Handy, Tablet und Computer Special

Ein neues Tablet für 700 Euro soll es sein? Das geht auch für die Hälfte! Nämlich dann, wenn der Arbeit­geber mit­spielt und das Gerät für seinen Angestellten mit einem Teil des Gehalts anschafft. Und auch wer keinen spend­ablen Arbeit­geber hat, kann das Finanz­amt an den Kosten beteiligen – wenn er an privat angeschafften Geräten Berufliches erledigt. Auch mit Telefon- und Internet­kosten ist steuerlich einiges raus­zuholen. Finanztest erklärt, wie das geht.

Tablet statt Brutto­lohn

So funk­tioniert es: Ein Arbeitnehmer verzichtet im August 2013 auf 700 Euro von seinem Brutto­gehalt, das sind in seinem Fall 350 Euro netto. Im Gegen­zug erhält er ein Tablet im Wert von 700 Euro von seiner Firma, das er privat nutzen darf. Er zahlt dafür weder Sozial­abgaben noch Steuern. So spart er die 30 Prozent Steuern und 20 Prozent Sozial­abgaben, die sonst für die 700 Euro Brutto­gehalt fällig gewesen wären. Unterm Strich kostet ihn das Gerät nur 350 Euro. Auch der Chef spart, wenn er sich auf diesen legalen Trick einlässt – nämlich rund 140 Euro Sozial­abgaben.

Wenn der Chef nichts zahlt

Auch Arbeitnehmer, die regel­mäßig an privaten, selbst gekauften Geräten für den Chef arbeiten, können das Finanz­amt an den Anschaffungs­kosten beteiligen: Sie können die Ausgaben als Werbungs­kosten geltend machen. Nutzen sie die elektronischen Arbeits­mittel ausschließ­lich beruflich, dürfen sie den Preis für das Gerät komplett ansetzen. Wer das Gerät nur ab und zu beruflich nutzt, kann dem Finanz­amt die anteiligen Kosten in Rechnung stellen. Den beruflichen Nutzungs­anteil dürfen Arbeitnehmer nach einem Urteil des Bundes­finanzhofs (BFH, Az. VI R 135/01) schätzen: Für Menschen, die über­wiegend am Computer arbeiten, geben die Finanz­richter als Richt­schnur einen Nutzungs­anteil von 50 Prozent vor. Einen höheren Anteil akzeptieren die Behörden nur, wenn der Arbeitnehmer für drei Monate ein lückenloses PC-Fahrten­buch vorlegt.

Internet- und Telefon­kosten

In Sachen Internet- und Telefon­anschluss und den damit verbundenen Verbindungs­gebühren sind die Finanz­ämter mitt­lerweile ebenfalls kulanter geworden. Am unkompliziertesten ist es, wenn die Firma in den Privaträumen des Arbeitnehmers einen zweiten Anschluss installiert. Über­nimmt der Chef die Kosten für den Anschluss und für alle Verbindungen, bleibt die Kosten­erstattung auch für das private Surfen und Telefonieren auf der Dienst­daten­leitung steuerfrei.

Tage­buch für das Finanz­amt

Wer keine zweite Leitung in den eigenen vier Wänden möchte, muss genau notieren, wann er beruflich und wann dienst­lich telefoniert und wie viel Zeit er im Internet verbringt. So ein Telefon- und Internet-Tage­buch sollte über drei Monate geführt werden. Das Finanz­amt nimmt die drei Monate als Grund­lage, um einen Aufteilungs­schlüssel für die Kosten des Jahres zu ermitteln. Ohne diese Zettel­wirt­schaft darf der Chef dem Arbeitnehmer nur 20 Prozent der monatlichen Telefon­kosten, maximal 20 Euro pro Monat, steuerfrei erstatten.

Verbindungs­kosten pauschal als Werbungs­kosten

Beteiligt sich die Firma über­haupt nicht an den beruflichen Gesprächs­kosten, bleibt dem Arbeitnehmer nur der Werbungs­kosten­abzug in der Steuererklärung. Will er nicht drei Monate lang Buch führen, kann er den beruflichen Aufwand mit 20 Prozent der Rechnung, maximal 20 Euro pro Monat, abrechnen. Bei einer Flat für Internet und Telefon, die 30 Euro im Monat kostet, wären so 6 Euro pro Monat ohne Nach­weis möglich, das sind 72 Euro Werbungs­kosten pro Jahr. Für die berufliche Nutzung eines privat angeschafften Handys oder Auto­telefons gelten dieselben Spiel­regeln.

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