Hausrat

Im Unterschied zur Haftpflicht übernimmt die Hausratversicherung die Schäden, die der Versicherte selbst erleidet. Beispiel: Wenn die Waschmaschine ausläuft, meldet er die Schäden an seinen Möbeln, Geräten, Teppichböden der Hausratversicherung. Will aber auch der Nachbar unter ihm Schadenersatz, weil Wasser in seine Wohnung getropft ist, wäre das ein Fall für die Haftpflicht.

Auch bei Hausratversicherungen sind die Preisunterschiede enorm. Hier nehmen teure Anbieter sogar viermal so viel wie preiswerte. Im Schadensfall wird der aktuelle Neuwert ersetzt. Deshalb muss der gesamte Hausrat zum Wiederbeschaffungswert (entsprechend den Ladenpreisen) geschätzt werden.

Beispiel: Ein alter Standard-Fernseher, den Sie vor Jahren für 100 Mark gebraucht gekauft haben, würde heute als vergleichbares, wenn auch technisch moderneres Modell neu etwa 400 Euro kosten und auch so bewertet. Auch alte Bücher werden zum Neuwert eingestuft.

Versicherungssumme: Wird sie zu gering angesetzt, gibt es auch nur teilweise Schadenersatz. Beispiel: Nach einem Wassereinbruch kommt der Vertreter und setzt die Schadenhöhe mit 2 000 Euro an. Bei seiner Wohnungsbesichtigung stellt er aber fest, dass der Wert des Hausrats deutlich höher ist als die vereinbarte Versicherungssumme. Wurde die Summe um 20 Prozent zu niedrig geschätzt, ersetzt die Versicherung statt 2 000 Euro nur 1 600 Euro. Sie sollten daher alle paar Jahre prüfen, ob der Wert des Hausrats durch Neuanschaffungen gestiegen ist und die Summe angepasst werden muss.

Alternative: Vereinbaren Sie beim Abschluss einen Unterversicherungsverzicht. Dann sind Sie in jedem Fall aus dem Schneider. Viele Versicherer stufen den Vertrag dann mit 650 Euro Versicherungssumme pro Quadratmeter Wohnfläche ein. Für kleine Wohnungen mit viel Hausrat ist das günstig, bei großen Wohnungen mit wenig Hausrat kommen rasch zu hohe Versicherungssummen heraus, und damit unnötig hohe Jahresbeiträge. In dem Fall ist es günstiger, den Wert des Hausrats selber zu schätzen.

Wertsachen sind in der Regel nur bis zu 20 Prozent der Versicherungssumme gedeckt. Diese Grenze kann gegen Prämienaufschlag heraufgesetzt werden. Auch eine Fahrradversicherung kostet extra: Wenn Sie hier 500 Euro eintragen, bekommen Sie im Schadensfall maximal diesen Betrag ersetzt.

Achtung: Werden gleichzeitig zwei Räder geklaut, gilt das als ein Schaden.

Überspannungsschäden an Elektrogeräten – meist durch Gewitter – schlugen im Jahr 2001 laut Versicherungswirtschaft mit 137 Millionen Euro zu Buche. Kostspielig wirds vor allem, wenn neben teurer Unterhaltungselektronik oder Küchengeräten auch die elektronische Regelung der Heizungsanlage ausfällt, die allein schon über 1 000 Euro kosten kann. Diese Schäden sind bei vielen Anbietern kostenlos mit abgedeckt, bei anderen kosten sie etwa 25 bis 40 Cent Aufschlag pro 1 000 Euro Versicherungssumme.

Eine Glasversicherung halten wir für unnötig, wenn es nicht gerade um große und teure Verglasungen geht, etwa Wintergärten. Der Preis hängt von der Wohnfläche ab, für ein mittleres Einfamilienhaus liegt er bei etwa 50 Euro jährlich.

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