Haferdrinks im Test Drei schme­cken sehr gut

Haferdrinks im Test - Drei schme­cken sehr gut
Zum Frühstück. Haferdrink passt gut zu Müsli und Kaffee. ©  Jule Felice Frommelt

Milchalternativen gelten als gesund und sollen die Umwelt weniger belasten als Kuhmilch. Stimmt das? Wie schmeckt ein guter Haferdrink? Und warum darf das Getränk nicht „Hafermilch“ heißen? Das klärt unser Haferdrink-Test. Von 18 Produkten im Test schneiden 14 gut ab, 11 davon tragen ein Biosiegel (Preise: 0,95 bis 2,24 Euro pro Liter). Schad­stoffe in nennens­wertem Umfang fanden die Prüfer der Stiftung Warentest nur bei einem Drink.

Haferdrinks im Test Testergebnisse für 18 Hafer­drinks 05/2020

Inhalt
Liste der 18 getesteten Produkte
Hafer­drinks 05/2020 - Mit Kalzium­anreicherung
  • Aldi Süd Bio Hafer Drink Natur, Bio Hauptbild
    Aldi Süd Bio Hafer Drink Natur, Bio
  • Alnatura Hafer Drink Calcium, Bio Hauptbild
    Alnatura Hafer Drink Calcium, Bio
  • Alpro Hafer Original mild-getreidiger Geschmack Hauptbild
    Alpro Hafer Original mild-getreidiger Geschmack
  • Alpro Hafer Ungesüßt milder Geschmack, ohne Zucker Hauptbild
    Alpro Hafer Ungesüßt milder Geschmack, ohne Zucker
  • Oatly Hafer Barista Edition Hauptbild
    Oatly Hafer Barista Edition
  • Oatly Hafer Calcium Hauptbild
    Oatly Hafer Calcium
  • Provamel Oat Hafer Calcium, Bio Hauptbild
    Provamel Oat Hafer Calcium, Bio
Hafer­drinks 05/2020 - Ohne Kalzium­anreicherung
  • Allos Hafer Drink naturell Ohne Zuckerzusatz, Bio Hauptbild
    Allos Hafer Drink naturell Ohne Zuckerzusatz, Bio
  • Alnatura Hafer Drink ungesüßt, Bio Hauptbild
    Alnatura Hafer Drink ungesüßt, Bio
  • Berief Bio Hafer Drink Natur Ohne Zuckerzusatz, Bio Hauptbild
    Berief Bio Hafer Drink Natur Ohne Zuckerzusatz, Bio
  • dmBio Hafer Drink Natur, Bio Hauptbild
    dmBio Hafer Drink Natur, Bio
  • Edeka Bio+ Vegan Haferdrink classic, Bio Hauptbild
    Edeka Bio+ Vegan Haferdrink classic, Bio
  • Kaufland Take it veggie Bio Hafer Drink, Bio Hauptbild
    Kaufland Take it veggie Bio Hafer Drink, Bio
  • Kölln Smelk Hafer Liebe Klassik, Bio Hauptbild
    Kölln Smelk Hafer Liebe Klassik, Bio
  • Lidl Milbona Hafer Drink, Bio Hauptbild
    Lidl Milbona Hafer Drink, Bio
  • Netto Marken-Discount BioBio Hafer Drink pur, Bio Hauptbild
    Netto Marken-Discount BioBio Hafer Drink pur, Bio
  • Rewe Bio Haferdrink, Bio Hauptbild
    Rewe Bio Haferdrink, Bio
  • Rossmann EnerBio Hafer Drink Natur Ohne Zuckerzusatz, Bio Hauptbild
    Rossmann EnerBio Hafer Drink Natur Ohne Zuckerzusatz, Bio

Die Qualität der Haferdrinks im Test ist bemerkens­wert

Keine Milchalternative hat derzeit mehr Fans als Haferdrinks: Gut 34 Millionen Liter davon verkauften Lebens­mittel­händler und Drogeriemärkte 2018 – eine Verdoppelung im Vergleich zu 2016. Unsere Test­ergeb­nisse dürften den Trend verstärken: Die Qualität der Haferdrinks im Test ist bemerkens­wert – schlechter als befriedigend schneidet keines der Produkte ab. Geschmack­lich sind aber nur drei Produkte top. Sieben Produkte sind mit Kalzium angereichert.

Das bietet der Haferdrink-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse.
Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 18 oft verkaufte Haferdrinks, 14 davon mit Biosiegel. Neben bekannten Marken wie Alnatura, Alpro und Kölln haben wir auch Handels- und Discounterware von Aldi, Rewe & Co. getestet sowie Produkte der Drogeriemärkte dm und Ross­mann. Unter anderem haben wir die Getränke verkostet, sie auf Schad­stoffe untersucht, ihre ernährungs­physiologische und mikrobiologische Qualität über­prüft, die Nutzerfreundlich­keit der Verpackungen begut­achtet und die Kenn­zeichnung bewertet. Außerdem haben wir getestet, ob sich die Haferdrinks gut aufschäumen lassen („Hafer macchiato“).
Hintergrund.
Wir bieten einen Über­blick über die verschiedenen veganen Milchalternativen und zeigen, wie ihre Ökobilanz im Vergleich zur Kuhmilch aussieht. Eine Nach­haltig­keits­expertin erklärt, welche Rolle Trans­port und Verpackung für die Treib­hausgas­emissionen der Produkte spielen.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test Mai 2020. Dort finden Sie auch Infos zur Ökobilanz von Pflanzendrinks im Vergleich zu Kuhmilch.

Haferdrinks im Test Testergebnisse für 18 Hafer­drinks 05/2020

Geschmack nach Haferbrei oder Müsli

Die Haferdrinks im Test bestehen vor allem aus Wasser, 9 bis 16 Prozent Hafer, etwas Pflanzenöl und Salz. Die von der Stiftung Warentest untersuchten Milchalternativen enthalten weniger Eiweiß als Milch, dafür tragen sie zur Versorgung mit Ballast­stoffen bei. Der durch­schnitt­liche Kalorien­gehalt eines Haferdrinks entspricht dem von fett­armer Milch. Haferdrink und Kuhmilch unterscheiden sich im Geschmack: Das auf Hafer basierte Getränk hat in diesem Punkt mit dem Trunk aus dem Euter nichts gemein. Es schmeckt eher nach Haferbrei oder Müsli. Die meisten der getesteten Haferdrinks schme­cken süß, einige nur leicht süß. Manche sind leicht vanil­lig, röstig oder bitter im Nachgeschmack – das ist für Hafer­produkte nicht untypisch.

Test Haferdrinks im Video

Kann man mit einem Haferdrink Milch­schaum erzeugen? Das Video bringt die Antwort.

Nur ein Haferdrink ist zuckerfrei hergestellt

Trotz des Unter­schieds im Geschmack lassen sich Haferdrinks wie Kuhmilch verwenden, auch zum Kochen. Nur zu Herz­haftem wie Béchamelsoße passt seine Süße nicht. Die entsteht während der Produktion: Enzyme bauen Stärke im Hafer zu Zucker ab. Nur einer der getesteten Haferdrinks ist zuckerfrei hergestellt, die anderen enthalten im Schnitt etwa 4,5 Gramm Zucker je 100 Milliliter. Das entspricht bei einem 250-Milliliter-Glas fast vier Zuckerwürfeln, ist jedoch deutlich weniger als in Saft oder Limo.

Warum die „Hafermilch“ keine Milch ist

Im Alltag sprechen viele von „Hafermilch“, „Reismilch“ oder „Sojamilch“. Als Milch dürfen laut Gesetz aber nur Lebens­mittel bezeichnet werden, die durch Melken aus dem Euter gewonnen werden. Pflanzlicher Milch­ersatz wird daher meist als „Drink“ verkauft.

„Hafermilch“ weniger belastend für die Umwelt als Kuhmilch

Viele kaufen Haferdrinks auch, weil sie nach­haltiger als Milch sein sollen. Studien bestätigen das: Haferdrinks verursachen rund 70 Prozent weniger schädliche Klimagase als Kuhmilch. Auch beim Wasser­verbrauch schneiden Getränke aus Hafer besser ab als die von der Kuh: pro Liter Haferdrink fallen während der Herstellung durch­schnitt­lich etwa 3,4 Liter Wasser an, im Gegen­satz zu rund 250 Litern für 1 Liter Kuhmilch. Nur Sojadrinks verbrauchen ähnlich wenig Wasser. In unserem Test von Sojadrinks waren einige Produkte jedoch mit Nickel belastet. Einige Anbieter werben damit, Hafer aus Deutsch­land zu verarbeiten. Für die Ökobilanz spielt die Herkunft der Rohware zwar keine entscheidende Rolle, doch können Verbraucher mit Produkten, die in Deutsch­land erzeugt wurden, die Wirt­schaft vor Ort unterstützen.

Haferdrinks im Test Testergebnisse für 18 Hafer­drinks 05/2020

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21 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 17.11.2021 um 12:45 Uhr
Schadstoffgehalte

@Marion61Martin: Es ist richtig, dass sich unsere Untersuchungsergebnisse auf die jeweils getestete Charge mit dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) beziehen. In unserem Test der Haferdrinks haben wir allerdings keine gesundheitlich bedenklichen Schadstoffgehalte gefunden. Alle Drinks schneiden hier mit „gut“ oder „befriedigend“ ab. Auch bei einer befriedigenden Beurteilung liegen die Analysenwerte deutlich unter einem gesundheitlich kritischen Wert. Es kann durchaus sein, dass die Hersteller im Laufe der Zeit ihre Rohstoffe aus wechselnden Anbaugebieten beziehen. Unser Test zeigte aber, dass alle im Test vertretenen Anbieter den Hafer aus europäischen Anbaugebieten bezogen und wir fanden keine auffälligen Schadstoffgehalte.

Marion61Martin am 16.11.2021 um 21:32 Uhr
Aussagekraft von Schadstoffgehalten in Stichprobe?

Moin, die Schadstoffproblematik sowohl bei Soja- als auch Haferdrinks habe ich interessiert und irritiert zur Kenntnis genommen. Nun frage ich mich, welche Beständigkeit und damit Relevanz für Kaufentscheidungen die einmaligen Analysenergebnisse wohl haben. Verwenden die Hersteller nicht vermutlich Rohstoffchargen aus wechselnden Quellen und Anbaugebieten? Könnte es also sein, dass z.B. bei Oatley die stärkere Belastung des einen gegenüber dem anderen Produkt eher Zufall war und das ganz anders aussehen könnte, wenn ich jetzt einkaufen gehe?

krblatt am 29.07.2021 um 12:04 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Kunde2007 am 09.07.2021 um 17:31 Uhr
Verpackung und Transportwege

Laut Interview spielt die Herkunft des Hafers keine große Rolle, auch Mehrweggläser seien nur im Vorteil, wenn sie oft wiederbefüllt und nicht weit transportiert werden.
Wird in der Kombination nicht ein Schuh daraus? Wenn Anbaugebiete und Produktionsstätte möglichst nahe an den Verbrauchern liegen, könnte sich auch Mehrweg ökologisch lohnen.
Zumal wenn es sich um Mehrweg im Poolsystem handelt, sprich: die Gläser können überall zurückgegeben werden und landen beim nächstgelegenen Hersteller, der Glas auch mit etwas anderem wieder befüllen kann (z.B. Säfte, Kuhmilch ...).
Die Verpackung des Artikels selbst ist zudem bei weitem nicht alles: hinzu kommen Umverpackung, Paletten, Plastikfolie um die Paletten ...
Das lässt sich auch anders organisieren - siehe https://www.unverpackt-fuer-alle.de/blog/portfolio-item/die-erste-zerowaste-lieferkette/
Insofern fände ich es wichtig, wenn die Verpackung systematisch Eingang in die Bewertung findet.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.01.2021 um 08:28 Uhr
Verpackungen

@Geheimagentin: Voelkel hat seinen Haferdrink in der Mehrwegflasche erst nach der Auswahl und dem Einkauf der getesteten Produkte auf den Markt gebracht - für den Test also zu spät. Wir beschäftigten uns aber immer wieder mit dem Thema Verpackungen. Explizit in diesem Test haben wir eine Expertin dazu befragt (siehe Interview zu diesem Test: https://www.test.de/Haferdrinks-im-Test-Drei-schmecken-sehr-gut-5602858-5602865/)
Demnach ist es nicht unbedingt nachhaltiger, Haferdrink in Mehrweg-Glasflaschen zu füllen als in Getränkekartons. Glasflaschen können dann nachhaltiger sein, wenn sie oft wiederbefüllt und nicht weit transportiert werden. Sonst sind Getränkekartons mit ihrem geringen Gewicht beim Transport im Vorteil. (SL/SW)