Handy Meldung

Erscheint das Häuschen, können Kunden billig telefonieren ­– wenn das Handy Empfang hat.

O2 lässt Kunden mit Genion-Vertrag ohne Empfang im Regen stehen. Auf den ersten Blick scheint der Genion-Vertrag des Mobilfunkanbieters zwar ideal, weil er Handy und Festnetz in einem bietet. Der Kunde hat zwei Rufnummern für sein Handy: eine Mobilfunk- und eine Festnetznummer. In der „Homezone“ kann er dann in einem Radius von 500 Metern mit dem Handy zu Festnetzpreisen telefonieren. Vorausgesetzt, er hat Empfang. Doch der kann ganz ausfallen.

O2-Kundin Susanne W. schildert so einen Fall. Die Geschäftsfrau hat ihr Büro zu Hause und wollte Genion sowohl geschäftlich als auch privat nutzen. Vorab habe sie beim Händler per „Homezone-Check“ prüfen lassen, dass bei ihr zu Hause ein guter Empfang möglich sei. Nun aber klagt die Kundin, dass sie die meiste Zeit gar kein Netz habe.

O2 räumt ein, bauliche Gegebenheiten könnten den Empfang einschränken oder behindern. Ein Telefon ohne Empfang ist ­jedoch nutzlos. Susanne W. kündigte ihren Zweijahresvertrag. Schließlich habe das ­Unternehmen ihn nicht erfüllt.

Doch O2 hat sich über seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen abgesichert. Darin schließt das Unternehmen das Recht auf Schadenersatz oder Kündigung aus, sollte der Empfang – aus welchen Gründen auch immer – gestört sein.

Statt die fristlose Kündigung zu akzeptieren, gab das Unternehmen Susanne W. den Rat, eine andere Homezone zu wählen. Da sie ihr Büro zu Hause hat, müsste sie dazu allerdings erst einmal umziehen.

Auf Finanztest-Anfrage erklärte O2, eine Stornierung des Handyvertrags sei in Einzelfällen möglich, müsse aber individuell ­geprüft werden. Der Kunde muss also quasi um Kulanz betteln, um zu seinem Recht zu kommen.

Kurz vor Redaktionsschluss lenkte das ­Unternehmen im Fall von Susanne W. dann doch ein und stornierte ihren Vertrag.

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