Hallenspielplätze Test

Ballpool: Eine Attraktion für die kleinsten Hallenbesucher.

Kleider-Fangstellen an Rutschen, abgenutzte Halteseile an Bungee-Trampolinen, Finger-Quetschstellen an Handkurbelbooten: Auf manchen Hallenspielplätzen begeben sich Kinder in Lebensgefahr. Von 19 getesteten Hallen sind 11 wegen unsicherer Spielgeräte mangelhaft, fünf weitere ausreichend. Doch die Behörden gucken weg, eine Kontrolle findet nicht statt. test.de sagt, wo Ihre Kinder trotzdem sicher spielen können.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Hallenspielplätze.

Boom ohne Kontrolle

Hallenspielplätze boomen: Vor acht Jahren fingen findige Unternehmer an, Spielgeräte in leerstehende Tennis-, Squash- oder Lagerhallen zu stellen. Inzwischen gibt es mehr als 250 Hallenspielplätze in Deutschland, einige zählen 120 000 Besucher pro Jahr. Hauptzielgruppe sind Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren. Die Grundausstattung der Hallen ähnelt sich. Beliebt sind Trampolins, Kletterlabyrinthe, Hüpfburgen und Wabbelberge. Dazu kommen Attraktionen wie Hochseilgärten, Wellenrutschen oder Mini-Achterbahnen. Was fehlt ist häufig das Sicherheitsbewusstsein. In den meisten Hallen fanden die Prüfer der Stiftung Warentest Mängel, die selbst für Laien erkennbar sind.

Holzhaus gehört auf den Müll

Herausstehende Schrauben, zerschlissene Fangnetze und harte Böden ohne Fallschutz sind nur einige der schlimmen Sicherheitsmängel. So gravierend die Mängel auch sind, sie lassen sich beheben. Die Hallenbetreiber reagierten sofort, nachdem die Stiftung Warentest sie über schwerwiegende Mängel vorab informierte: Sie sperrten unsichere Spielgeräte oder ließen sie reparieren. Ein Mini-Trampolin und ein Holzhaus landete direkt auf dem Müll. Die Behörden dagegen fühlen sich nicht zuständig. So schrieb die Bauaufsicht des Landkreises Osnabrück an test, dass für die Sicherheit der Geräte allein der Betreiber verantwortlich sei. Behörden anderer Bundesländer verhielten sich ähnlich.

Spielgeräte attraktiv, Service ausbaufähig

Als einziger Hallenspielplatz erreichte rabatzz in Hamburg ein gutes Gesamtergebnis und wurde mit Abstand Testsieger. Dahinter folgen die befriedigenden Tumultus in Hannover und Yupidu in Bocholt. Doch auch in den anderen Hallen können Kinder viel Spaß haben, wenn die Sicherheitsmängel behoben sind. In punkto Attraktivität der Spielgeräte und Atmosphäre schnitten fast alle Hallen gut ab. Der Service dagegen ist ausbaufähig. Einrichtungen wie Gastronomie, Räume für Kindergeburtstage und Toiletten waren nur im Indoo Spielwerk in Ahrensburg gut. Elf Mal gabs in diesem Prüfpunkt ein Befriedigend, sieben Mal nur ein Ausreichend.

Achtung Extrakosten

Hüpfen, klettern und toben bei jedem Wetter: Der Spaß kann ins Geld gehen. Die Eintrittspreise liegen für Kinder ab zwei Jahren zwischen 3,00 und 7,80 Euro. Erwachsene zahlen zwischen 2,50 und 5,50 Euro. Doch das ist nur eine Art Anzahlung. Denn einige Spielgeräte kosten extra. Meist wird pro Fahrt, etwa mit Elektroautos, ein Euro verlangt. Mitunter kostet das Bungee-Trampolin aber auch zwei Euro. Und der Testsieger, der Hamburger rabatzz, nimmt für seinen Hochseilgarten vier Euro. Auch das Klabauterland in Philippsburg kassiert häufig extra.

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