Ab 1. Juli können sich EU-Urlauber freuen: Textnachrichten und Telefonate werden zu Beginn der Sommerferien günstiger. Vorsicht außerhalb der EU.

Sommerzeit bedeutet Reisezeit, Erholung und Entspannung. Und in diesem Jahr laut EU-Kommissarin Viviane Reding auch „das definitive Ende der Roaming-Abzocke in Europa“. Die Europäische Union hat neue Preisobergrenzen für Telefonate und Textnachrichten (SMS, Kurznachrichtendienst) festgelegt. Erstmals müssen die Mobilfunkunternehmen die neuen EU-Tari­fe schon vor den Sommerferien – ab 1. Juli – umsetzen. In den vergangenen Jahren hatten sie bis Ende August Zeit, die Neuerungen einzuführen. Da waren die meisten Urlauber schon wieder zuhause und profitierten nicht von der Regelung.

Das ändert sich zum 1. Juli 2009

Nun aber gelten für Handytelefonate aus einem Mitgliedsland der Europäischen Union nach Deutschland ab dem 1. Juli 51,2 Cent pro Minute als Obergrenze, inklusive Mehrwertsteuer. Bei Grenzübertritt erhält der Kunde eine SMS mit der Tarifinformation. Anrufe, die bei ihm eingehen, dürfen maximal 22,6 Cent kosten. Neu ist ebenfalls die Verpflichtung der Anbieter zur sekundengenauen Abrechnung der abgehenden Han­dygespräche nach den ersten 30 Sekunden. Eingehende Gespräche werden nun exakt pro Sekunde abgerechnet.

Eine SMS kostet maximal 13,1 Cent

Auch Textnachrichten werden günsti­ger: Eine SMS darf höchstens 13,1 Cent kosten. Momentan zahlen Nutzer 19 bis 59 Cent. Wer zwei Wochen lang zwei Textnachrichten pro Tag nach Deutschland schickt, zahlt ab Juli noch rund 3,65 Euro. Bei 59 Cent pro SMS wären es stolze 16,52 Euro gewesen.

Eine weitere Änderung gilt für Datenroamingdienste, die es ermöglichen, mit dem Handy im Internet zu surfen, Bilder und E-Mails zu verschicken. Hier werden nicht die Preise für Verbraucher begrenzt, sondern die Gebühren, die ein ausländi­scher Mobilfunkanbieter dem heimi­schen Anbieter des Kunden für die Nutzung seines Handynetzes berechnen darf. Einheitliche Preise innerhalb der EU gibt es noch nicht.

Auslandsoptionen als Alternative

Wer im Ausland viel telefoniert, für den kann sich eine Auslandsoption mehr lohnen als der neue EU-Tarif. So bietet T-Mobile seinen Vertragskunden beispielsweise die „Relax Holiday Option“ an. 30 Inklusivminuten kosten 10 Euro. Wer sie komplett ausschöpft, zahlt nur 33 Cent pro Minute. Die Option lässt sich für vier Wochen buchen und gilt unter anderem in der EU. Auch das kostenlose „Reiseversprechen“ von Vodafone kann für Urlauber günstig sein. Wer sich zum Beispiel in der EU anrufen lässt, zahlt für ein eingehendes Gespräch von bis zu einer Stunde nur 75 Cent.

Tipp: Informieren Sie sich vor der Reise bei Ihrem Anbieter über Auslandsoptionen, die zu Ihrem Nutzerverhalten und Urlaubsland passen. Wie viel Gespräche aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland kosten, zeigt die nebenstehenden Tabelle.

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