Hand­creme Special

Schön weich. Gerade im Winter braucht die Haut Fett und Feuchtig­keit.

Hände wie Samt­pfötchen oder wie Schmirgel­papier? Wenn die Temperaturen sinken, steigt der Schutz­bedarf der Haut. Um den Haut­zustand im Winter im Griff zu behalten, gibt es ein einfaches Mittel: Hand­cremes. Sie können vor rauer Haut schützen. Sieben Fakten, wie die Hände auch im Winter geschmeidig bleiben.

1. Hände sind Sensibelchen. Manchmal verlangen wir ihnen viel ab und sollten ihnen mehr Schutz bieten.

Hand­creme Special

Schön warm. Auch Hand­schuhe schützen die Haut.

An den Hand­rücken ist die Haut besonders dünn. Sie besitzt kaum Unterhaut­fett­gewebe, keine Schweiß- und nur wenige Talgdrüsen. In den Innenflächen fehlen diese sogar ganz. Hände sind deshalb oft nicht ausreichend durch einen natürlichen Fett­film geschützt. Der Winter macht ihnen zu schaffen. Drinnen ist die Luft warm und trocken, draußen kalt und trocken. Hand­schuhe? Oft zu Hause vergessen. Für die Haut heißt das: Dauer­stress. Zum Ausgleich braucht sie Pflege, zum Beispiel eine Creme, die Fett und Feuchtig­keit spendet.

Tipp: Gründliches und häufiges Hände­waschen mit Seife schützt vor anste­ckenden Krankheiten wie Schnupfen oder Grippe. Es greift aber auch die Hautflora und Fett­schicht an. Um die Haut zu schonen, sollte das Wasser nicht zu heiß sein. Nach dem Waschen am besten immer gut eincremen.

2. Hand- oder Allzweck­creme – das hängt von der Vorliebe ab. Glitschige Finger müssen aber nicht sein.

Auch Allzweck­cremes können Hände pflegen. Anwender empfinden sie aber häufig als klebrig oder fettig. „Da im Alltag oft wenig Zeit für eine aufwendige Hand­pflege bleibt, sind Produkte beliebt, die schnell einziehen und ein angenehm weiches Hautgefühl hinterlassen“, sagt Birgit Huber, Bereichs­leiterin Schön­heits­pflege beim Industrie­verband Körper­pflege- und Wasch­mittel. Hand­cremes basieren meist auf Rezepturen mit Ölen, die diese Anforderungen erfüllen.

Tipp: Wer richtig cremt, kann anschließend gleich wieder zu Smartphone oder Stift greifen – ohne glitschige Finger und schmierige Spuren. Geben Sie eine etwa haselnuss­große Menge Creme auf einen Hand­rücken, dann beide Hand­rücken gegen­einander reiben und so die Creme gut verteilen. Anschließend die Creme in die Finger, Finger­zwischenräume und den Nagel­bereich einarbeiten. Creme­reste in den Handinnenflächen verreiben.

3. Antibakteriell wirkende Inhalts­stoffe sollen zusätzlich schützen, sind in Hand­cremes aber über­flüssig.

Hand­creme Special

Antibakteriell? Das kann die natürliche Flora der Haut schädigen.

Pflegen und gleich­zeitig vor Bakterien schützen – manche Hand­cremes wollen beides bieten. Viele Verbraucher glauben, sich so vor Krankheiten schützen zu können. Sinn­voll oder gar notwendig ist das meist nicht. Das Bundes­institut für Risiko­be­wertung (BfR) steht „dem breiten Einsatz von antimikrobiellen Produkten im Privathaushalt grund­sätzlich kritisch“ gegen­über. Für gesunde Personen seien sie „verzicht­bar“. Auch die natürliche, schützende Hautflora können sie schädigen. Bei groß­flächiger und häufiger Anwendung könnten die Wirk­stoffe allergische Reaktionen auslösen. Möglich sei zudem, dass Bakterien gegen die einge­setzten Wirk­stoffe widerstands­fähig würden, so das BfR.

Wir haben 2015 eine Hand­creme mit antibakteriellem Wirk­versprechen geprüft: Winterhandcreme 2 in 1 von Handsan. Im Keim­verminderungs­test fiel sie durch. Ihr Versprechen, die Hände „von Bakterien zu befreien“, hielt sie nicht ein. Doch selbst wenn derartige Cremes wirken, sind sie nicht ideal: Die Hände kommen ständig mit Bakterien in Berührung. Der Schutz müsste also stetig erneuert werden. Das hieße – unangenehm häufig nach­cremen.

Tipp: Gründliches Hände­waschen mit normaler Seife reicht in der Regel aus, um Krank­heits­erreger zu entfernen. Grippe und viele andere Erkältungs­krankheiten werden durch Viren hervorgerufen. Alkoholische Desinfektions­mittel schützen dann besser vor Anste­ckung.

4. Gegen Pigment­flecken richten Hand­cremes wenig aus. Besser: Vorsorgen, damit sie nicht entstehen.

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Fleck­aufheller? In unseren bisherigen Tests schafften die Cremes das nicht.

Pigment­fleck klingt besser als Alters­fleck, gemeint ist das Gleiche: Sie entstehen meist an Haut­partien, die der Sonne häufig schutz­los ausgesetzt sind – etwa auf den Unter­armen und Hand­rücken. Mit den Jahren, durch hormonelle Veränderungen oder die Einnahme von Medikamenten können sich in der oberen Haut­schicht Pigment­ablagerungen des körper­eigenen Bräunungs­farb­stoffs Melanin bilden. Betroffene empfinden die Flecken oft als störend. Einige Hand­cremes versprechen, sie aufzuhellen. Wir haben solche Produkte geprüft. Das Ergebnis lautete: mangelhaft.

Tipp: Damit Pigment­flecken gar nicht entstehen, ist es schon in jungen Jahren sinn­voll, die Hände vor Sonnenlicht zu schützen. Das gelingt mit Sonnen­schutz­mitteln. Unsere Tests zeigen immer wieder: Zuver­lässiger Sonnen­schutz muss nicht teuer sein (Test Sonnenschutzmittel, test 7/2016).

5. Hand­creme hält Haut und Nägel geschmeidig. Spröde, brüchige Fingernägel kann sie nicht heilen.

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Auch der Nagelhaut und den Fingernägeln tut Pflege gut. Mit Hand­creme bleiben sie geschmeidig, die Nägel glänzend. Wer brüchige, rissige oder sehr weiche Fingernägel hat, sollte von einer Creme nicht zu viel erwarten: Sie pflegt nur an der Oberfläche.

Tipp: Stark geschädigte Fingernägel sollte ein Arzt unter­suchen.

6. Cremes auf Mineral­ölbasis enthalten oft die umstrittenen Stoffe Mosh und Moah. Es gibt Alternativen.

Die kritischen Substanzen sind aromatische Kohlen­wasser­stoffe, Mineral oil aromatic hydrocarbons (kurz Moah), und gesättigte Kohlen­wasser­stoffe, Mineral oil saturated hydrocarbons (kurz Mosh). Laut der Europäischen Behörde für Lebens­mittel­sicherheit, Efsa, gelten Moah als „potenziell krebs­er­regend“, Mosh als „potenziell besorgnis­erregend“. Mosh können sich in Organen ansammeln und zu hohen Belastungen führen. Die Einschät­zung bezieht sich vor allem auf Lebens­mittel, doch auch Creme kann über die Hände in den Mund gelangen. Wie viele und welche Mineral­ölbestand­teile durch die Haut dringen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Beim BfR heißt es, „gesundheitliche Risiken durch die Aufnahme von Mineral­ölen in Kosmetika über die Haut sind für Verbraucher nach derzeitigem Kennt­nisstand nicht zu erwarten“.

Tipp: Ob ein Produkt Mineral­ölbestand­teile enthält, erkennen Sie meist an folgenden Substanzen in der Inhalts­stoff­liste: Cera Microcri­stallina (Microcri­stallina Wax), Ceresin, Mineral Oil, Ozokerite, Paraffin, Paraf­finum Liquidum, Petrolatum. In zertifizierter Naturkosmetik dürfen sie nicht einge­setzt werden.

7. Sehr bean­spruchte Hände brauchen eine Extraportion Pflege. Eine Kur über Nacht kann helfen.

Wenn die Haut spannt und juckt, rau und rissig ist: Vor dem Schlafen­gehen die Hände dick eincremen, dann ein dünnes Paar Baumwoll­hand­schuhe über­streifen. So zieht die Creme über Nacht ein und landet nicht in der Bett­wäsche.

Tipp: Noch keine Idee für ein Weihnachts­geschenk? Ein wärmendes Paar Hand­schuhe und eine schön verpackte Hand­creme machen Freude.

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