Handy-Abofallen Meldung

Finanztest-Leser Norbert Loos wurde von der Telekom abge­wimmelt.

Gute Nach­richt für Telekom-Kunden, die in ärgerliche Abofallen getappt sind: Das Unternehmen kümmert sich künftig selbst um Beschwerden von Kunden, denen über ihre Hand­yrechnung Geld für nicht bestellte Abos von Klingeltönen, Sport­informationen, Spielen oder anderen „Diensten“ abge­zogen wurde. Das Unternehmen verweist nicht mehr an den Dritt­anbieter, sondern bearbeitet den Einwand gegen die Rechnung.

Bislang hieß es: „Wenden Sie sich an den Dritt­anbieter“

Beschwerten sich Kunden bisher, tat die Telekom unbe­teiligt und verwies an den Anbieter, der über die Hand­yrechnung Geld verlangte: „Ihr Ansprech­partner ist der Dritt­anbieter“, stand fett gedruckt auf den Kunden­schreiben. Die Stiftung Warentest hatte mehr­fach über die Abwimmelungs­versuche von Telekom und anderen Anbietern berichtet.

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BGH: Mobil­funkanbieter muss sich um Beschwerden kümmern

Auch Finanztest-Leser Norbert Loos bekam noch so einen Brief und zahlte die geforderten 19,96 Euro. Dabei hatte der Bundes­gerichts­hof bereits 2006 entschieden, dass sich ein Mobil­funk­unternehmen „die im Verhältnis des Kunden zu dem Dritt­anbieter bestehenden Einwendungen entgegen­halten lassen“ muss (Az. III ZR 58/06). Im Klar­text: Es ist Ansprech­partner für Kunden und muss sich um Beschwerden kümmern.

Telekom reagiert auf Ermahnung der Markt­wächter

Das hat die Telekom nun einge­sehen – nachdem der Markt­wächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale sie darauf hingewiesen hat. „Die Telekom passt ihre gesamte Kommunikation den recht­lichen Vorgaben entsprechend schnellst­möglich an. Die Kunden­anschreiben sind bereits aktualisiert“, so ein Sprecher zu Finanztest. Wir sind gespannt, ob Kunden dann auch besser vor unseriösen Dritt­anbieter-Forderungen geschützt werden.

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