Hallen­spielplätze Test

In der bunten Welt eines Hallen­spiel­platzes können sich Kinder austoben.

Betreiber von Hallen­spielplätzen lieben schlechtes Wetter. Dann brummt der Laden. Wenn es draußen nass und kalt ist, steigt die Stimmung und der Lärmpegel in den Hallen. Kreischende Knirpse, die sich auf Rutschen, Tram­polinen oder Hüpfburgen austoben – ein Kinder­paradies. Vermeintlich jedenfalls. Denn in Sachen Sicherheit sind die getesteten Indoor­spielplätze bei Weitem nicht das Paradies.

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TestHallen­spielplätzetest 11/2014
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Paradies mit Schatten­seiten

Fünf Hallen­spielplätze schneiden mangelhaft ab. Und das ist noch nicht die ganze Wahr­heit. Die Tester konnten die Sicherheit nur in 9 von 18 Anlagen testen. Die Betreiber der anderen haben ihnen nicht erlaubt, ihre Objekte zu inspizieren. Für eine fundierte Bewertung ist das aber unerläss­lich. Wie gefähr­lich etwa bestimmte Durch­rutsch- oder Engstellen für ein Kind sind, lässt sich nur ermitteln, wenn ein Gutachter sie genau vermessen oder mit Prüfkörpern unter­suchen kann. Bei den neun Verweigerern haben wir verdeckt geprüft. Wie eine Familie, begleitet von Kindern, begut­achteten unsere Tester anonym die Hallen. Weil die verdeckte Inspektion keine fundierte Sicher­heits­prüfung ermöglichte, können wir kein Qualitäts­urteil vergeben – und keine dieser Hallen als Spiel­platz für Kinder empfehlen. In den Anlagen sämtlicher Verweigerer bemerkten die Tester offensicht­liche Gefahren­stellen.

Über­forderte Hallen­betreiber

Mit jähr­lich etwa 25 Millionen Besuchern in 375 deutschen Indoor­spielplätzen, so die Zahlen des Verbands, spielt die Branche eine wichtige Rolle in der Frei­zeit­industrie. Die Stiftung Warentest hat für den Test große Hallen ausgewählt. Wie wir schon bei unserem Test 2006 fest­stellten, hapert es bei der Genehmigung und Kontrolle der Anlagen durch die Behörden. Unser Appell, dies dringend zu verbessern, ist wirkungs­los verhallt. Nach wie vor ist für Sicherheit allein der Betreiber aufgrund seiner Verkehrs­sicherungs­pflicht verantwort­lich. Ist eine Halle abge­nommen und eröffnet, haben Behörden keine weitere Kontroll­pflicht. Die Verantwortung wird allein den Betreibern zugeschoben. Die sind aber, wie die vielen Sicher­heits­mängel zeigen, offensicht­lich über­fordert.

Viele Sicher­heits­mängel

In Hallen­spielplätzen können Kinder toben und auch ihre Grenzen testen. Das sollte so sicher wie möglich geschehen. Natürlich gibt es auch mal einen Kratzer oder eine Beule. Kleinere Verletzungen wären tolerier­bar. Wenn aber mit Lang­zeitschäden zu rechnen ist oder Gefahr für Leib und Leben besteht, hört der Spaß auf. Bei unseren Inspektionen stellten wir Gefahren fest, die sogar Laien erkennen können, etwa heraus­stehende Schrauben oder unbe­aufsichtigte Kletterwände. Immerhin: Die im Test fest­gestellten Sicher­heits­mängel lassen sich relativ einfach beheben. Wir haben die Anbieter über Schwach­stellen in ihren Hallen informiert. Teil­weise haben die Betreiber bereits reagiert und uns mitgeteilt, sie hätten nachgebessert.

Mängel im Klein­gedruckten

Ärgerlich sind die allgemeinen Geschäfts­bedingungen der Hallen­spielplätze, die wir juristisch prüfen ließen. Zwölf Anbietern müssen wir deutliche Mängel bescheinigen. So schließen sie im Klein­gedruckten – neben anderen Verstößen – die Haftung bei Personenschäden aus. Das ist nach dem Bürgerlichen Gesetz­buch nicht erlaubt. Der Anbieter haftet danach für jedes noch so geringe eigene Verschulden – zum Beispiel wenn sich Kinder aufgrund von Sicher­heits­mängeln verletzen. Der Hallen­betreiber kann sich nicht pauschal mit dem Hinweis „Nutzung auf eigene Gefahr“ der Verantwortung entziehen.

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