Handwerker Meldung

Der Profi malt, das Finanzamt zahlt.

Wer nicht selber tapezieren will, sondern einen Maler beauftragt, kann sich 20 Prozent vom Finanzamt zurückholen.

Der Finanzminister will die Schwarzarbeit eindämmen. Deshalb können Privatleute schon seit 2003 „haushaltsnahe Dienstleistungen“ steuerlich geltend machen. Nur: In vielen Finanzämtern ist diese Regelung kaum bekannt. Nun hat ein Finanzgericht sie erstmals präzisiert: Sie gilt für regelmäßige Arbeiten, die Durchschnittsverbraucher in Eigenarbeit erledigen können.

Das sind Schönheitsreparaturen, Wartungen oder kleinere Ausbesserungen, Tapezieren, Streichen von Wänden, Fußböden, Heizkörpern, Rohren, Türen und Fenstern, das Entfernen von Wand- und Deckenrissen – in erster Linie also Malerarbeiten. Auch das Reinigen des Teppichbodens oder das Ausbessern des Parketts gehören dazu, ebenso Gartenarbeiten.

Dagegen ist nicht begünstigt, wenn etwas Neues geschaffen wird, zum Beispiel ein komplett neuer Fußboden oder Grundsanie­run­gen, Aus- und Umbauten. Es darf sich nicht um Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Auf­wen­­dungen für eine geringfügige Beschäftigung handeln. Es ist auch nicht möglich, aus einem größeren Auftrag fiktiv einzelne Arbeitsgänge herauszulösen – im Streitfall wurden neue Innentüren und ein neues Bad eingebaut (Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Az. 4 K 2030/04).

Das Finanzamt akzeptiert pro Jahr bis zu 3 000 Euro. Der Steuerzahler setzt den Betrag nicht von der Steuer ab, sondern kann 20 Prozent direkt von seiner Steuerschuld abziehen – also maximal 600 Euro. Das gilt aber nicht für Materialkosten. Begünstigt sind Mieter und Eigentümer, die selbst in ihrer Immobilie woh­nen. Mieter können auch kleine Reparaturen abrech­nen, zum Beispiel an der Heizung, nicht aber deren Wartung. Dann zieht das Finanzamt aber eine Grenze von 150 Euro pro Rechnung.

Wichtig: Als Nachweis muss der Betrag aufs Konto des Handwerkers überwiesen wer­den. Wer bar zahlt, bekommt also nichts zurück.

  • Tipp: Falls Ihr Finanzamt die Regelung nicht kennt: Sie steht in Paragraf 35a Einkommensteuergesetz sowie in Schreiben des Bundesfinanzministeriums (IV A 5-S 2296b-13/03) und der Oberfinanz-direktion Hannover (S 2296b-2-StO 211).

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