Handy aufladen mit Ikea-Möbeln Wohnst du noch oder lädst du schon?

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Handy aufladen mit Ikea-Möbeln - Wohnst du noch oder lädst du schon?
Mit diesen Möbeln lassen sich bestimmte Smartphones induktiv laden. © Stiftung Warentest

Nordli, Selje, Varv, Morik, Riggad oder Jyssen – bei diesen Namen kann es nur um Ikea-Möbel gehen. Genauer gesagt, geht es hier um Tische, Lampen und Ladepads, mit denen Smartphone­besitzer ihr Gerät kabellos aufladen können. Klingt verrückt? test.de erklärt, wie es funk­tioniert, und für wen das interes­sant ist.

Kabellos Aufladen dank Induktion

Ikea verkauft seit Mitte April eine ganze Reihe von Möbeln, die eine Lade­funk­tion für Smartphones integriert haben. Das Ganze funk­tioniert kabellos per Induktion. Den dafür nötigen Qi-Stan­dard (sprich: „Tschi“) unterstützen derzeit einige Modelle von Nokia, aus der Google Nexus-Reihe und auch das neue Samsung Galaxy S6. Die iPhones 5 und 6 können mit einer Schutz­hülle nachgerüstet und dann ebenfalls kabellos aufgeladen werden. Beim Samsung Galaxy S4 und S5 können Nutzer die Rück­schale tauschen, damit das induktive Laden klappt.

Tipp: Test­ergeb­nisse, Ausstattungs­details und Produkt-Kommentare zu den genannten Handy-Modellen sowie über 250 weiteren Mobil­funk­telefonen bietet der Produktfinder Handy und Smartphone.

Bei Riggad kein Wechsel der Leuchte möglich

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Lampe Riggad (59 €). © Stifung Warentest

Wer ein entsprechendes Gerät besitzt, lädt mit der Induktions­ladetechnik sein Handy bequem, während es auf dem Schreibtisch oder dem Nacht­tisch liegt - Kabelsalat ist passé. Im Falle der Lampe Riggad ist das Induktions­ladefeld bereits fest einge­baut. Ferner bietet Riggad zusätzlich einen USB-Steck­platz, um ein zweites Gerät auf die klassische Art aufzuladen. Für 59 Euro muss der Käufer allerdings hinnehmen, dass er das Leucht­mittel in der Lampe nicht wechseln kann. Geht die einge­baute LED kaputt, ist die Lampe nur noch als dekorative Hand­ylade­station nutz­bar.

An Morik führt kein Weg vorbei

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Ladepad Morik (24 €). © Stiftung Warentest

Wer die Ablagetische Nordli oder Selje aus der Ikea-Kollektion kauft, muss das entsprechende Ladepad Morik (siehe Abbildung links) extra dazu kaufen und von unten an die dafür vorgesehen Stelle schrauben. Zum Vergleich: Das Fatboy-Ladekissen für Nokia-Handys kostet im Online­handel derzeit um die 45 Euro (zu Details siehe Schnelltest „Kissen statt Kabel“).

Jyssen nur für Hobby­heim­werker geeignet

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Ladepad Jyssen (29,99 €). © Stiftung Warentest

Wer sich für Jyssen entscheidet, zahlt 29,99 Euro und kann den Lade­adapter selbst verbauen. Dafür muss der Hobby­heim­werker allerdings erst ein Loch mit 7 Zenti­meter Durch­messer in das vorgesehene Möbel­stück sägen. Morik und Jyssen bieten ebenfalls noch einen USB-Steck­platz für das konventionelle Ladegerät.

Aufladen ist weniger effizient

Die Stiftung Warentest hat Morik, Riggad und Jyssen mit dem iPhone 6 in der von Ikea angebotenen Ladehülle und dem Samsung Galaxy S6 ausprobiert. Bei allen Geräten klappte das induktive Laden ohne Probleme. Legt der Nutzer das Handy auf die dafür vorgesehene Fläche, lädt das Handy. Wenn es voll ist, schaltet die Ladefläche wieder in den Standby. Das bequeme Aufladen ist allerdings weniger energieeffizient. Das Laden braucht mehr Strom und dauert zum Teil länger, weil der Wirkungs­grad bei der induktiven Energie­über­tragung geringer ist.

Mehr Strom­verbrauch beim Laden des iPhones

Im Test äußert sich das wie folgt: Mit dem Stan­dard­ladegerät dauert eine Akkufüllung beim iPhone 6 zirka zwei Stunden. Zwar geht es mit Morik und Jyssen sogar etwas schneller, die Leistungs­aufnahme ist mit 8,3 (Morik) und 8,1 Watt (Jyssen) bei beiden aber höher als mit dem normalen USB-Ladegerät, das 6,3 Watt braucht. Mit Riggad dauert das Aufladen 20 Minuten länger als mit dem normalen Ladegerät und es braucht mit 9,3 Watt noch mehr Strom. Bei einer täglichen Ladung des Handys macht das aufs Jahr gerechnet rund einen Euro mehr an Strom­kosten.

Längere Lade­zeit beim Samsung

Beim Samsung Galaxy S6 ist die Leistungs­aufnahme zwar geringer als mit dem mitgelieferten Ladegerät, dauert dafür aber auch deutlich länger. Samsung liefert das Gerät mit einem Schnell­ladegerät aus, das den Akku in fixen 90 Minuten füllt. Mit Morik, Riggad und Jyssen dauert es doppelt so lange, die Leistungs­aufnahme ist dafür aber nur halb so hoch. Insgesamt gibt es beim Energieverbrauch also kaum Unterschiede.

Stromhung­rig im Standby

Besonders auffällig ist, dass alle induktiven Lade­felder im Standby deutlich stromhung­riger sind, als die mitgelieferten Ladegeräte des iPhone 6 und des Samsung Galaxy S6. Beide brauchen zu vernach­lässigende 0,02 Watt. Jyssen hingegen schon 0,4 Watt und Riggad 0,8 Watt. Solch hohe Standby-Werte mögen im Einzel­fall noch zu verkraften sein, gehen aber merk­lich zu Lasten der Umwelt, wenn die Technik sich weiter durch­setzt.

Fazit: Bequem, aber bisher nur für wenige nutz­bar

Das kabellose Aufladen funk­tioniert, ist aber besonders im Standby stromhung­riger als das klassische Lade­kabel. Außerdem unterstützen bisher nur wenige Handys den Qi-Stan­dard, mit dem die Technik funk­tioniert. Wenn der Stan­dard sich weiter durch­setzt, könnten Möbel mit einge­bauten Ladeflächen aber durch­aus an Bedeutung gewinnen.

Tipp: Im Produktfinder Handys können Sie sehen, welche zehn von uns getesteten Handys das induktive Laden bereits unterstützen.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 11.05.2015 um 15:25 Uhr
Abstand zwischen Ladestation und Handy

@Pfriemler: Ein kleiner Abstand zwischen der Ladestation und dem Smartphone ist vertretbar. Die kreisrunde Form des JYSSEN macht
es allerdings auch gut möglich, dass sich Mauskabel und Smartphone
kaum stören. (SG)

RAINBOW am 09.05.2015 um 11:46 Uhr
Wenn auch kleine Anlaufmängel ...

Kleine Anlaufmängel wird es bei "neuerer Ladetechnologie" immer geben, natürlich ist es wichtig gleich am Anfang darauf hinzuweisen und natürlich an der Beseitigung zu arbeiten - Leerlaufverbrauch ist ein wichtiges Thema. Da der Wirkungsgrad von induktiven Ladevorgängen keine "Neuheit" ist und eigentlich heute kein Problem darstellen sollte, liegt es wohl eher wieder an der Formel "Mit heißer Nadel gestrickt"! Das angesprochene Thema "Abstand" ist sehr wichtig und leider bei der Stiftung Warentest nicht wirklich berücksichtigt worden. Eine solche "Komfort-Ladung" sollte z.B. auch ohne Entfernen des Flip-Case ohne Probleme möglich sein und die Induktivübertragung sollte gerätetypübergreifend möglich sein, nicht das der Zirkus mit "Jeder hat sein eigenes Netzteil" wieder eine Renaissance erlebt.

Pfriemler am 08.05.2015 um 15:40 Uhr
Gut auf den Zahn gefühlt!

Dass induktives Laden per se einen schlechteren Wirkungsgrad hat, ist eigentlich klar. Darüberhinaus gibt es beträchtliche Qualitätsunterschiede bei den Ladestationen, da sind Informationen vor dem Kauf sehr hilfreich. Die Kritik am Standbyverbrauch ist hingegen völlig berechtigt - auch das preiswerte quadratische Samsung-Pad (Vorgänger des runden für's S6) genehmigt sich in Verbindung mit einem Ladestecker für das S5 weniger als 0,1 W.
Wenigstens die Ladezeiten stimmen und die Endabschaltung scheint zu funktionieren.
Könnte test bitte nachprüfen, ob die Handys flach aufliegen müssen oder ob ein kleiner Abstand (wie bei den Samsung-Originalen auch fürs Auto) den Ladevorgang nicht merklich beeinflusst? Bei einer Nebenutzung von JYSSEN als Mauskabeldurchführung (siehe Anleitung) dürften die Handys ja dann auf dem Mauskabel und damit nicht mehr plan aufliegen.