Eine Handwerkerrechnung ist wegen Wuchers nichtig, wenn darin für einen Notdienst nahezu das Dreifache des ortsüblichen Entgelts verlangt wird. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht Langenfeld (Az: 18 C 205/97). Ein Elektriker hatte für eine halbstündige Reparatur an einem Samstag 395 Mark verlangt. Der Kunde hielt die Rechnung für überzogen und zahlte nur 150 Mark. Das Gericht wies die Klage wegen des Restbetrags ab.

Der Bundesgerichtshof geht im Allgemeinen dann von Wucher aus, wenn der Preis der Leistung 100 Prozent über dem üblichen Marktpreis liegt (Az: III ZR 201/88). Entsprechend nahm das Amtsgericht in dem verhandelten Fall ein auffälliges Missverhältnis an, da ein vor Ort ansässiger Elektrobetrieb für die Arbeiten üblicherweise nur rund 134 Mark in Rechnung gestellt hätte. Der Stromausfall habe eine Zwangslage geschaffen, die der Elektriker ausnutzte.

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