Roaming Special

Pünkt­lich zur Urlaubs­zeit entfallen die Roaming­gebühren inner­halb der EU. Ab 15. Juni 2017 dürfen Mobil­funkanbieter keine zusätzlichen Kosten verlangen, wenn Kunden im Urlaub ein ausländisches Mobil­funk­netz nutzen. Dies gilt für alle 28 EU-Länder sowie Island, Liechten­stein und Norwegen. Kunden können dort zu Inlands­preisen telefonieren, simsen und surfen. Aber aufgepasst: Bei 9 von 16 Anbietern können dennoch Extra­kosten anfallen, wenn Kunden das Handy wie zu Hause nutzen.

Weniger Leistung im Urlaub

Wir wollten wissen, ob Urlauber nach dem Wegfall der Roaming­gebühren im Ausland tatsäch­lich sorglos zum Handy greifen können. Erhalten sie dort die gleichen Leistungen wie zu Hause? Wir haben 16 Anbieter befragt. Ergebnis: Neun der befragten Mobil­funk­unternehmen haben die Leistungen, die der Kunde im Ausland nutzen kann, einge­schränkt (Tabelle Mobilfunkanbieter). Einige Anbieter beschränken beispiels­weise die Nutzung von Community-Verbindungen im Ausland: Telefonieren Kunden desselben Anbieters in Deutsch­land miteinander, ist dies bei diesen Tarifen kostenlos oder güns­tiger. Im Ausland gelten diese Vergüns­tigungen zum Beispiel nicht bei Aldi, Edeka, Ross­mann oder Tchibo. Die Community-Verbindungen werden hier auf das gebuchte Volumen ange­rechnet oder sie kosten genauso viel wie andere Verbindungen auch.

Tipp: Die güns­tigsten Tarife finden Sie in unserer Datenbank Handytarife auf test.de.

Die wichtigsten Tipps

Vertrag. Prüfen Sie vor dem ­Urlaub, ob Ihr Vertrag bereits eine Roaming-Option enthält und welche Konditionen für Sie gelten (Beispiele O2 und T-Mobile im Text).

Weitere Optionen. Sollte Ihre Roaming-Regelung zu teuer sein, Einschränkungen enthalten oder wenn Sie planen, Ihr Handy im Urlaub ­intensiver zu nutzen als sonst, ­buchen Sie Optionen dazu.

Hotspots. Nutzen Sie im Ausland öffent­liche WLan-Hotspots. Vermeiden Sie Anwendungen wie Online­banking oder Onlineshopping.

Vor dem Urlaub den Tarif prüfen

Vor der Reise sollten Kunden nach­lesen, welche Roaming-Regelung für ihren Tarif gilt. Denn gerade ältere Verträge können manchmal nicht eins zu eins im Ausland genutzt werden. Manche haben noch Roaming-Optionen, die weiterhin gelten.

Beispiel O2. Kunden von O2, die noch die Optionen „Roaming Day Pack“ oder das „EU Day Pack“ haben, sind nach dem 15. Juni in einem „unregulierten“ Tarif. Ihr Daten­volumen ist im EU-Ausland auf 50 Megabyte pro Kalendertag beschränkt, bei der „EU-Roaming-Flat“ auf 1 Gigabyte (Tabelle Mobilfunkanbieter). Dafür ist hier die Schweiz enthalten.

Möchten die Kunden in einen regulierten Tarif wechseln, müssen sie dies im Kunden­konto selbst veranlassen.

Beispiel T-Mobile. Kunden mit Altverträgen der Telekom, die vor dem 19. April 2016 abge­schlossen haben, erhalten nach dem 15. Juni auto­matisch die Option „Welt­weit“. Sie sollten prüfen, ob sie mit dem Kauf einer anderen Option güns­tiger wegkommen.

Tipp: Wenn Sie ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, deaktivieren Sie die Roaming-Funk­tion Ihres Smartphones. Wie das geht zeigt Ihnen unsere Anleitung Roaming ausschalten.

Tablet-Tarife seltener einge­schränkt

Wir haben auch die Anbieter von Daten­tarifen für das Tablet befragt: Können die Kunden ihr gebuchtes Daten­volumen auch im Ausland nutzen? Ja, dies gilt bei allen Anbietern außer beim „Lidl-Connect Internet-Stick“ oder der „Otelo Surf-Sim“. Beide sind nur im Inland nutz­bar. Aufpassen müssen O2-Kunden. Denn bei dem Daten­tarif „Data S, M, L“ wird die Tabletnut­zung im EU-Ausland teuer: Kunden rutschen hier auto­matisch in das „EU Day Pack“. Sie zahlen dann für ein Daten­volumen von 50 Megabyte 1,99 Euro pro Tag.

Tipp: Die besten Tablets finden Sie in der Test-Datenbank Tablets. Das richtige Handy in der Test-Datenbank Smartphones.

Diese Meldung ist am 19. September 2011 auf test.de erschienen. Wir haben sie zuletzt am 14. Juni 2017 aktualisiert. Kommentare zur Meldung vor diesem Datum beziehen sich auf eine ältere Fassung.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1415 Nutzer finden das hilfreich.