Qual der Wahl. Mehr als die Hälfte der Cremes im Test tut rauen Händen gut. Sie unterscheiden sich vor allem im Preis.

Die meisten Cremes pflegen trockene Winterhände gut. Aber nur wenige ziehen zudem schnell ein.

Der Winter macht sich bei vielen an den Händen bemerk­bar. Oft beginnt es an den Fingerknöcheln: Die Haut wird trocken, beginnt zu schuppen, im schlimmsten Fall reißt sie ein. Cremes sollen davor schützen, indem sie die Haut mit Fett und Feuchtig­keit versorgen und sie so geschmeidig halten. Aber welche Produkte helfen wirk­lich? Die Stiftung Warentest hat 17 Hand­cremes für trockene Haut geprüft.

Unser Rat

Die 14 Euro teure Creme von The Body Shop liegt knapp vorn. Sie pflegt die Haut sehr gut, zieht aber nicht so schnell ein wie einige gute und preisgüns­tige Produkte, etwa die Ombia Hand­creme von Aldi Süd für 68 Cent, die Balea von dm für 95 Cent und die Kamill für 1,35 Euro. Eine über­zeugende Naturkosmetik-Creme bietet dm mit Alverde für 2,60 Euro (alle Preise je 100 Milliliter).

Welche Creme pflegt am besten und zu welchem Preis?

Nur 2 der 17 Cremes pflegen die Hände sehr gut: The Body Shop und Kiehl’s. Mit 14 beziehungs­weise rund 21 Euro je 100 Milliliter gehören sie zu den teuersten im Test. Wer weniger Geld ausgeben will, bekommt gute Pflege auch schon für weniger als einen Euro je 100 Milliliter – etwa mit den Hand­cremes der Eigenmarken Ombia von Aldi Süd, Balea von dm und Isana von Ross­mann.

Können Naturkosmetik­cremes da mithalten?

Wer zertifizierte Naturkosmetik bevor­zugt, liegt mit Alverde von dm richtig. Sie pflegt die Hände zuver­lässig und schneidet insgesamt noch gut ab. 100 Milliliter kosten rund 2,60 Euro. Bei Alterra von Ross­mann und Weleda sind die Ergeb­nisse etwas schlechter.

Zertifizierte Naturkosmetikanbieter verpflichten sich, keine Rohstoffe auf Mineral­ölbasis einzusetzen. Erst­mals prüften wir, ob sie dieses Versprechen einhalten. Tatsäch­lich wiesen wir in unserer Labor­analyse keine mineral­ölbasierten synthetischen Inhalts­stoffe in den Produkten nach.

Tipp: Laut Inhalts­stoff­listen enthalten auch die meisten konventionellen Cremes im Test keine Mineral­ölbestand­teile – sie setzen auf pflanzliche Öle und Fette. Nur Shiseido und Atrix fallen aus der Reihe. In beiden Cremes wiesen wir aber keine kritischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffe, sogenannte Moah, nach.

Wie gut ziehen die Cremes in die Haut ein?

Konzentrat. Laut Neutrogena soll es ausreichen, die Creme nur spar­sam zu dosieren.

Wer zu trockenen Händen neigt, sollte sie mehr­mals täglich eincremen. Produkte, die nicht gut einziehen und einen störenden fettigen Film auf der Haut hinterlassen, sind da wenig praktisch. Das haben wir berück­sichtigt: Im Test­studio ließen wir jeweils zehn Probanden pro Produkt mit einge­cremten Händen den Dreh­verschluss einer Wasser­flasche öffnen, ein Glas Wasser einschenken und das Glas anheben. Zudem sollten sie ein Tablet bedienen. Hinterher beur­teilten die Probanden und unser Experte, wie gut die Cremes einzogen, ob sie auf den Gegen­ständen störende Spuren hinterließen oder sie sogar verhinderten, die Tätig­keiten auszuführen. Weil Cremes für trockene Haut oft besonders reichhaltig sind, schneiden viele im Prüf­punkt Einziehen in die Haut nur befriedigend ab. Besser bewährten sich die fünf auch insgesamt guten Cremes Ombia von Aldi Süd, Balea von dm, Kamill, Nivea und Shiseido.

Tipp: Beginnen Sie beim Eincremen zunächst mit einer kleinen Menge Creme. Falls nötig, dosieren Sie noch einmal nach. Das gilt vor allem bei der Creme von Neutrogena. Der Anbieter rät: „Die Hand­creme ist konzentriert, sodass ein einziger Tropfen für die Anwendung ausreicht.“

Sind Duft­stoffe ein Problem?

Florena enthält als einzige Creme den Duft­stoff Butylphenyl Methyl­propional – bekannt unter dem Handels­namen Lilial. Bislang ist nicht abschließend geklärt, ob der Stoff beim Menschen die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen oder das Erbgut verändern kann. Damit bleibt ungewiss, ob und in welchen Konzentrationen Lilial in Kosmetik­produkten sicher ist. Unserer Ansicht nach sollten Hersteller daher vorsichts­halber darauf verzichten.

Offen­bar denkt die Kosmetikbranche um: Bei der Planung des Tests kauf­ten wir zahlreiche Hand­cremes ein, um zu entscheiden, welche für unseren Test infrage kommen. Damals enthielten noch zwei weitere Cremes, die wir für den Test auswählten, Lilial. Als wir Monate später die Prüf­produkte einkauften, stellten wir fest: Bis auf Florena hatten die Anbieter den kritischen Duft­stoff erfreulicher­weise aus den Rezepturen ihrer Cremes gestrichen.

Die Creme von Kiehl‘s pflegt sehr gut. Warum ist sie insgesamt nur knapp gut?

Auch das liegt an einem Duft­stoff – Limonen. In der Inhalts­stoff­liste auf dem Produkt ist Limonen nicht aufgeführt. Im Labor wiesen wir ihn in der Creme aber in einer Konzentration nach, bei der eine Auflistung verpflichtend ist. Limonen kann in seltenen Fällen Allergien auslösen. Das Risiko ist zwar gering, für Allergiker könnte es aber ein Problem sein. Deshalb ziehen wir Punkte bei der Deklaration ab.

Tipp: Wer auf Duft­stoffe verzichten möchte oder muss, etwa aufgrund einer Allergie, kann zur unparfümierten Hand­creme von Neutrogena greifen.

Warum ist die Packung von Eos ausreichend?

Von den 44 Milliliter Creme, die der weiße Spender enthält, lassen sich nur etwa 34 Milliliter entnehmen. Der Rest wandert in den Müll­eimer. Das ist ärgerlich. Mit Blick auf den Preis macht diese Verschwendung die Creme auch deutlich teurer: Der Preis pro 100 Milliliter steigt auf rund 8,80 Euro.

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