Interview: „Nur ein Drittel der Treib­hausgase von Kuhmilch“

Dr. Melanie Speck

Ob Haferdrinks die beste Milchalternative sind und welche Rolle Trans­port und Verpackung spielen, erklärt Nach­haltig­keits­forscherin Melanie Speck. Sie forscht zu nach­haltiger Ernährung und leitet den Forschungs­bereich Produkt- und Konsumsysteme am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Hafer hat Vorteile gegen­über Reis und Mandeln

Wie bewerten Sie Haferdrinks unter Nach­haltig­keits­aspekten im Vergleich zu anderen pflanzlichen Milchalternativen?

Bei den Treib­hausgas­emissionen schneiden alle Pflanzendrinks deutlich besser ab als Kuhmilch: Sie verursachen im Vergleich zu Milch nur etwa ein Drittel der Treib­hausgase. Es gibt da zwar nicht den einen wahren Wert, sondern Schwankungen – etwa je nach der Methode, mit der bilanziert wird. Aber auf die Zahl hinterm Komma kommt es nicht an. Vorteil von Hafer ist: Er benötigt im Anbau nicht so viel Wasser wie etwa Reis oder Mandeln. Und er wächst auch bei uns.

Sollten Verbraucher Drinks mit Hafer aus Deutsch­land bevor­zugen?

Aus ökologischer Sicht nicht unbe­dingt: Trans­porte inner­halb Europas sind nicht der treibende Faktor in der Ökobilanz. Am meisten zu Buche schlägt der Anbau des Hafers. Die soziale Komponente spielt aber auch eine Rolle: Verbraucher können mit Produkten, die in Deutsch­land erzeugt wurden, regionale Wert­schöpfungs­ketten unterstützen.

Ökologisch und nach­haltig

Einige stellen Haferdrink selbst her. Ist das nach­haltiger als Kaufen?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa wie viel Energie man dabei verbraucht oder ob man Ökostrom hat. Die industrielle Fertigung ist in der Regel effizienter und ökologischer.

Ist es nach­haltiger, Haferdrink in Mehrweg-Glasflaschen zu füllen als in Getränkekartons?

Nicht unbe­dingt. Glasflaschen können nach­haltiger sein, wenn sie oft wiederbefüllt und nicht weit trans­portiert werden. Sonst sind Getränkekartons mit ihrem geringen Gewicht beim Trans­port im Vorteil. Wichtiger als die Verpackung ist jedoch die Frage: Kaufe ich mit dem Auto oder Rad ein?

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