Handy-Mailbox Meldung

Auf Reisen ins Ausland entpuppt sich die Handy-Mailbox schnell als Kostenfalle. Für alle Nachrichten zahlt der Empfänger Roaming-Gebühren - auch wenn er sie nicht im Ausland abhört. Doch auch im Inland erzeugen Nachrichten auf dem Anrufbeantworter oft unliebsame Kosten. Viele SIM-Karten sind so eingestellt, dass Anrufe gleich auf der Mailbox landen, selbst wenn der Angerufene gerade spricht. Das gute alte Besetzt-Zeichen ertönt nicht mehr. Mit der passenden Rufumleitung lässt sich das verhindern. test.de zeigt, wie es geht.

Bedingte Rufumleitung

Neue SIM-Karten sind in der Regel auf die „bedingte Rufumleitung“ voreingestellt: Ein eingehender Anruf geht dabei zunächst an das Handy. Wenn dort niemand abhebt, das Handy ausgeschaltet ist oder kein Netz hat, schaltet sich die Mailbox ein. Gleiches gilt auch, wenn das Gerät besetzt ist. Der Anrufer zahlt in diesen Fällen grundsätzlich sobald sich die Mailbox einschaltet - egal ob er eine Nachricht hinterlässt oder der Angerufene diese jemals abhört. Doch diese Voreinstellung ist kein unentrinnbares Schicksal. Für jeden der genannten Fälle lässt sich die Rufumleitung einzeln deaktivieren oder wieder einrichten. Das geht zum einen über das Einstellungs-Menü, ist aber oft kompliziert und bei jedem Handymodell und Netzbetreiber verschieden.

GSM-Codes

Einfacher lässt sich die Rufumleitung zur Mailbox über bestimmte Steuercodes einrichten, die Teil des Mobilfunkstandards GSM sind. Vorteil: Diese Codes funktionieren herstellerunabhängig und bei allen Handymodellen gleich. Außerdem gestatten die GSM-Codes detailliertere Einstellungen, als das bei manchen Handymodellen per Menü möglich ist. Einfach den entsprechenden Code auf der Handy-Tastatur eingeben und mit der „Anrufen“-Taste abschicken. Anschließend bestätigt eine Textnachricht auf dem Handy-Display die getätigte Einstellung.

Umleitung weil niemand abhebt

Meist ist diese Umleitung auf die Mailbox bereits eingerichtet. Sie können dies überprüfen, indem Sie diese Zeichenfolge eingeben und mit der „Anrufen“-Taste abschicken:
*#61#
Anschließend erhalten Sie eine Kurzmitteilung, für welche Dienste die Umleitung bereits aktiviert ist (Fax, Anrufe, Datendienste).

Wenn die Umleitung aktiv ist, schalten Sie diese mit
#61#
aus. Nach dem Versand bekommen Sie ebenfalls eine Kurzmitteilung, dass die Rufumleitung deaktiviert ist.

Wenn Sie die Umleitung wieder aktivieren wollen, wählen Sie:
*61#
Auch hier erscheint eine Kurzmitteilung zur Bestätigung, dass die Rufumleitung wieder aktiv ist.

Wenn die Rufumleitung noch gar nicht eingerichtet ist, können Sie dies ebenfalls mit einem GSM-Code nachholen. Dabei lässt sich auch die Zeitspanne verändern, nach der sich die Mailbox meldet. Das geht so:
**61*Mailboxnummer**Zeit in Sekunden#

Mit „Mailboxnummer“ ist dabei die Rufnummer der eigenen Mailbox gemeint. Sie können die Anrufe auch auf andere Telefonnummern umleiten, zum Beispiel auf den heimischen Anrufbeantworter. In diesem Fall berechnet Ihnen der Netzbetreiber allerdings die Kosten für Anrufe vom Handy ins Festnetz, während das Umleiten auf die eigene Handy-Mailbox für den Angerufenen kostenlos ist. Die „Zeit in Sekunden“ kann 5, 10, 15, 20, 25 oder 30 betragen.

Umleitung weil das Handy ausgeschaltet ist

Normalerweise landen Anrufer direkt auf der Mailbox, wenn das Handy ausgeschaltet ist oder keinen Empfang hat. Auch hier helfen GSM-Codes beim Einrichten der Rufumleitung:

Prüfen: *#62#
Deaktivieren: #62#
Aktivieren: *62#
Einrichten: **62*Mailboxnummer# (ist meist schon voreingestellt)

Umleitung weil besetzt ist

Prüfen: *#67#
Deaktivieren: #67#
Aktivieren: *67#
Einrichten: **67*Mailboxnummer# (ist oft schon voreingestellt)

Wenn Sie verhindern wollen, dass Anrufer auf der Mailbox landen, während Sie mit jemandem telefonieren, geben Sie einfach #67# ein und drücken die Hörer-Taste. Danach hören Anrufer bei besetzter Leitung das gewohnte Besetzt-Signal. Vor Reisen ins Ausland können Sie auch alle drei Rufumleitungen deaktivieren, indem Sie nacheinander #61#, #62# und #67# wählen. Dann ist die Mailbox quasi abgeschaltet. Tipp: Erledigen Sie dies möglichst noch im heimischen Netz - im Ausland kann es damit Schwierigkeiten geben. Nach dem Urlaub können Sie den Anrufbeantworter mit *61#, *62# und *67# jeweils wieder aktivieren. Sie sparen sich dadurch hohe Roaming-Gebühren.

Absolute Rufumleitung

Alternativ können Sie vor Auslandsreisen auch die „absolute Rufumleitung“ einrichten. Im Gegensatz zu den bedingten Rufumleitungen werden eingehende Anrufe dabei gar nicht erst ans Handy geschickt, sondern gehen gleich an die Mailbox. Solange diese Einstellung aktiv ist, ist das Handy für direkte Anrufe nicht erreichbar. So fallen keine Roaming-Gebühren für ankommende Anrufe an. Dafür können Anrufer eine Nachricht hinterlassen. Die absolute Rufumleitung ist meist nicht programmiert. So gehts:

Prüfen: *#21#
Deaktivieren: #21#
Aktivieren: *21#
Einrichten: **21*Mailboxnummer#

Diese Variante funktioniert ebenfalls mit anderen Telefonnummern als mit der Mailbox. So können Sie alle eingehenden Anrufe auch auf einen Festnetzanschluss umleiten. Auch hier kostet die Umleitung die üblichen Gebühren für Anrufe von Ihrem Handy ins Festnetz.

Prepaidkunden haben das Nachsehen

Doch die Rufumleitungen sind nicht für jederman frei wählbar. Zwar funktionieren die geschilderten GSM-Codes unabhängig vom Handymodell. Aber nicht alle Netzbetreiber und Mobilfunkverträge lassen die Umleitungen zu. Besonders Nutzer von Prepaidkarten müssen hier oft mit erheblichen Einschränkungen leben. So sind bei Free & Easy-Karten und anderen Prepaidkarten im E-Plus-Netz bestimmte Rufumleitungen fest voreingestellt und lassen sich nicht deaktivieren. Betroffen sind davon zum Beispiel die Kunden von Aldi Talk, blau.de, debitel-light oder simyo. Kritiker sprechen daher auch von einer „Zwangsmailbox“, da es keine Möglichkeit gibt, diese Umleitungen auf die Mailbox abzuschalten. Einige Prepaidkunden behelfen sich mit einer Ansage, dass sie diese Mailbox nicht abhören. Welche Rufumleitungen mit dem jeweiligen Handyvertrag möglich sind, erfahren Sie auf Nachfrage beim Netzbetreiber oder durch Ausprobieren.

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