Handy-Klingeltöne Meldung

Minutenpreis reicht nicht. Wer in Jugendzeitschriften für Klingeltöne wirbt, muss die Gesamtkosten für das Herunterladen nennen.

Viele Eltern sind erleichtert: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass in Jugendzeitschriften nur noch für teure Handy-Klingeltöne geworben werden darf, wenn die Gesamtkosten deutlich werden. Die Karlsruher Richter erklärten die Anzeige eines Anbieters für wettbewerbswidrig, weil er in der Jugendzeitschrift lediglich den Minutenpreis von 1,86 Euro für das Laden des Klingeltons angegeben hatte (Az. I ZR 125/03).

Wie viele Minuten das Laden dauert, blieb offen. Damit habe er die Unerfahrenheit der Jugendlichen ausgenutzt. Wenn das Laden des Klingeltons etwa vier Minuten dauert, kostet das knapp 7,50 Euro.

Mit dem Urteil hatte die Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen endgültig Erfolg. Auch das Landgericht und das Oberlandesgericht Hamburg hatten die Werbung zuvor bereits für sittenwidrig erklärt.

Tipp: Minderjährige zwischen 7 und 18 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig und Eltern können einen Kauf rückgängig machen. Das gilt auch bei Abonnements für Klingeltöne und Handyspiele. Wenn sich Minderjährige aber von ihrem Taschengeld eine CD oder ein T-Shirt kaufen, ist der Kauf gültig.

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