Handy Special

Messaging, Einkaufen, Online-Banking: Das Handy ist immer dabei und ständig im Einsatz – auch für sicher­heits­relevante Anwendungen. Darum ist es wichtig, sein Mobiltelefon vor kriminellen Zugriffen zu schützen. Hier lesen Sie, wie Sie Ihre wichtigen Daten schützen und Ihr Smartphone sicher machen vor Phishing, Schadsoftware und Abo-Fallen.

Bild­schirm­sperre einrichten

Geht Ihr Handy verloren oder wird geklaut, dürfen Finder oder Dieb damit nicht auf Ihr E-Mail-Konto oder andere wichtige Daten zugreifen können. Darum sollten Sie Ihr Handy unbe­dingt gegen fremden Zugriff absichern! Richten Sie eine auto­matische Bild­schirm­sperre ein und sichern Sie sie mit einer persönlichen Identifikations­nummer (Pin). Die sollte nicht leicht zu erraten sein – „1234“ oder der Geburts­tag sind keine sichere Pin. Eine bequemere Alternative ist die Entsperrung per Finger­abdruck­sensor. Immer mehr Handys bieten auch eine Entsperrung per Gesichts­erkennung an. Doch die ist nicht immer sicher: Bei manchen Geräten lässt sie sich mit Tricks über­listen – etwa mit einem Foto des Handy­besitzers.

Benach­richtigungen zähmen

Viele Handys sind so voreinge­stellt, dass sie den Inhalt einge­hender Nach­richten wie Mails oder SMS auf dem Sperr­bild­schirm anzeigen. Das mag praktisch sein, kann aber auch zum Sicher­heits­problem werden, etwa wenn Sie Ihre Handy­nummer fürs mobile Tan-Verfahren beim Online-Banking oder als Identifikations­möglich­keit bei anderen Online-Diensten einsetzen (Zwei-Faktor-Authentifizierung). Darum richten Sie Ihr Handy besser so ein, dass es auf dem Sperr­bild­schirm keine Benach­richtigungen anzeigt oder wenigs­tens deren Inhalt ausblendet.

So steuern sie die Benach­richtigungen auf dem Sperr­bild­schirm

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Die Vorschau von Benach­richtigungen bei gesperrten Handys lässt sich auf iPhones (links) im Menü „Mitteilungen“ abschalten, bei Samsung-Handys (rechts) im „Sperr­bild­schirm“-Menü.

Bei iPhones und iPads lässt sich im Menü „Mitteilungen“ für jede App und jeden E-Mail-Dienst separat einstellen, dass eine Vorschau von Benach­richtigungen nur ange­zeigt wird, wenn das Handy entsperrt ist.

Bei Android-Geräten kann die Menüstruktur je nach Anbieter variieren. Bei Samsung-Handys findet man die entsprechenden Optionen zum Beispiel im „Sperr­bild­schirm“-Menü unter dem Punkt „Benach­richtigungen“.

Handys aus der Ferne orten und sperren

Ist das Handy weg, will man zuerst wissen, wo es steckt: Ist es geklaut oder vielleicht nur irgendwo liegen­geblieben? Moderne Smartphones lassen sich übers Internet aus der Ferne orten. Bei Bedarf kann man sie auch aus der Ferne klingeln lassen oder alle darauf befindlichen Daten löschen. Voraus­setzung: Das verschwundene Handy muss eine Internet­verbindung haben. Für die Fern­ortung muss zudem seine Ortungs­funk­tion einge­schaltet sein.

So orten und sperren Sie Ihr Handy aus der Ferne

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Bei iPhones und iPads ist die Fern­ortung Teil von Apples iCloud-Dienst. Sie muss zunächst im iCloud-Einstell­menü des jeweiligen Geräts einge­schaltet werden! Dann kann der Nutzer seine Apple-Geräte eine eigene App oder im Web-Browser über www.icloud.com und die dortige Funktion „iPhone-Suche“ aus der Ferne orten und sperren.

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Bei Android-Handys läuft das über das Google-Konto, mit dem sich der Nutzer auf dem Gerät angemeldet hat: Meldet sich der Nutzer mit diesem Konto auf einem beliebigen Rechner bei www.google.de an, kann er über die Option „Google-Konto“ und dort über den Eintrag „Smartphone suchen“ all seine Android-Geräte einsehen und online orten und sperren. Manche Sicherheits-Apps bieten zusätzlich die Möglich­keit, das Handy statt per Internet auch über SMS-Befehle zu orten oder zu sperren.

Vor Schadsoftware schützen

Anders als beim Wind­ows-PC spielen für mobile Systeme wie Android und iOS „Viren“, die sich ohne Zutun des Nutzers quasi von selbst auf dem Gerät einnisten, praktisch keine Rolle. Statt­dessen versuchen Kriminelle mit allerlei Tricks, Smartphone-Nutzer dazu zu bringen, schädliche Apps selbst zu installieren.

iPhone-Nutzer sind vor derlei Angriffen ziemlich sicher. Denn Zusatz­software lässt sich auf iOS-Geräten nur direkt aus Apples App Store installieren. Und Apple wacht recht zuver­lässig über die Sicherheit der dort angebotenen Apps.

Auch Android-Nutzer sind vor Schadsoftware recht gut geschützt, solange sie Apps nur aus dem Google Play Store installieren. Doch auf Android-Geräten lassen sich Apps auch aus anderen Quellen installieren – wenn ein entsprechender Eintrag im Einstell­menü akti­viert ist. Ab Werk ist diese Möglich­keit abge­schaltet – und sollte es aus Sicher­heits­gründen auch bleiben. Kriminelle versuchen, Nutzer etwa mit gefälschten Sicher­heits­meldungen dazu zu bringen, diese Voreinstellung zu ändern und Schadsoftware zu installieren. Darum müssen Android-Nutzer hier etwas wach­samer sein. Zusätzlichen Schutz können Sicherheits-Apps geben.

Abo-Fallen vermeiden

Ob über Schadsoftware oder durch Ankli­cken von bösartigen Werbebannern – Abzo­cker schröpfen ihre Opfer auch mit Abo-Fallen und speziellen „Premium-SMS“-Diensten, die über die Mobil­funk­rechnung abge­rechnet werden. Diese Abrechnungs­möglich­keit sollte man am besten komplett abschalten. Lassen Sie für Ihren Handy­anschluss eine Drittanbietersperre einrichten. Dies geht zum Beispiel über die Telefon-Hotline Ihres Mobil­funkanbieters.

Nicht auf Phishing-Versuche herein­fallen

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Phishing-Seiten sehen dem Original oft täuschend ähnlich. Hier erkennt man die Fälschung nur an der Adresse: d5a6.pw ist sicher kein Server von Paypal.

Über gefälschte Webseiten, die aussehen wie die von großen Onlinehänd­lern, Mail- oder Bezahl­diensten, gelangen Hacker an Zugangs­daten argloser Nutzer. Das wird auch „Phishing“ genannt – ein Kunst­wort, abge­leitet aus „Pass­word fishing“, also dem Angeln nach Zugangs­daten. Meist geraten die Opfer über Links in gefälschten E-Mails auf solche Betrüger-Seiten. Dagegen hilft am besten Wach­samkeit: Miss­trauen Sie E-Mails – sie können gefälscht sein. Loggen Sie sich bei Online­diensten nie über einen Link aus einer E-Mail ein. Tippen Sie statt­dessen im Internet­browser von Hand die Web-Adresse des jeweiligen Anbieters ein und melden sich dann dort an.

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