Haltbarkeit von Kosmetik Meldung

Wie lange Schönheits- und Pflegemittel haltbar bleiben, nachdem sie geöffnet wurden, weiß der Kunde nicht. Das ist nirgendwo angegeben. Dabei beginnt die eigentliche Bewährungsprobe für die Mittel erst zu diesem Zeitpunkt.

Wenn der Selbstbräuner vom letzten Sommer vor sich hin müffelt, der Lippenstift sichtbar ins Schwitzen gerät oder die im vergangenen Jahr gekaufte Creme sich in dicke und dünne Bestandteile trennt, spätestens dann stellen sich Fragen: Wie lange bleiben Lippenstift, Nagellack und Co. intakt? Woran erkennt man, ob sie noch zu nutzen sind oder ob sie in den Müll gehören?

Ungeöffnet müssen Körperpflegemittel und Kosmetika mindestens 30 Monate lang haltbar sein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei sehr empfindlichen Rezepturen, die diesen Zeitraum nicht unbeschadet überstehen würden, muss der Produzent ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung angeben. Manchmal sind es Babypflegemittel, meist aber Naturkosmetika aus "grünen" Läden, die nur begrenzt frisch bleiben. Die Rezepturen basieren dann vor allem auf natürlichen, nicht künstlich haltbar gemachten Inhaltsstoffen.

Bedauerlicherweise kann niemand beim Kauf erkennen, wann die Kosmetika wirklich produziert wurden, wie lange sie also schon im Regal geschmort haben. Für den Käufer wäre diese Information durchaus interessant. Doch Industrie und Handel wehren sich bislang vehement gegen ein klar erkennbares Herstellungsdatum auf ihren Produkten. Der Hintergrund für die ablehnende Haltung ist leicht erklärlich: Man befürchtet, dass die Käufer dann nur das neueste Mittel wählen würden und andere, noch voll taugliche Produkte ein Dasein als Staubfänger fristen müssten.

Ebenso wenig erfährt man vom Hersteller, wie lange die Produkte haltbar bleiben, nachdem sie geöffnet wurden. Dabei beginnt die eigentliche Bewährungsprobe für die Mittel erst zu diesem Zeitpunkt. Nämlich dann, wenn Luft und Keime aus der Umgebung mit den Inhaltsstoffen in Kontakt kommen. Je nach Zusammensetzung und Herstellungsverfahren reagieren die Produkte sehr unterschiedlich auf diese Angriffe von außen. Das wirkt sich entsprechend auf die Haltbarkeit aus.

Produkte mit hohem Wassergehalt, zum Beispiel viele Tagescremes, Make-up-Emulsionen oder Körperlotionen, sind besonders anfällig für Keimbefall. Um die Mixturen vor Verderb zu schützen, werden ihnen Konservierungsstoffe beigemischt. Man setzt diese chemischen Haltbarmacher aber nur maßvoll ein, da sie nicht nur positive Wirkungen haben, sondern die Haut auch reizen können.

Zum Schutz sehr fetthaltiger Produkte werden Antioxidantien hinzugefügt. Sie sollen verhindern, dass die Mittel ranzig werden. Auch Alkohol stärkt die Widerstandskraft mancher Rezeptur gegen äußere Einflüsse.

Wer möglichst lange Freude an seiner Kosmetik haben möchte, sollte sich aber nicht allein auf die Schutzmaßnahmen der Hersteller verlassen. Die Sorgfalt des Benutzers spielt eine wesentliche Rolle, wenn es um die Haltbarkeit der Produkte geht. Mit ein wenig Aufmerksamkeit kann er einiges dazu beitragen, dass der Inhalt von Flaschen und Tiegeln nicht vorzeitig unbrauchbar wird.

Wenn aber trotz aller Achtsamkeit die Augencreme irgendwann eigenartig riecht oder die Reinigungsmilch ihre Konsistenz ändert ­ dann nicht lange zögern, sondern ab damit in den Müll.

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