Im Schul­unter­richt. Handy aus, Birne an.

Zwei Schüler einer zehnten Klasse einer Integrierten Gesamt­schule in Berlin durften vorläufig vom Unter­richt suspendiert werden. Sie hatten während der Schul­stunden heimlich Videos und Fotos von Lehrern ange­fertigt und an eine dritte Person weitergeleitet. Diese hatte sie auf einer öffent­lichen Instagram-Seite verbreitet und teil­weise mit sexistischen und beleidigenden Kommentaren versehen. So hat es das Verwaltungs­gericht Berlin Anfang Juni 2019 in zwei Eilverfahren entschieden (Az. 3 L 357.19 und 3 L 363.19).

Lehr­kräfte bloß­gestellt, Schulleben beein­trächtigt

Die Schulleiterin hatte die beiden für neun Tage vom Schul­unter­richt entlassen, obwohl sie „nur“ die Aufnahmen gemacht und weitergeleitet, das Material aber selbst nicht veröffent­licht hatten. Das Verwaltungs­gericht stützte diese Suspendierung trotzdem. Den beiden Schülern habe klar sein müssen, dass ihr weitergeleitetes Material von dem Dritten auf dessen Instagram-Seite veröffent­licht und mit beleidigenden Kommentaren versehen werde. Zumindest hätten sie es in Kauf genommen, so das Verwaltungs­gericht. Es liege auf der Hand, dass die Videos und Fotos geeignet seien, die Lehr­kräfte in der Öffent­lich­keit bloß­zustellen, und dass damit das geordnete Schulleben beein­trächtigt worden sei.

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