Woche.

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