Handcremes Test

Die meisten Cremes im Test sorgen für geschmeidige Hände. Doch können sie auch Altersflecken vorbeugen?

„Träumen Sie von Händen, die Ihr Alter nicht verraten? Sie können etwas dafür tun“ – so empfiehlt sich die Handcreme Anti-Age Q 10 von Florena. Auch die anderen Cremes unseres Tests versprechen, den sichtbaren Zeichen der Zeit, den Alters- oder Pigmentflecken, vorzubeugen.

In erster Linie soll eine gute Handcreme die Haut natürlich mit Feuchtigkeit und Fett versorgen und diese auch möglichst lange in der Haut halten. Das schaffen bis auf die in dieser Hinsicht „befriedigende“ Creme von Logona Naturkosmetik alle „gut“, Florena und CD sogar „sehr gut“. Damit sind diese beiden Cremes klare Testsieger. Und mit rund 2 Euro für die 75-Milliliter-Tube gehören sie auch zu den preiswerteren Handcremes im Test.

In den kosmetischen Eigenschaften überzeugten alle Handcremes. Zu diesem Urteil kamen unsere Probandinnen, nachdem sie die Produkte zwei Wochen lang mehrmals täglich benutzt hatten. Alle Cremes gefielen in der Konsistenz, ließen sich leicht verteilen, lagen nicht lange auf der Haut, sondern zogen schnell ein, dufteten angenehm und hinterließen das Gefühl, gepflegte Hände mit samtig weicher Haut zu haben. Gerade im Winter lechzen die Hände nach zusätzlicher Pflege.

Den Zeichen der Zeit vorbeugen

Doch die Cremes unseres Tests versprechen mehr als geschmeidige, glatte Haut. Sie sind auch teurer als „normale“ Handcremes. Alle werben damit, der Bildung von Pigmentflecken vorzubeugen. Die sind zwar aus hautärztlicher Sicht harmlos, aber trotzdem Anlass für manchen Kummer. Signalisieren sie doch unübersehbar das Älterwerden. Schon ab 35 können diese bräunlichen Pigmentablagerungen auftreten, vornehmlich an Hautpartien, die häufig schutzlos dem Tages- und Sonnenlicht ausgesetzt sind, so eben an den Händen.

Ein bewährtes Mittel, die sichtbare Alterung hinauszuzögern, ist, die Haut vor den ultravioletten Strahlen des Tages- und Sonnenlichts abzuschirmen. Zu diesem Zweck enthalten die geprüften Handcremes Lichtschutzfilter. Sie sollen die schädlichen UVA- und UVB-Strahlen abwehren.

Oft nur vage Versprechungen

Aber oft sind die Cremes nicht eindeutig deklariert, es finden sich also keine Angaben dazu, wie stark sie vor UV-Strahlung schützen. Eine klare Information wäre der Lichtschutzfaktor – doch Fehlanzeige bei den meisten Cremes. Das führt bei uns zum Punktabzug. Zur Erinnerung: Der Lichtschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man sich eingecremt in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Je höher der Faktor, desto länger; desto besser ist die Haut auch vor frühzeitiger Alterung geschützt.

Wir haben den Lichtschutzfaktor gemessen: Mehr als Faktor 4 haben wir bei den Cremes, die dazu gar keine Angaben machen, nicht gefunden. Lichtschutzfaktor 4 bieten nur Florena und dm/Balea. Als Lichtschutz für den gelegentlichen Aufenthalt im Freien reicht dieser Faktor aus. Bei Kamill war er aber sogar kleiner als 2, von einer wirksamen Vorbeugung gegen Hautalterung kann da kaum die Rede sein. Logona und Artdeco enthalten nur wenig mehr.

Zu hoch gegriffen

Allein Eucerin und Louis Widmer geben klar Auskunft und preisen Lichtschutzfaktor 15 beziehungsweise 10 an. Bei ihnen rechnet der Verbraucher von vornherein mit einem wirksamen Sonnenschutz. Doch die beiden Cremes versprechen zu viel: Eucerin schützt zwar entsprechend der Deklaration „gut“ gegen UVB-Strahlung, die Sonnenbrand verur­sacht, bietet aber im Verhältnis dazu zu wenig Schutz im UVA-Bereich, der als besonders kritisch für die Haut­alterung gilt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sollte das Verhältnis UVA : UVB mindestens 1 : 3 betragen. Das erreichte Eucerin nicht und erzielte deshalb insgesamt nur „befriedigend“.

Schlusslicht der Konkurrenz ist der Hand Balsam von Louis Widmer. Anders als deklariert bietet er nicht Lichtschutzfaktor 10, sondern nur 7. Er bleibt also mehr als 20 Prozent hinter der Auslobung zurück. Das ist „mangelhaft“. Auch der Schutz im UVA-Bereich ist zu gering. Außerdem enthält diese Creme einen Lichtschutzfilter, 4-Methylbenzylidene Cam­phor, der in die Kritik geraten ist, weil hormonelle Wirkungen bis heute nicht eindeutig widerlegt sind.

Sicherer mit Sonnencreme

Für den Urlaub in der Sonne oder für die Zeit, in der die Tage auch bei uns wieder länger und sonnenreicher werden, empfiehlt sich eher eine gute Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor. Wer vorbeugend etwas Wirkungsvolles gegen Pigmentflecken und andere Alterser­scheinungen der Haut tun will, wird damit mehr Erfolg haben als mit diesen speziellen Cremes.

Alle Cremes „sehr gut“ verträglich

Jetzt im Winter reicht ein niedrigerer UV-Schutz für die Hände. Wenn man im Dunkeln zur Arbeit geht, den ganzen Tag im Büro verbringt und erst im Dunkeln wieder nach Hause fährt, ist er sogar überflüssig. Da reicht eine „normale“ Handcreme völlig aus. Manche Hautärzte stehen dem ständigen Einsatz von Lichtschutzfiltern auch skeptisch gegenüber. Denn nicht jede Haut verträgt sie auf Dauer. Im Test gab es an der Verträglichkeit der Cremes aber nichts auszusetzen. Unsere Probandinnen vertrugen sie „sehr gut“. Wer aber empfindlich auf kosmetische Inhaltsstoffe reagiert, kann sich in unserer Tabelle über Konservierungsstoffe, Lichtschutzfilter, Emulgatoren und Parfüms in den Cremes informieren. Diese Substanzen werden öfter als andere für Hautreaktionen verantwortlich gemacht.

Es gibt übrigens auch Handcremes, die versprechen, bereits vorhandene Pigmentflecken zu mildern. Ob sie etwas taugen, verraten wir im Märzheft von test: Die Prüfungen laufen derzeit noch.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1434 Nutzer finden das hilfreich.