Handrührer und Stabmixer Test

Ob schlicht und billig oder aufgemotzt im Edellook: Rührgerät und Stabmixer müssen gut in der Hand liegen, um sich unentbehrlich zu machen. 24 Geräte haben wir im Kochstudio geprüft.

Alle Zutaten für den Festschmaus superfrisch, das Rezept vom Spitzenkoch empfohlen. Von groben Gemüsestückchen in der feinen Cremesuppe war da allerdings nicht die Rede, auch nicht von einem Kuchen, der platt aus dem Ofen kommt, und einer Schlagsahne, die nicht richtig steif wird. Kulinarische Genüsse brauchen neben guten Rohstoffen und Kochkünsten eben auch das richtige Handwerkszeug. Zum Beispiel Handrührer und Stabmixer. Im Unterschied zur Küchenmaschine sind sie fix bei der Hand, schnell wieder gesäubert, bereit für den nächsten Einsatz.

  • Mit einem elektrischen Handrührer werden Sahne und Eischnee geschlagen, auch Teige gerührt und geknetet. Gibt es im Haushalt keine Küchenmaschine, gehört er zur Basisausstattung. Etliche Modelle lassen sich aufrüsten, beispielsweise mit einem Mixstabaufsatz oder einem zusätzlichen Zerkleinerer
  • Der Stabmixer ist ideal zum Pürieren von Babynahrung, Suppen und Soßen, ebenso für Shakes und Cocktails. Das kleine Multimesser kann sogar Kräuter, Zwiebeln und Nüsse hacken, allerdings nur Miniportionen. Sicher, all das geht auch im Standmixer oder in der Küchenmaschine, doch nicht so bequem wie mit dem Mixstab. Der darf direkt im Kochtopf ans Werk, was lästiges Umfüllen erspart. Doch Vorsicht mit kochend heißen Speisen: Beim Pürieren spritzt es leicht.

24 Geräte mussten im Test ihre Talente unter Beweis stellen. Wir fanden drei „sehr gute“ Geräte: zwei bei den Handrührern (Braun MultiMix M 830 und Krups 3 Mix 3003) und einen bei den Stabmixern (Braun Multiquick MR 400). Der Rest war „gut“ bis „befriedigend“.

Handrührer meist gut in Form

Handrührer und Stabmixer Test

Schiebeschalter lassen sich ganz bequem mit einer Hand bedienen. Drehschalter sind viel umständlicher.

Kuchen- und schweren Brotteig, luftigen, dennoch schnittfesten Eischnee und steife Schlagsahne bringen die meisten Rührgeräte klaglos zustande. Sie stehen den Küchenmaschinen zumindest bei diesen Arbeiten in nichts nach. Bosch TurboFixx MFQ 2000 und das baugleiche Siemens-Modell bringen etwas wenig Luft unter die Sahne. Dem insgesamt „guten“ Eindruck tat das aber keinen Abbruch. Sie haben andere Stärken. Die kräftigen Motoren kneten schwere Hefeteige „sehr gut“, genauso wie Philips Cucina HR 1560. Allerdings nur bis zu Mehlmengen von 500 Gramm. Wer sein Brot selber bäckt und dafür größere Mengen Knetteig braucht oder regelmäßig Teig für viele Kuchenbleche anrührt, sollte sich lieber eine kräftige Küchenmaschine zulegen, die mehr verarbeiten kann.

Wichtig beim Kneten ist, dass die Haken richtig sitzen, sonst krabbelt der Teig am Werkzeug hoch und lässt sich nicht optimal verarbeiten. In der Regel sind die rechten und linken Haken so konstruiert, dass sie jeweils nur in „ihre“ Fassung passen. Nicht so bei CTC Clatronic HM 2642. Folge: Sie lassen sich leicht vertauschen. Bei einem nur 15 Euro teuren Gerät ist das wohl zu verschmerzen. Ebenso eine etwas eingeschränkte Haltbarkeit. Im Dauertest ging der Clatronic in die Knie, jedoch erst am Ende des rund sechsjähri­gen simulierten Gebrauchs. Das war den Testern in diesem Punkt noch ein „Befriedigend“ wert.

Einige Macken offenbarten sich bei den Rührgeräten von Krups (3 Mix 8000), Neckermann und Tefal. Alle drei haben einen zweiten Antrieb für den mitgelieferten Mixstab, der auch dann ständig läuft, wenn das Gerät rührt oder Sahne schlägt. Das sollte nicht sein, zumal die Abdeckung am Neckermann-Modell nicht automatisch schließt, so wie es bei den anderen der Fall ist. Auch nicht witzig: Wenn der Mixstab wie beim Tefal Prep'line 8142 beim Pürieren oder Hacken abfällt. Das alles ist für den Benutzer nicht bedrohlich, die Sicherheit war dann aber nicht mehr „gut“.

Scharfe Stabmixer

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Teuer, dafür üppig ausgestattet: Der Braun M 830 mit Mixstab.

Viel dramatischer könnte es werden, kommt man einem laufenden Mixstab zu nahe. Die scharfen Messer kreisen mit bis zu 22 000 Umdrehungen pro Minute, stoppen aber sofort beim Loslassen des Schalters. Auch dürfen die Messer nicht losrasen, wenn beim Ablegen ein Gegenstand auf den Schalter drückt. In der Praxis kommt das normalerweise nicht vor. Doch im Test entsprechend der Prüfnorm starteten einige Geräte. Das passierte aber erst durch einen Druck, der beim normalen Hinlegen gar nicht auftritt. Also kein wirkliches Sicherheitsrisiko, aber die Norm wurde nicht erfüllt.

Gekochte Kartoffeln, Karotten und Kalbfleisch zu Brei verarbeiten, ist für alle Stabmixer keine Hürde. Auch Majonäse gelingt meist gut. Mit dem CTC Clatronic SM 2680 flockt sie allerdings aus. Schwierigkeiten hatten manche Geräte beim Zerkleinern. Die Nüsse blieben zu grob, die Petersilie wurde mehr zerrissen als gehackt. Mit drei Mixstäben lässt sich dank speziellem Zubehör auch Sahne und Eischnee schlagen. So luftig und voluminös wie mit einem Handrührgerät gelingt das aber nur mit dem Schneebesen des Braun Multiquick MR 5550. Die Schlagscheiben vom ESGE Zauberstab und vom Quelle-Mixstab bringen zu wenig Volumen zustande.

Wattprotzerei

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Praktisch zum Hacken ist ein zusätzlicher Zerkleinerer. Petersilie wird mit dem Stab­mixer häufig mehr zerrissen statt gehackt.

200, 300, 350, 500 Watt – wer bietet mehr? Hohe Wattzahlen sind beliebt als Werbeargument und suggerieren viel Power, sind aber eher Augenwischerei. Denn tatsächlich wird die Nennleistung selten ausgereizt, selbst beim kräftezehrenden Kneten oder Nüsse hacken nicht. Wegen dieser Wattprotzerei stehen einige Mixer und Handrührer aber mit der Norm für elektrische Sicherheit auf Kriegsfuß. Die Motoren überhitzten, als die maximale Leistungsabgabe gefordert wurde. In der Küche kommt das jedoch kaum vor. Hier sind die Belastungen wesentlich geringer als in der Prüfung nach Norm, die sich nach der Nennleistung richtet.

Rührer und Mixer brauchen nach einigen Minuten eine Pause, damit sie nicht überhitzen. Leider fehlen solche Angaben in einigen Anleitungen. Auch vor Fantasiezeiten schrecken manche Anbieter nicht zurück: Teig für Früchtekuchen aus harten Zutaten wie Mandeln und Trockenobst wird garantiert nicht in 15 Sekunden gut durchgemischt.

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