Auch wenn der Handwerker gut gearbeitet hat, gibt es mitunter Streit um die Rechnung. Finanztest erklärt, was Auftraggeber von gängigen Handwerkersprüchen zu halten haben.

„Fahrtzeiten sind Arbeitszeiten“

Oft erscheint die Position Fahrt- oder Wegezeit auf der Rechnung. Damit ist die Zeit für An- und Abfahrt gemeint, die natürlich berechnet werden darf. Viele Betriebe setzen dafür einen um etwa 10 Prozent niedrigeren Stundensatz an. Berechnen sie Fahrtzeit und Arbeitszeit mit dem gleichen Wert, sollte man widersprechen. Lenkt der Handwerksbetrieb nicht ein, wird es aber eng. Die Gerichte entscheiden in dieser Frage leider nicht einheitlich.

„Bei uns wird immer in bar gezahlt“

Manche Betriebe erwarten, dass der Kunde die Rechnung sofort in bar begleicht. Dazu ist er aber nur verpflichtet, wenn er das bei Auftragsvergabe extra vereinbart hat. Eine pauschale Klausel im Kleingedruckten („Rechnungen sind sofort beim Monteur zu zahlen“) hat das Oberlandesgericht Köln für unzulässig erklärt (Az. 6 U 68/95). Am besten klären Kunden die Zahlungsmodalitäten vor Auftragserteilung.

„Wir berechnen nur volle halbe Stunden“

Mancher Betrieb rechnet eine angefangene halbe Stunde gleich als volle halbe Stunde ab, auch wenn erst wenige Minuten vergangen sind. Diese Praxis hat das Landgericht Düsseldorf für unzulässig erklärt (Az. 12 O 292/87). Eine geringfügige Aufrundung zum Beispiel immer auf volle fünf Minuten ist aber in Ordnung.

„Da muss ich extra ein Ersatzteil holen“

Fährt ein Handwerker zur Werkstatt zurück, weil er ein Werkzeug oder Ersatzteil vergessen hat, darf er diese Fahrtzeit nicht berechnen. Er muss bereits bei Auftragsannahme klären, um was für ein Fabrikat es geht und wie sich ein Fehler zeigt. Für Vergesslichkeit oder unzureichende Ausrüstung ist er selbst verantwortlich.

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