So haben wir getestet

Im Test: 18 Haferdrinks, davon 14 mit Biosiegel. 7 sind mit Kalzium angereichert, 11 nicht. Wir kauf­ten die nach unseren Recherchen markt­häufigsten Varianten ein – im September und Oktober 2019. Die Preise ermittelten wir durch Befragen der Anbieter im März 2020.

Sensorisches Urteil: 40 %

Die sensorischen Prüfungen wurden in Anlehnung an die Methode L 00.90–22 (Allgemeiner Leitfaden zur Erstellung eines sensorischen Profils) der Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren nach § 64 Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch (ASU) durch­geführt. Fünf geschulte Prüfer verkosteten die anonymisierten Getränke unter gleichen Bedingungen. Sie dokumentierten Details zu Aussehen, Geruch, Geschmack, Nachgeschmack und Mund­gefühl und erarbeiteten einen Konsens als Bewertungs­basis.

Ernährungs­physiologische Qualität: 10 %

Wir begut­achteten die Zusammenset­zung der Haferdrinks. Dazu bestimmten wir im Labor für jedes Produkt die Gehalte an Eiweiß in Anlehnung an die Methode L 01.00–10/1 der ASU, Fett in Anlehnung an die Methode L 02.00–11 der ASU, die Zucker Saccharose, Glukose, Fruktose und Maltose mittels HPLC sowie Laktose mittels LC-MS/MS. Für die Bewertung des Zucker­gehaltes bildeten wir die Summe der Einzel­zucker. Zudem bestimmten wir die Mineralstoffe Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen nach Aufschluss gemäß Din EN 13805 gemäß oder in Anlehnung an die Methode L 00.00–144 der ASU sowie Jod nach Extraktion mittels ICP-MS gemäß Methode L 00.00–93 der ASU. Die Fett­säure­zusammenset­zung analysierten wir gemäß Methode C-VI 10a/11d der Deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaft mittels GC-FID nach Über­führung in die jeweiligen Fett­säure­methylester. Für die Bewertung orientierten wir uns an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Schad­stoffe: 25 %

Wir prüften auf Nickel, Aluminium, Arsen, Blei, Queck­silber und Kadmium, auf Pflanzen­schutz­mittel inklusive Mepiquat und Chlormequat sowie auf Glyphosat, AMPA und Glufosinat. Weiterhin prüften wir auf Chlorat und Perchlorat sowie auf eine Reihe von Schimmelpilzgiften: Aflatoxin B1, B2, G1 und G2, Ochratoxin A, Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon, T-2 und HT-2-Toxine.

Folgende Methoden setzten wir ein:

  • Nickel: Druck­aufschluss gemäß Methode Din EN 13805 und Analyse in Anlehnung an Din EN 15763
  • Aluminium: Druck­aufschluss gemäß Methode Din EN 13805 und Analyse gemäß L 00.00–157 der ASU
  • Arsen, Blei, Kadmium und Queck­silber: Druck­aufschluss gemäß Methode Din EN 13805 und Analyse gemäß Din EN 15763
  • Pflanzen­schutz­mittel: QuEChERS-Methode gemäß L 00.00–115/1 der ASU
  • Mepiquat und Chlormequat: gemäß Methode L 00.0–76 der ASU
  • Glyphosat, AMPA und Glufosinat: mittels LC-MS/MS nach Derivatisierung und Aufreinigung
  • Chlorat und Perchlorat: mittels LC-MS/MS nach der QuPPe-Methode
  • Aflatoxine B1, B2, G1 und G2: angelehnt an Din EN 14123
  • Ochratoxin A: in Anlehnung an Din EN 14132
  • Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon, T-2 und HT-2-Toxine: mittels LC-MS/MS

Mikrobiologische Qualität: 0 %

Wir prüften gemäß Din EN ISO 4833–2 auf aerobe und anaerobe Keime sowie auf Hefen und Schimmelpilze gemäß ISO 21527–1 – kein Produkt war auffällig.

Nutzerfreundlich­keit der Verpackung: 10 %

Drei Experten prüften, wie einfach sich die Produkte öffnen und der Inhalt entnehmen und dosieren ließ. Wir kontrollierten die Originalitäts­sicherung und Hinweise zum Recycling.

Deklaration: 15 %

Wir prüften die Packungs­angaben nach dem Lebens­mittel­recht einschließ­lich nähr­wert­bezogener Angaben, gesund­heits­bezogener Angaben und Angaben zu den Nähr­werten. Drei Experten prüften auch Leserlich­keit und Über­sicht­lich­keit der Informationen. Bei Angaben zur Schäum­barkeit über­prüften wir die Schäum­barkeit mit einem elektrischen Milch­aufschäumer. Dafür setzten wir jeweils 200 Milliliter Haferdrink ein. Nach dem Aufschäumen füllten wir Flüssig­keit und Schaum in ein skaliertes Becherglas und ermittelten das Volumen des Schaums sowie die Schaum­stabilität. Außerdem beschrieben wir die sensorische Qualität des Schaums.

Abwertungen

Produktmängel wirken sich verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil aus. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern *) gekenn­zeichnet. Lautete das Schad­stoff­urteil ausreichend, konnte das test-Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein. Lautete das Deklarations­urteil ausreichend, zogen wir vom test-Qualitäts­urteil eine halbe Note ab.

Weitere Unter­suchungen

Wir bestimmten den pH-Wert, Gehalte an Asche, Wasser, Kochsalz und Zink sowie und exemplarisch bei drei Produkten auch die Aminosäure­zusammenset­zung. Den Kohlenhydrat­gehalt und den Brenn­wert berechneten wir. Waren die Vitamine B2, B12 und D deklariert, prüften wir deren Gehalt. Wir prüften auf die All­ergene Mandel- und Cashew­kerne, Haselnüsse und Soja. Wir prüften auf nied­rigsiedende Halogenkohlen­wasser­stoffe und auf gentech­nisch veränderte Bestand­teile. Waren Aromen deklariert oder stellten wir in der sensorischen Prüfung eine Vanillenote fest, über­prüften wir die Aroma­stoffe. Die Ergeb­nisse waren unauffäl­lig.

Folgende Methoden setzten wir ein:

  • pH-Wert: potentiome­trisch in Anlehnung L 26.26–4 der ASU
  • Asche: durch Veraschung bei 550 Grad Celsius in Anlehnung an L 01.00–77 der ASU
  • Wasser: indirekt über die Bestimmung des Trockenmasse­gehaltes in Anlehnung an L 01.00–27 der ASU
  • Kochsalz: über Natrium mit Druck­aufschluss gemäß Methode Din EN 13805 und Analyse gemäß L 00.00–144 der ASU sowie zusätzlich potentiome­trisch über Chlorid in Anlehnung an L 03.00–11 der ASU
  • Zink: nach Aufschluss gemäß Din EN 13805 angelehnt an die Methode L 00.00–144 der ASU
  • Aminosäure­zusammenset­zung: in Anlehnung an L 49.07–1 der ASU
  • Kohlenhydrate: Berechnung durch Differenz der Prozentsumme von Eiweiß, Gesamt­fett, Wasser und Asche zu Hundert
  • Energie/Brenn­wert: Berechnung gemäß Lebens­mittel­informations­ver­ordnung (EU) Nr. 1169/2011
  • Vitamin B2: mittels HPLC-MS/MS in Anlehnung an Din EN 14152
  • Vitamin B12: mittels HPLC-MS/MS
  • Vitamin D: mittels RP-HPLC-MS/MS in Anlehnung an Din EN 12821
  • Mandelkerne, Cashew­kerne, Haselnüsse, Soja: mittels ELISA
  • Nied­rigsiedende Halogenkohlen­wasser­stoffe: in Anlehnung an Methode L 13.04–01 der ASU
  • Gentech­nisch veränderte Bestand­teile: in Anlehnung an die Methode L 00.00–105 der ASU
  • Aroma­stoffe: in Anlehnung an die Methoden L 00.00–106 und L 00.00–134 der ASU

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