Wer Auto fährt, darf das Handy nicht benutzen. Das schreibt die Straßenverkehrs­ordnung vor. Das Wort „Benut­zung“ ist aber nicht definiert. Darüber hatten Richter in Köln unterschiedliche Ansichten. Eine Frau, die mit ihrem zehnjäh­rigen Sohn im Auto unterwegs war, hatte während der Fahrt ihr Handy in der Tasche gesucht, weil der Sohn es nicht finden konnte, als es klingelte. Als die Frau das Telefon gefunden hatte, gab sie es dem Sohn, ohne aufs Display zu sehen. 40 Euro Bußgeld sollte sie zahlen, so das Amts­gericht Köln. Das Handy in die Hand zu nehmen sei bereits der erste Schritt zur Kommunikation. Die Ober­landes­richter sahen das anders: Eine Benut­zung sei das Ablesen der Nummer auf dem Display oder das Wegdrücken eines Anrufs – nicht aber das In-die-Hand-nehmen und Weiterreichen des Geräts. Das sei, so die Richter, wie das Verlegen eines beliebigen Gegen­stands im Auto auszulegen (Az. III-1 RBs 284/14).

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