Für An­rufe aus den EU-Ländern gilt als Höchstgrenze der einheitliche EU-Tarif. Ende August sinkt er noch einmal. Vorsicht außerhalb der EU.

Aus einem kurzen „Hallo, ich bin gut angekommen“ wird am Urlaubsort schnell mal ein längeres Handygespräch über die Reise, das Wetter und allerlei sonstige Neuigkeiten. Aus dem Ausland kann das teuer werden. Damit die verdiente Erholung beim Blick auf die nächste Handy­rechnung nicht sofort wieder verschwindet, finden Sie hier Tipps, mit denen Sie im Urlaub Handykosten sparen können.

Was kosten die Handygespräche?

Für Handy­telefonate aus dem EU-Ausland nach Deutschland gilt seit Sommer 2007 als Obergrenze 58,31 Cent pro Minute, inklusive Mehrwertsteuer. Die Anbieter verlangen von den Kunden jedoch nur 58 Cent, bei Grenzübertritt erhalten sie eine SMS mit der Tarifinformation. Von außerhalb der EU sind die Gespräche meist teurer. Schon in angrenzenden Nicht-EU-Ländern kostet die Gesprächsminute nach Deutschland oft 1,49 Euro – da kostet selbst ein Telefonat aus den USA häufig nicht mehr.

Was ändert sich 2008?

Bis Ende August 2008 wird der EU-Tarif noch einmal gesenkt. Abgehende Handygespräche dürfen dann maximal rund 55 Cent pro Minute kosten, eingehende 26 Cent. Niedrigere Roaminggebühren sind aber natürlich auch nicht verboten.

Was bedeutet eigentlich Roaming?

Das Wort „Roaming“ stammt vom engli­schen Wort „to roam“ und bedeutet so viel wie wandern oder umherstreifen. In der Telekommunikation versteht man unter „Roaming“, dass mit dem Handy über Fremd­netze telefoniert werden kann, obwohl man dort kein Kunde ist, beispielsweise im Ausland. Der ausländische Netzanbieter schickt dann keine getrennte Rechnung, sondern berechnet dem Anbieter (beispielsweise E-Plus) eine Gebühr.

Was ist vor der Reise zu beachten?

Bei den meisten Mobilfunkverträgen mit vereinbarter Laufzeit ist das Roaming von vornherein aktiviert, Telefonieren mit dem Handy im Ausland klappt dann automa­tisch. Bei Prepaidkarten mit vorausbezahltem Guthaben sollte man sich vor der Reise bei seinem Anbieter informieren, ob die Karten extra freige­schaltet werden müssen. Bei Anbietern wie zum Beispiel simply kann der Roamingdienst nur von Deutschland aus aktiviert werden. Befindet sich der Kunde mitsamt Mobiltelefon schon im Ausland, ist die Freischaltung nachträglich nicht mehr möglich.

Lieber SMS schreiben statt reden?

Kurzmitteilungen (SMS) helfen, die Handy­rechnung gering zu halten. Auch im Ausland ist der Empfang der Kurznachrichten kostenlos und der Versand im Vergleich zu einem Telefonat günstiger. Aus europäischen Ländern kosten sie meist 39 bis 50 Cent, auch aus Ägypten und den USA selten mehr als 60 Cent.

Multimediamitteilungen (MMS) sollten im Urlaub die Ausnahme bleiben. Die Preise hängen vom Anbieter, Urlaubsland und Datenvolumen ab. Eine MMS als Postkarte zu versenden, ist auch nicht billig. Das kann schon mal 1,59 Euro (Vodafone) oder noch mehr kosten. Traditionelle Postkarten sind meist günstiger.

Lohnen sich „Auslandspakete“?

Zwei der vier großen Netzbetreiber, T-Mobile und O2, bieten ihren Vertragskunden gegen einen Festpreis zubuchbare „Auslandspakete“ an. Das 30-Minuten-Paket „Relax Holiday Option“ von T-Mobile kostet 10 Euro. Wird es voll ausgeschöpft, liegt der Minutenpreis bei 33 Cent. Es lässt sich für vier Wochen buchen, gilt in allen EU-Ländern und Kroatien. Nur wer mehr als 17 Minuten telefoniert, für den lohnt sich die Option. Alle anderen sollten besser beim standardmäßig voreingestellten Weltweit-Tarif bleiben.

O2 bietet die Option „My Europe Top“ für 8 Euro im Monat an. Sie gilt in 19 europäischen Ländern und ist für einen Monat buchbar, danach unbefristet. Anrufe aus dem Urlaub kosten damit 39 Cent pro Minute. Bei ankommenden Anrufen sind die ersten 100 Minuten gratis. Für alle, die sich anrufen lassen, lohnt der Tarif. Ruft der Kunde zuhause an, muss er auf über 40 Minuten Gesprächszeit kommen. Sonst ist der voreingestellte Weltzonentarif günstiger.

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