Ein Zebrastreifen ist nicht für Zebras. Das hat das Amtsgericht Schmallenberg erkannt. Zwar leben in der sauerländischen Kleinstadt keine Zebras, und der angeklagte Autofahrer kam auch nicht angeritten, sondern hatte seinen Pkw auf dem Seitenstreifen geparkt – aber im absoluten Halteverbot. Der Streifen bestand teils aus Schotter, teils aus Rasen. „Also ein Grünstreifen, kein Seitenstreifen“, meinte der Mann und ließ es darauf ankommen. Das Gericht ging der Sache penibel – und mit einem guten Schuss Humor – auf den Grund: „Beim Seitenstreifen handelt es sich um ein zusammengesetztes Substantiv, bestehend aus Streifen und Seiten“, steht im Urteil. Streifen gebe es viele im Verkehr, etwa Zebrastreifen: „Nach dem Wortlaut könnte man glauben, es handle sich um einen Reitstreifen für Zebras, während er tatsächlich Fußgängern Vorrang gewährt“, so die Erkenntnis. Da blieb nur ein logischer Schluss: Der Begriff ist weit auszulegen. Auch wo es grünt, kann ein Seitenstreifen sein (Az. 6 Owi 2/11 [B]).

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