Haft­pflicht­versicherung Falsch getankt – wer haftet beim Umfüllen?

Haft­pflicht­versicherung - Falsch getankt – wer haftet beim Umfüllen?
© Getty Images / Digital Vision

Ein Motor­radfahrer bekommt kein Geld von seiner Kfz-Haft­pflicht­versicherung, wenn beim Umfüllen von Kraft­stoff aus dem ausgebauten Tank in einen Kanister etwas daneben geht. Hilfe kann der Pechvogel aber von seiner Privathaft­pflicht­versicherung erwarten, falls er den Fall dort gemeldet hat.

Diesel statt Benzin getankt

Der Mann hatte Diesel statt Benzin getankt. Als er den Irrtum bemerkte, fuhr er zur Tank­stelle zurück, nahm den Tank ab, füllte den Diesel in einen Kanister um, tankte Benzin – und hinterließ Pfützen aus Diesel und Benzin. Die Tank­stelle musste den Boden für rund 5 000 Euro reinigen lassen, weiterer Schaden ist möglich, falls Kraft­stoff ins Erdreich gesi­ckert ist.

Auto-Haft­pflicht muss nicht zahlen ...

Die Kfz-Haft­pflicht­versicherung des Motor­radbesitzers weigerte sich, zu bezahlen. Er habe den Kraft­stoff nicht beim Gebrauch des Fahr­zeugs verschüttet. Das Ober­landes­gericht Karls­ruhe gab dem Auto­versicherer recht (Az. 7 U 67/18): Mit ausgebautem Tank sei das Motorrad nicht betriebs­bereit gewesen.

... die private Haft­pflicht schon

Für Schäden, die nichts mit dem Betrieb von Kraft­fahr­zeugen zu tun haben, kommt aber die Privathaftpflichtversicherung auf.

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rs2507 am 16.05.2019 um 11:38 Uhr
Bodensanierung?

Der Mann muss sich, vorsichtig formuliert, ungeschickt verhalten haben. Angenommen, dass sich die Umfüllaktion vom Motorradtank in den Kanister in der Umgebung der Zapfsäulen ereignet hat, dürfte aus meiner Sicht kein Schaden in dieser Größenordnung entstanden sein. Dort sollte sich _normalerweise_ eine benzin- und ölfeste Sperrschicht unterhalb der Oberfläche befinden. Auch außerhalb dieses "Kern"bereichs muss jeder Gully auf dem Tankstellengelände über einen Benzinabscheider angeschlossen werden. Zumindest zahlt die Haftpflichtversicherung des Verursachers und ein Eigenanteil bleibt ihm offenbar erspart.

Gelöschter Nutzer am 15.05.2019 um 14:10 Uhr
€5000???

€5000???? Wenn der Fahrer auf dem Tankstellengelände etwas Kraftstoff verschüttet, so kann Diesel einfach mit Bindemitteln aufgenommen werden. Benzin verdunstet eh nach wenigen Minuten. Das Tankstellengelände ist öldicht versiegelt (genau deshalb nämlich). Wenn er sich neben das Gelände auf das grüne Gras stellt .... nun ja ... dann muss Dummheit wohl bestraft werden.
Wobei mir sich hier die Frage ist, ob er nur ein paar ml Diesel verschüttet hat. Dann würde eine Schaufel reichen, die die oberste Erdschicht abhebt. Oder ob er den halben Tank auf die Wiese gekippt hat. Dann wird wohl eher ein Bagger kommen. Das wird dann teuer.