Handelsspanisch Test

Ob in Büro, Bank oder Handel – wer Spanisch im Job braucht und Vorkenntnisse hat, kann zwischen mehreren Zertifikaten wählen. Punkten kann man mit so einem Schein immer.

Für Corinna Wartenberg hat sich ihr Studium Languages und Business Administration an der Fachhochschule Zwickau voll ausgezahlt. Nur kurze Zeit nach ihrem Abschluss als Diplom-Wirtschaftshispanistin begann sie im Jahr 2004 in der Exportabteilung des Süßigkeitenherstellers Viba sweets im thüringischen Schmalkalden. Vor allem Gelees, Nougat und Fruchtschnitten gehen von dort nach Spanien und Lateinamerika. Heute leitet die 26-Jährige die Abteilung und sagt: „Ausschlaggebend für meinen Job waren mein einjähriger Spanienaufenthalt und meine sehr guten Kenntnisse in Wirtschaftsspanisch.“

Ein Studium ist eine Möglichkeit, die Fachsprache zu erwerben. Die andere ist die nebenberufliche Weiterbildung. Sie eignet sich für alle, die Grundkenntnisse in Spanisch mitbringen und innerhalb kurzer Zeit einen Abschluss in Wirtschaftsspanisch vorweisen müssen, etwa für den Kontakt mit einem neuen Handelspartner oder für eine Bewerbung um einen Job.

Wo man welche Examen machen kann, haben wir bundesweit bei Sprachinstituten nachgefragt. Ergebnis: Für Handels- oder Wirtschaftsspanisch gibt es zwei anerkannte Gruppen von Abschlüssen. Die eine umfasst die beiden Zertifikate der Amtlichen Spanischen Handelskammer für Deutschland: das Certificado de Español Comercial (CEC) auf der Stufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens und das Diploma de Español Comercial (DEC) auf der Stufe C1.

Speziell entwickelt

Beide Qualifikationen sind speziell für den deutschen Markt entwickelte Abschlüsse mit jährlich etwa 80 Absolventen. Mitarbeiter von Banken, Anwaltskanzleien und Import- und Exportfirmen sind ebenso darunter wie Fremdsprachensekretärinnen und Übersetzer.

Die zweite Gruppe besteht aus den drei Zertifikaten der Industrie- und Handelskammer Madrid mit weltweit jährlich 2  500 Absolventen. Es sind das Certificado Básico de Español de los Negocios (CBEN) auf der Stufe B2, das Certificado Superior de Español de los Negocios (CSEN) auf der Stufe C1 und das Diploma de Español de los Negocios (DEN) auf der Stufe C2.

Zu den Prüfungen kann man sich zwar ohne Vorbereitungskurs anmelden. Experten warnen aber davor, die Anforderungen zu unterschätzen. „40 Prozent unserer Kandidaten fallen durch, meist diejenigen, die keinen Vorbereitungskurs besucht haben“, sagt Vanessa Jung, Pressereferentin der Spanischen Handelskammer in Frankfurt/Main.

Einen Vorbereitungskurs am Abend zu belegen, klappt nur in wenigen Städten. In Hamburg hat man die Auswahl zwischen drei Kursen, die zwischen 24 und 100 Stunden dauern und 108, 199 und 1 070 Euro kosten.

Länger und teurer

Eine meist längere und teurere Alternative ist der Fernunterricht. Die Prüfung wird dann entweder bei der Spanischen Handelskammer in Frankfurt/Main oder einer kooperierenden Sprachschule absolviert.

Maria Marisa G. Gamonal, Bildungsreferentin bei der Spanischen Botschaft in Berlin, plädiert für kein bestimmtes Zertifikat, bestätigt aber: „Jeder dieser Abschlüsse belegt eine hohe Sprachfähigkeit und kann zum Beispiel bei einem Einstellungsverfahren einen Sprachtest ersetzen.“

Dieser Artikel ist hilfreich. 1545 Nutzer finden das hilfreich.